Interview mit Anna Xiulan Zeeck

Interview mit Anna Xiulan Zeeck

Im kurzen Buchhexe-Interview kündigt Autorin und Verlegerin Anna Xiulan Zeeck ein neues Jugendbuch an und verrät uns, was sie von ihrem Schreibtisch aus sieht.

Bei unserem ersten Besuch auf der Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2012 begegneten wir Anna Xiulan Zeeck und ihrem Mann, die gemeinsam den Desina Verlag betreiben. Frau Zeeck schenkte uns ihr Kinderbuch „Das Mädchen am Ende der Stadt“, eine nachdenklich, unaufgeregt und poetisch erzählte Geschichte über Träume und Chancengleichheit, die wir auf der Buchhexeseite nicht mehr missen wollen. Nach dieser Entdeckung blieb der Kontakt bestehen und es folgten die Besprechungen der Bilderbücher aus dem Desina Verlag, bis schließlich dieses Jahr „Wie wilde Gräser“ uns erreichte. Eine passende Gelegenheit, Frau Zeeck einige unserer Hexenfragen zu stellen…

Buchhexe: Ihr aktuelles Buch „Wie wilde Gräser“ basiert auf wahren Begebenheiten. Wissen Sie, wie es der „echten“ Tongli heute geht und ob sie zusammen mit Lin Kai studiert hat?

Anna Xiulan Zeeck: Tongli lebt bei ihrer Tante in einer kleinen Kreisstadt und versteht sich gut mit der Familie der Tante. Trotzdem fühlt sie sich dort als Außenseiter. Im Sommer 2013 hatte ich sie während einer Chinareise besucht. Inzwischen ist sie in der 10. Klasse der Schuloberstufe. Sie ist eine gute Schülerin. Bis zur Zulassung zur Universität muss sie erst die 12. Klasse abgeschlossen und eine Zulassungsprüfung bestanden haben. Das Gleiche gilt für Lin Kai.

„Es macht mir Freude, Kindern und Jugendlichen in Deutschland etwas über die chinesische Kultur und das Leben von jungen Menschen in China zu erzählen.“

Buchhexe: Wann und warum haben Sie mit dem Schreiben angefangen?

Anna Xiulan Zeeck: Schon in den 80er Jahren habe ich Geschichten und Gedichte in chinesischen Zeitungen und Zeitschriften publiziert. Seit 2008 habe ich begonnen, auf Deutsch zu schreiben. Es macht mir Freude, Kindern und Jugendlichen in Deutschland etwas über die chinesische Kultur und das Leben von jungen Menschen in China zu erzählen.

Buchhexe: Sie haben mit dem Desina Verlag 2007 einen eigenen Verlag gegründet. Was sind dabei Ihre größten Herausforderungen?

Anna Xiulan Zeeck: Wie bei allen jungen und kleinen Verlagen ist es eine große Herausforderung, sich auf dem Buchmarkt durchzusetzen.

„Nicht weit von meinem Fenster steht eine romantisch wirkende alte Eiche, zu der ich gerne schaue, wenn ich mein Schreiben unterbreche.“

Buchhexe: Wo und wann schreiben Sie am liebsten und was sehen Sie, wenn Sie von Ihrem Schreibtisch aufschauen?

Anna Xiulan Zeeck: Ich schreibe am liebsten, wenn ich ungestört bin, abends und an Wochenenden. Nicht weit von meinem Fenster steht eine romantisch wirkende alte Eiche, zu der ich gerne schaue, wenn ich mein Schreiben unterbreche.

Buchhexe: Welche Autoren schätzen Sie besonders?

Anna Xiulan Zeeck: Cornelia Funke wegen ihrer bildhaften Sprache.

Buchhexe: Welche Bücher haben Sie zuletzt beeindruckt?

Anna Xiulan Zeeck: Die Trilogie „Tintenwelt“.

Buchhexe: Was macht für Sie ein gutes Kinderbuch aus?

Anna Xiulan Zeeck: Es sollte einfühlsam sein, die jungen Leser in die Gefühlswelt des Protagonisten führen und zum Nachdenken anregen.

Buchhexe: Für Ihre Vorlesebücher-Reihe arbeiten Sie mit der Illustratorin Christa Unzner zusammen. Wie ist es dazu gekommen?

Anna Xiulan Zeeck: Ich fand ihre Illustrationen schön, z.B. in Büchern von Barbara Kindermann, und habe Verbindung mit ihr aufgenommen.

Buchhexe: Welche Interessen haben Sie neben dem Schreiben?

Anna Xiulan Zeeck: Ich habe Interesse an Kunst und besuche gerne Kunstausstellungen.

„2015 soll ein neuer Jugendroman erscheinen, der die Umweltzerstörung durch den Modernisierungsprozess in China betrifft.“

Buchhexe: Was erwarten Sie von der Zukunft und was dürfen wir 2014 und 2015 von Ihnen und dem Desina Verlag erwarten?

Anna Xiulan Zeeck: Ich erwarte, dass der Verlag weiterhin gedeiht und der Kreis seiner Leser weiter wächst. 2015 soll ein neuer Jugendroman erscheinen, der die Umweltzerstörung durch den Modernisierungsprozess in China betrifft.

Buchhexe: Wenn Sie mögen, können Sie unseren Geschichtenanfang weiterschreiben:

An einem sonnigweichen Herbstmorgen öffnete die Buchhexe die Tür ihres Hexenhauses, die unter schauerlichem Ächzen den Blick freigab auf…

Anna Xiulan Zeeck: …eine merkwürdige Versammlung. Erstaunt schaute sie in die Runde. Sahen die Versammelten nicht aus wie die Protagonisten der Bücher, die sie einmal besprochen hatte? „Was wollt ihr von mir?“, fragte sie verwundert. „Wir wollten dich nur einmal überraschen und dir erzählen, was aus uns mit deiner Hilfe geworden ist“, antwortete eine kleine Maus mit piepsiger Stimme. Da wurde der Buchhexe ganz warm ums Herz, und sie lächelte.

Anna Xiulan Zeeck

Wir sind schon sehr gespannt auf das angekündigte Jugendbuch und freuen uns über die Fortsetzung unseres Geschichtenanfangs, bei dem man den besonderen Stil von Anna Xiulan Zeeck sehr genau präsentiert bekommt. Was es mit der kleinen Maus auf sich hat, das kann man hier nachlesen. Die Buchhexe dankt von Herzen und wünscht viel Erfolg für die kommenden Veröffentlichungen!

Eine Antwort zu
Interview mit Anna Xiulan Zeeck

  1. Detering Erika u. Rolf

    Das Buch von Ihnen hat uns beeindruckt! Es läßt sich gut lesen.Wir werden es unsern Enkeln zum Lesen geben. Mal sehen was sie dazu sagen wenn sie das Alter dafür haben.

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