Zamonien

Entdeckungsreise durch einen phantastischen Kontinent - Von A wie Anagrom Ataf bis Z wie Zamomin

Autoren
Illustrator
Walter Moers
Verlag
Knaus Verlag
Anspruch
5 von 5
Humor
5 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Zamonien”

„Zamonien“ ist ein Nachschlagewerk, das in über 150 Einträgen die Personen, Schauplätze, Völker sowie Themen aus der zamonischen Politik, Gesellschaft und Kunst erklärt. Geschrieben bzw. zusammengestellt wurde das Lexikon von Walter Moers, Schaffer der Zamonienromane, und Anja Dollinger, Kunsthistorikerin und Historikerin, gestaltet wurde es von Oliver Schmitt. Abgesehen von einem Vorwort von Walter Moers sowie einer einseitigen Gebrauchsanweisung von Anja Dollinger mit Erklärungen zu Verweisen und Quellen besteht „Zamonien“ aus über 150 Begriffserkärungen und passenden Illustrationen aus den Zamonienromanen von Walter Moers. Am Schluss des Buches gibt es ein alphabetisches Register. Die einzelnen Einträge bestehen jeweils aus dem Begriff selbst, einer Erklärung unterschiedlicher Länge sowie einer Quellenangabe mit Werk und Seitenzahl. Oft ergänzen Zitate und Illustrationen den Eintrag, auf vielen Seiten findet man Tafeln und Tabellen mit Themen wie der Goldenen Liste mit den größten Buchschätzen, literarische Erfindungen des Hildegunst von Mythenmetz oder Grundformen und Stilarten des Puppetismus.

Zitate

„[Biblionismus]: Nachdem das Feuer das alte Buchhaim zerstört hatte, entstand aus den Ruinen eine moderne Stadt. Damit wurde auch der okkulte Buchimismus abgelöst durch den Biblionismus, mit dem sich das gesamte Buchwesen erfassen lässt. Ovidios von Versschleifer beschreibt ihn als ‚den Geist des modernen Buchhaim‘. Der Handel mit Büchern ist durch ihn transparenter, und das Leben auch für Autoren sicherer, denn es gibt keine Bücherjäger mehr, die sich gewaltsam in den Besitz makabrer Körpertrophäen bringen, die ehemals auf dem Schwarzmarkt hohe Preise erzielten. An ihrer Stelle gehen nun Librinauten unter Einhaltung strenger Regeln dem noch immer nicht ungefährlichen Geschäft der Bücherbeschaffung aus den Katakomben nach.“

„[Olz]: Das Olz ist die einzige Zahl, die zamonische Druiden akzeptieren. Da ein Olz kaum vorstellbar groß ist, rechnen sie mit seinen Bruchteilen, sowie dem Nicht-Olz.“

„[Sandmänner]: Wenn verschiedene Faktoren sehr ungünstig zusammenkommen, also wenn etwa Skelette zweifelhafter Charaktere im Wüstensand extrem austrocknen und Denkenden Treibsand aufnehmen, entstehen Sandmänner. Sobald nun jemand über ihnen rastet, werden sie erweckt. Genau dies widerfährt Blaubär und den Gimpeln in der Süßen Wüste. Ehe sie es sich versehen, sind sie von mordlustigen Sandmännern umzingelt, denen mangels Organen weder mit Waffen noch mit Feuer beizukommen ist. Ein glücklicher Zufall gepaart mit Geistesgegenwart will es jedoch, dass Blaubär in ein Schlammloch tritt und die richtige Schlussfolgerung zieht.“

Geschenktipp für Puzzlefreunde

Der Fantasie freien Lauf lassen kann man neben dem Buch nun auch beim Puzzlen der Karte von Zamonien, die mit ihren 2000 Puzzleteilen das Warten auf den nächsten Zamonien-Roman verkürzt. Das gelegtes Format der 2000 Puzzleteile entspricht den Maßen 96,6 x 68,8 cm und ist selbstverständlich „Made in Zamonien“.

Links

Leseprobe beim Verlag (PDF)
Website zu den Zamonien-Büchern

Blick ins Buch

Persönliche Bewertung

Exzellent illustriertes Lexikon für Zamonien-Fans, das Moers' Brillanz und Fantasie zeigt

5 von 5

Der Kontinent Zamonien: Von Atlantis bis zu den Tatzeninseln, vom Hutzengebirge bis zum Großen Wald und Blutschinken. Der fiktive Kontinent besteht aus einer Vielzahl verschiedener Orte und Landschaften, die Schauplätze für die verschiedenen Zamonienromane von Walter Moers bilden. Für „Käpt’n Blaubär“, „Ensel und Krete“, „Rumo“, „Der Schrecksenmeister“, „Die Stadt der Träumenden Bücher“, „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ und wie sie alle heißen. In diesem Lexikon werden die verschiedenen Charaktere der Bücher, die Völker, zamonische Phänomene, Grundlagen des Glaubens und Bildungswesens sowie viele andere Begriffe erklärt. Zu jedem Eintrag gibt es eine genaue Angabe über Roman und Seitenzahl, auf denen die Begriffe auftauchen. Darüber hinaus findet man Verweise zu anderen Begriffen sowie Zitate aus den Romanen und Hinweise auf zamonische Literatur. Was man von diesem Buch nicht erwarten darf, ist ein neuer Zamonienroman, aber das verspricht dieses Lexikon auch in keinster Weise. Wer also etwas Neues vermisst, ist mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. „Zamonien“ hält genau das, was es ankündigt: Es gibt einen Überblick über die komplexe Welt des fiktiven Moers’schen Kontinents mit seinen vielen Besonderheiten, Bewohnern und Institutionen.

Ob man das gebraucht hat, ist Ansichtssache. Tatsache ist, dass mit Zamonien weniger vertraute Leser hiermit ein gutes Nachschlagewerk finden. Schließlich hat nicht jeder alle Zamonienromane gelesen, ein Lexikon ist da durchaus hilfreich. Vergleichbar ist es vielleicht ein wenig mit Terry Pratchetts Scheibenwelt. Derart vielseitige und fantasievolle fiktive Welten können mitunter etwas verwirrend sein. Ein Lexikon kann da Abhilfe schaffen. Ob es seinen Preis wert ist bzw. man diesen zahlen möchte, möge jeder selbst entscheiden. Die Aufmachung als Hardcoverbuch mit Lesebändchen ist in jedem Fall hochwertig, die Moers’schen Illustrationen in schwarz-rot runden die Erklärungen ab. Darüber hinaus ist das Lexikon auch für Menschen ein Hochgenuss, die sich bisher mit der Welt Zamoniens nicht befasst haben: Die absurden Einträge, die Kreativität und der bisweilen spitzfindige Tiefsinn lassen sich auch mit dem größten Vergnügen aus dem Zusammenhang gerissen lesen. Es finden sich verschiedene Anspielungen auf Personen oder Phänomene der realen Welt, die Moers mit Fantasie und Witz sowie in seiner gewohnt unvergleichlichen Sprache eindrucksvoll in die zamonische Welt überträgt. Für den Zamonien-Insider weckt das Lexikon Vorfreude auf die Fortsetzung des „Labyrinths der Träumenden Bücher“ und regt dazu an, die bisherigen Romane wieder einmal hervorzuholen und zu lesen.

Fazit

Ein wunderbar umgesetztes Lexikon mit den gewohnt hochwertigen Illustrationen aus der Moers’schen Feder. Die Frage ist nicht, ob dieses Buch unnötig oder zu teuer ist – im Vergleich zu den Massenproduktionen vieler aktueller Romane ist dieses intelligente Hardcover-Lexikon seinen Preis mehr als wert und zeugt einmal mehr von der Brillanz des Ausnahmetalents Walter Moers.

ISBN10
3813505308
ISBN13
9783813505306
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Gebundene Ausgabe
312 Seiten