Was bin ich mir wert?

Selbstachtung als Schlüssel zu einem erfüllten Leben

Autoren
Übersetzer
Sigrid Engeler
Verlag
Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv)
Anspruch
5 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
4 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
3 von 5

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Zusammenfassung zu “Was bin ich mir wert?”

Die Autorin Mia Törnblom war mit knapp dreißig drogensüchtig und saß im Gefängnis. Und beschloss an diesem Tiefpunkt ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. In diesem Buch –ungefähr 10 Jahre später geschrieben –  lässt sie die Leser teilhaben an ihrer Reise zu einem erfülltem (und drogenfreien) Leben. Der Schlüssel auf dem Weg dorthin ist Mia Törnblom zufolge ein gesundes Selbstwertgefühl. Wesentlich dabei ist die Unterscheidung zwischen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, der das ganze erste Kapitel gewidmet ist. Ohne Selbstwertgefühl (und allein mit Selbstvertrauen) kommt man im Leben nicht weit, weil man sich immer schlecht fühlt, wenn jemand anders besser ist und schnell in eine Opferrolle gerät. Auch die folgenden Kapitel widmen sich der Analyse von Auswirkungen fehlenden Selbstwertgefühls, zeigen aber auch schon Möglichkeiten auf, die zur Entwicklung des Gefühls für das eigene Ich beitragen. So titelt Kapitel Zwei mit der Frage ‚Warum ist ein gutes Selbstwertgefühl wichtig?‘. Und Kapitel Vier beschreibt schon ernstzunehmende Warnsignale für ein geringes Selbstwertgefühl. Weiter geht es mit ersten Empfehlungen in Richtung eines ausgewogenen, gesunden Selbstwertgefühls. Wesentlich dafür ist die Fähigkeit zwischen sich selbst und seinen Leistungen zu unterscheiden. ‚Ich bin gut und bin etwas wert, auch wenn meine Leistungen, mein Aussehen, meine Gemütsverfassung etc. nicht gerade die besten sind. Ich bin gut, auch wenn ich Fehler mache‘. Es geht um ein Leben im ‚Hier und Jetzt‘, um die Akzeptanz der eigenen Mängel und Fehler, um die Fähigkeit sich selbst, seine Ziele, Potenziale und Träume zu entdecken, um persönliche Integrität, um Ehrlichkeit, und schließlich um einen Grundbaustein für ein ausgewogenes Selbst, um das Lachen, die Freude am Leben und den Spaß dabei.

In der zweiten Hälfte des Buches gibt Mia Törnblom ganz konkrete Ratschläge, schließlich arbeitet sie mittlerweile als Personal Coach. Neun Kapitel lang partizipiert die Leserschaft an dem von der Autorin entwickelten Selbsthilfe-Instrumentarium. Ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einem gesunden Selbst ist das ‚Ich-bin-gut-Heft‘. Vorgestellt, oft in Checklistenformat und mit Platz zum Selberausfüllen werden aber auch das Konzept der ‚Traumliste‘, Motivationsübungen, Übungen zum Umgang mit der eigenen Gereiztheit, zum Umgang mit Unruhe, Unsicherheit, Angst und Traumata. Es geht um Wege hin zu einer eigenen Geistigkeit. Sehr listenmäßig und fast schon penibel wird es, wenn es um Punkte wie Zielplanung, Effektivität und Zeitplanung geht. Das letzte Kapitel fasst unter dem Titel ‚Ihr persönliches Programm‘ die grundlegenden Erkenntnisse und die wesentlichen Bausteine für ein Programm auf dem Weg zum gesunden Selbstwertgefühl zusammen.

Zitate

„Unangenehm ist noch etwas anderes, das oft im Gefolge eines geringen Selbstwertgefühls auftritt, nämlich die Selbstbezogenheit. Bei geringem Selbstwertgefühl sind wir so selbstzentriert und auf uns bezogen, dass wir glauben, alles habe mit uns zu tun. Wir übertreiben unsere eigene Bedeutung und sind dabei gleichzeitig unerhört verletzbar in Bezug auf andere, auf ihr Tun, ihre Kommentare, ihre Launen und so weiter.“

„Ich glaube, es schwer, liebevolle Beziehungen zu Menschen aufzubauen, wenn ein geringes Selbstwertgefühl dazwischensteht. Ein gutes Selbstwertgefühl ist die beste Waffe gegen Menschen, die vielleicht nicht immer unser Bestes wollen. Und mit einem guten Selbstwertgefühl können wir uns leichter von den Menschen abwenden, die schadenfroh und missgünstig sind. Wenn ich von einem Grundvertrauen getragen bin, wenn ich mich selbst mag und sicher fühle, ist es außerdem für andere leichter, mich zu mögen. Je ausgeprägter unser Selbstwertgefühl ist, umso mehr sind wir in der Lage, gesunde Beziehungen aufzubauen, die weder uns noch anderen schaden.“

„Ich bin davon überzeugt, dass ich mich von meinem Drogenmissbrauch nie mehr erholt hätte, wenn ich nicht gelernt hätte, über all das zu lachen, was ich in den Jahren habe und dem ich ausgesetzt war. Das Tragikomische darin zu entdecken. Humor ist ein Gottesgeschenk. Lachen und Freude sind Balsam für die Seele. Aber um über mich selbst lachen zu können und über das, was ich mitgemacht habe, musste ich mich erst mit meiner Geschichte versöhnen und mir selbst dafür vergeben, dass es so wurde, wie es wurde.“

„Meiner Ansicht nach dürfen wir uns alle Mögliche wünschen und erbitten. Allerdings glaube ich, dass wir für die materiellen Sachen schon selber sorgen müssen. Wir können um Geduld bitten und um den Willen zu kämpfen, sodass wir uns die Sachen schließlich selbst beschaffen können.“

„Ich bin auch fest davon überzeugt, dass ich nie von den Drogen weggekommen wäre, wenn ich mich nicht entschieden hätte, an eine Kraft zu glauben, die stärker ist als ich.“

Persönliche Bewertung

Eine Selbsthilfe-Entdeckung! Angenehm locker und undogmatisch.

4 von 5

Der Dschungel auf dem Markt für Selbsthilfe-Ratgeber ist dichtgewachsen. Hat man sich zufälligerweise den Weg zu dem Buch von Mia Törnblom gebahnt, wird man zumindest mit einem sehr persönlichen, zweifelsohne berührenden Erfahrungsschatz belohnt, den die Autorin in einer angenehm unterhaltsamen Sprache vorzutragen vermag. Sie erzählt von ihrem ganz persönlichen Lebensweg. Ihr hat die Entdeckung ihres eigenen Selbstwertgefühls (und die Entwicklung einiger Krücken in Form von Aufzeichnungen und Checklisten) dazu verholfen, zu einem erfüllten Leben zu finden. An keiner Stelle behauptet Mia Törnblom dabei, im Besitz der einzig seligmachenden Wahrheit zu sein. Sie will nur helfen und ihre ganz ureigenen Kenntnisse teilen. Das ist sehr sympathisch und erzeugt beim Lesen eine Offenheit all dem gegenüber, was die Autorin sagen will und zu sagen hat. So wird die Hemmschwelle, die ganz konkreten Vorschläge, die hier unterbreitet werden, zumindest einmal auszuprobieren, deutlich gesenkt. Und dabei merkt man schnell, wie es um das eigene Selbstwertgefühl eigentlich bestellt ist. Und bekommt sogar ein Gefühl dafür, wie ein Leben sein könnte, das auf einer versöhnlichen Einstellung zum eigenen Selbst beruht. Und wenn ein Selbsthilfe-Ratgeber das zu erreichen vermag, dann war es das sicher schon wert, dieses Buch zu lesen. Und vielleicht noch einmal zu lesen. Ob man sich wirklich an die umfangreichen Checklisten halten will, bleibt dabei jedem selbst überlassen. Auch das ist im Sinne der Autorin, der jede Art von Dogmatismus fremd ist. Schade eigentlich, dass die anderen Bücher der Schwedin Mia Törnblom noch nicht ins Deutsche übersetzt wurden.

Fazit

Eine Selbsthilfe-Entdeckung! Angenehm locker und undogmatisch beschreibt die Autorin ihren Weg zu sich selbst und wie sie dabei ihr Selbstwertgefühl entdeckte. Im zweiten Teil mit Tipps und Tricks zum selber üben.

Originaltitel
Självkänsla nu!
ISBN10
3423344733
ISBN13
9783423344739
Dt. Erstveröffentlichung
2008
Taschenbuchausgabe
176 Seiten

Eine Antwort zu
Was bin ich mir wert?

  1. Constanze

    Ich war heu­te bei einem Vor­trag, in Nor­we­gen, von die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Frau. Und sie schafft es wahr­haf­tig mit Fak­ten, Ernst­haf­tig­keit und doch einer grooo­ßen Por­ti­on Humor rüber zu brin­gen was wich­tig ist um Selbst­be­wußt­sein und Selbst­ver­trau­en auf­zu­bau­en und damit umzu­ge­hen.