Die Verschworenen (2)

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Loewe Verlag

Zusammenfassung zu “Die Verschworenen (2)”

Nachdem Ria, Aureljo, Dantorian, Tycho und Tomma ihre Abreise von den Schwarzdornen vorgetäuscht und stattdessen die Stadt unter der Stadt bezogen haben, gibt es kein Tageslicht mehr für sie. Tomma ist jedoch die einzige, die sich keinen Zeitvetreib sucht, der sie von ihrem Gefängnis ablenken könnte. Ria hilft auf dessen Erlaubnis hin Quirin in der Bibliothek – eine gute Gelegenheit, nach Jordans Chronik zu suchen, dem Buch, das sie zu finden hofft, seit sie die Sentinel in ihrer alten Heimatsphäre davon reden hörte. Schließlich vermutet sie, dass der Plan, sie und ihre Freunde zu beseitigen, im Zusammenhang mit der Chronik steht und erhofft sich Antworten auf die Frage, warum ausgerechnet sie Opfer wurden. Aureljo unterdessen plant mit Dantorian, sich in die nächstgelegene Sphäre einzuschleichen, um dort herauszufinden, was hinter dem Anschlag auf sie steckt und warum noch immer nach ihnen gesucht wird.

Zunächst lehnt Ria das gefährliche Vorhaben ab und hofft, Aureljo davon abzubringen. Doch dann wird Sandro, mit dem sie eine heimliche Liebesbeziehung begonnen hat und der bisher nur Stellvertreter war, zum Clanfürsten. Von einem auf den anderen Moment scheint er seine Gefühle für Ria zu ändern, und er stößt sie ohne Erklärung von sich. Ria ist entsprechend verletzt und beschließt, Aureljo und Dantorian in die Sphäre zu begleiten. So schleichen sich die drei Freunde unter falschen Identitäten als Arbeiter in die Sphäre ein und hoffen, hier Informationen und Antworten auf ihre Fragen zu finden. Zunächst ohne Erfolg, doch dann wird Ria durch einen Zufall von der Küche in den medizinischen Bereich versetzt. Hier beginnt sie nach und nach das furchtbare Geheimnis zu ahnen, das sie und ihre Freunde mit den Sphären und den Clans verbindet…

Wichtige Charaktere

  • Ria
  • Aureljo
  • Sandor
  • Dantorian
  • Tomma
  • Tycho
  • Quirin
  • Vilem
  • Fiore
  • Albina
  • Curvelli
  • Andris

Zitate

„Auf einen Extrastapel sortierte ich lesbare Bücher, die sich mit Familie, Kindererziehung und Ehe beschäftigen. All das ist für mich unbekanntes Terrain und ich brenne darauf, zu erfahren, wie diese Dinge vor der Langen Nacht gehandhabt wurden.
Allein die Menge an Werken, di sich mit Problemen bei der Aufzucht von Kindern beschäftigen, zeigt mir, dass der Sphärenbund zumindest in einem Punkt Recht hat: Etwas so Heikles und Schwieriges darf man nicht in die Hände von Laien legen, nur weil sie die biologischen Eltern sind.“

„Mein Kopf schmerzt von den geweinten Tränen und denen, die ich jetzt zurückhalte. Doch diesmal werde ich der Versuchung, ihnen freien Lauf zu lassen, nicht nachgeben. Ich will wieder vernünftige Gedanken fassen können – wir sind nur noch zu viert und ich kann nicht zulassen, dass weiterhin einer nach dem anderen sein Leben verliert.
Ich rufe mir Graukos Lektionen ins Gedächtnis zurück. Innere Ruhe finden, sie ist immer da, wenn man alles andere ausblendet.
Ich denke an eine schimmernde Glasfläche.
An lautlos fallende Schneeflocken.
An eine gleißende Sonne auf strahlendem Blau.
Mein Atem geht ruhig, meine Gedanken sind klar wie frisches Wasser.
Die Dinge liegen in deiner Hand, du kannst sie nach deinem Willen formen. Die Erinnerung an Graukos Stimme ist so gegenwärtig, dass ich meine, sie in meinem Kopf hören zu können.“

Trailer zum Buch

Alle Bände der Trilogie

1. Die Verratenen
2. Die Verschworenen
3. Die Vernichteten

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

Packender und anspruchsvoller zweiter Teil einer dystopischen Reihe

5 von 5

Der zweite Band von Ursula Poznanskis Trilogie beginnt mitten im Geschehen, in einer Situation, die den Unterschied zwischen Ria als Sphärenbewohnerin und den „Prims“ deutlich macht. Dieser Einstieg ist ebenso packend wie passend, denn der Gegensatz zwischen den Bewohnern Außerhalb, bei denen Ria und ihre Freunde Unterschlupf gefunden haben, und den behütet aufgewachsenen Studenten des Sphärenbundes ist eines der wichtigsten Motive dieser Geschichte. Im ersten Band wandelte sich Rias Verständnis der Welt, wie sie ihr von Kinderbeinen an dargestellt wurde, langsam und stetig, bis ihre Sympathien dem Clan der Schwarzdornen gelten und sie nur noch Entsetzen und Abscheu empfindet angesichts der Skrupellosigkeit der Sphärenoberen. Interessanterweise bricht dieser Band diese Einschätzung am Ende wieder vollkommen auf, sodass es kein eindeutiges „Gut“ oder „Böse“ auf einer der beiden Seiten mehr geben kann.

Die Geschichte erleben die Leser durchgängig aus Rias Perspektive, die als Ich-Erzählerin durch die Handlung führt. Trotz ihrer guten Ausbildung, die auf nüchterne Analysen und gezielte Manipulation ihrer Gestik und Mimik abzielte, erwachen in Mia in diesem Band zunehmend die Emotionen und sie muss lernen, dass diese sich nicht so einfach steuern lassen, wie es ihr hilfreich wäre. Neben der nicht unproblematischen festen Beziehung zu Aureljo, die Ria bisher nicht hinterfragte, dessen gefährliche Pläne sie jedoch nicht gutheißen kann, entwickelt sich die Zuneigung und Leidenschaft zwischen Ria und Sandor, sodass „Die Verschworenen“ neben den dystopischen und Thriller-Elementen auch eine Liebesgeschichte bereithält. Und es ist eine dramatische, die eine plötzliche radikale Wendung nimmt.

Doch auch Leserinnen, die nichts für Love Stories übrig haben, kommen bei Ursula Poznanski nicht zu kurz, denn sie erzählt vielschichtig genug, um Langeweile zu unterbinden. Die dystopische Welt, deren Verstrickungen und historische Entwicklung in diesem Band durch Jordans Aufzeichnungen ein wenig mehr offenbart werden, bietet genug Tiefe und Faszination für eine Trilogie. So mag man der Autorin vorwerfen, sie springe auf den momentan sehr populären Zug der dystopische Trilogien auf, Tatsache ist jedoch: Im Unterschied zu manch vergleichbaren Werken bietet ihre Geschichte jedoch tatsächlich so viel, dass drei Bände vollkommen gerechtfertigt, ja sogar notwendig sind, um der Handlung die nötige Tiefe zu verleihen.

Neben der fesselnden Handlung, die mit überraschenden Wendungen bis zum Schluss für Hochspannung sorgt, überzeugt Ursula Poznanski auch tiefgründige Leser mit sozialkritischen Anspielungen, die sich aus Unterschieden zwischen den verschiedenen Schichten (als Mia das Leben einer Arbeiterin in den Sphären kennenlernt), aus den Vorurteilen gegenüber dem Unbekannten auf beiden Seiten oder den politischen Verflechtungen herauslesen lassen. Anregungen zum eigenen Nachdenken gibt es viele: So etwas die Frage, was der Einzelne gegen ein mächtiges System unternehmen kann, oder welchen Wert alltägliche Dinge wie der freie Himmel bekommen können, wenn sie einem Menschen verboten sind.

Fazit

Ursula Poznanski bietet auch in ihrem zweiten Band der Trilogie Spannung, vermischt mit genau der richtigen Dosis an Tiefsinn und ihrem gewohnt anspruchsvollen Schreibstil. Eine Leseempfehlung für alle Fans dystopischer Romane, die auf Anspruch und Sprache Wert legen.

ISBN10
3785575475
ISBN13
9783785575475
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe:
464 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 14 Jahren