Vegan For Fun

Junge vegetarische Küche

Autoren
Verlag
Becker Joest Volk Verlag

Zusammenfassung zu “Vegan For Fun”

Das großformatige Hardcover-Kochbuch „Vegan For Fun“ beginnt mit einer Einleitung über den Werdegang des Buches und die persönliche Motivation des Autors (der vorher schon drei andere vegane Kochbücher publiziert hatte), dieses Buch zu veröffentlichen. Es schließen sich das Inhaltsverzeichnis an sowie ein langer Einführungsteil. Hier wechseln sich ganzseitige Fotor des Autors vor verschiedenen Berliner Kulissen mit Abschnitten über die gesundheitlichen und ethischen Gründe für eine vegane Ernährung, Hinweisen für den Start in die vegane Ernährung (oder zumindest eines Lebens mit einem veganen Tag in der Woche). Im Teil „Wie alles begann“ liest man über die Historie des Autors, der vom übergewichtigen Fast Food Konsumenten zum sich vegan ernährenden Sportler wurde, über seine persönliche Sichtweise in Bezug auf den Veganismus („Doktrinen sind out“) und sein „Fitness-Konzept“. Den Abschluss bildet eine kurze Abhandlung über die Chancen von Facebook und Communities unter dem Titel „Vegan 2.0“.

Der Rezeptteil gliedert sich in eine kurze Einführung mit Grundlagen der veganen Küche sowie verschieden Rezeptkapitel: Hauptgerichte im Kapitel „Richtig Satt“, Partyfood im Kapitel „Veggie-Party“, Speisen zum Mitnehmen im Kapitel „Vegan To Go“, gesunde und leichte Rezepte im Kapitel „Leicht und lecker“ und Süßspeisen und Gebäck im Kapitel „Süße Belohnungen“. Den letzten Teil füllen Tipps zum Thema Einkaufen, vegane Alternativen zu Tierprodukten, verstecke Tierprodukte, Küchengeräte ud Webadressen – verschiedene Online-Shops wie ie von Rapunzel und anderen Sponsoren sowie die Seite des Vegetarierbundes. Mit dem alphabetischen Index und dem Dankwort endet das Buch.

Auszug aus den Rezepten

Attilas Spaghetti Tofubolognese
Döner
Tagliatelle mit grünem Spargel in Safran-Orangen-Creme
Kartoffelsalat mit Mayonaise
Knusprige Tofunuggets mit selbst gemachtem Curry-Ketchup
Best Müsliriegel in Town
Matcha-Shake
Attilas Cremeschnitte
Donauwelle
Mandarinen-Joghurt-Torte
Mousse Black’N’White

Zitate

„Ich halte nicht viel von Muckibuden, synthetischen Eiweißshakes und Stiernacken. Trainiere, ohne dich zu überfordern, iss knackig und bunt und gib deinem Körper genug Zeit zu regenerieren. Mein Fitnesstraining dient primär meinem Wohlbefinden: Nichts empfinde ich als angenehmer, als mich nach einem morgendlichen Waldlauf mit ein paar zwischengeschobenen Sit-Ups und Liegestützen unter eine heiße Dusche zu stellen und danach mit einem leckeren Pancake-Frühstück den Tag zu beginnen.“

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag
Website zum Buch mit Rezepten

Persönliche Bewertung

Gleichzeitig ein Lifestyle-Kochbuch und eine Art Autobiographie des Autors

3 von 5

Gleich vorweg: In einer Rezension haben persönliche Meinungen zum Autor wenig verloren, und in eine sinnlose Debatte der Art „dieser oder jener Vegankoch ist der Bessere/Sympathischere/Überzeugendere“ sollte sie sich erst recht nicht einmischen. Das Problem mit diesem Buch: Von 192 Seiten insgesamt bestehen etwa 50 Seiten aus ganz- oder doppelseitigen Fotos des Autors und seiner Lebensgeschichte sowie seinem Bericht, wie er als sich vegan ernährender Mensch im Leben zurecht kommt. Dass in einem solchen Buch nicht allein die Rezepte bewertet werden können, sondern auch die Autobiographie in die Bewertung mit eingeht, sollte naheliegen. Man kommt daher nicht umhin, sich auch mit dem Verfasser, mit Attila Hildmann selbst, auseinanderzusetzen, jenseits von persönlicher Sympathie und so objektiv wie möglich.

Für wen ist dieses Buch gedacht, wer hat es gebraucht? Grundsätzlich ist ein eklatanter Unterschied zu den regelmäßig erscheinenden, sehr bodenständigen thematischen veganen Kochbüchern des pala Verlages festzustellen. Schon der Untertitel des Buches sagt aus, für wen das Buch konzipiert ist: „Junge vegetarische Küche“. Genau dieser Eindruck bestätigt sich: Es geht hier nicht einfach nur um Rezepte. Veganismus soll als Lifestyle verkauft werden, jungen Menschen soll gezeigt werden, wie einfach die Umstellung sein kann, welche Vorteile sie bringt und dass Veganismus nichts mit verbohrten Doktrinen zu tun haben muss. Vor diesem Hintergrund ist sicherlich die seitenweise Selbstdarstellung des Autors zu verstehen, der sich selbst als bestes Beispiel eines ehemaligen übergewichtigen Fast Food Junkies präsentiert, der sich inzwischen vegan ernährt. Ein Ansatz, der sicherlich für eine bestimmte Zielgruppe aufgeht: Menschen unter 25, die sich in einem bestimmten Umfeld bewegen, dürften sich davon tatsächlich angesprochen fühlen, sofern sie denn Attila Hildmann sympathisch und überzeugend finden. (Dem einen oder anderen, der etwas kritischer ist, ist vermutlich auch Hildmanns größter „Konkurrent“, der vegane Koch Björn Moschinski, sympathischer, in dessen Buch „Vegan Kochen für alle“ die Selbstdarstellung etwas weniger umfangreich ausfällt und der konsequenter und ganzheitlicher erscheint, indem er insgesamt vegan lebt – nicht nur isst – und auf den Fotos fair und biologisch produzierte Kleidung von Greenality – keine fragwürdig produzierte Markenkleidung – trägt.) Zu welcher Gruppe man gehört, muss jeder selbst entscheiden. Wer über ein gewisses Alter hinaus ist, dem könnten die teilweise schon sehr gewollten hippen Bilder und die betont trendige Schreibweise des Buches („Dieses Kapitel ist allen Party-People gewidmet.“) auf die Nerven fallen. Damit liegt Attila Hildmann vermutlich im Trend der Zeit, ähnlich eines Jamie Oliver für vegane Rezepte. Ob man das mag oder nicht, ist schlicht Geschmackssache.

Inhaltlich sind vor allem die großartigen Fotos zu loben – ganzseitige, sehr gekonnte Bilder setzen die Rezepte gut in Szene und machen Appetit. Die Fotos wirken ebenso professionell wie ansprechend. Die Rezeptseiten selbst sind klar strukturiert mit hilfreichen Extra-Tipps unter jedem Rezept. Zu kritisieren sind die mangelnden Alternativen für alkoholische Zutaten – nicht jeder Mensch möchte mit Alkohol kochen und auch für Kinder sind Rezepte mit Alkohol nicht unbedingt geeignet. Hier wären alkoholfreie Alternativen, wie man sie in vielen Rezeptbüchern finden kann, schön gewesen. Die Angabe der Zubereitungszeit ist zwar positiv, doch scheint sie bei einigen Rezepte sehr knapp bemessen – gerade, wenn ein Rezept das erste Mal ausprobiert wird, dauert es mit Sicherheit oft um einiges länger, als die Zeitangabe aussagt. Auch ist die Zubereitung nicht immer ganz folgerichtig und mitunter schwer wörtlich zu befolgen. Manche Arbeitsschritte lassen sich einfach nicht gleichzeitig ausführen, es werden Zutaten in der Anleitung einfach vergessen oder die Angabe der Menge ist etwas zweifelhaft. (Vermutlich lassen sich diese Mängel damit erklären, dass der Autor sich das Kochen selbst beigebracht hat, aber selbst ein Autodidakt kann durch mehrmaliges Ausprobieren eines Rezeptes dafür sorgen, dass tatsächlich alles stimmt.) Einige Rezepte lassen ein wenig die Kreativität vermissen, andere bieten wirklich ausgefallene Kreationen.

Fazit

Wer sich an der hippen Selbstdarstellung des Autors nicht stört und sich von kleinen Fehlern in den Rezepten nicht abschrecken lässt, erhält ein Kochbuch mit vielseitigen Rezepten (die jedoch viel Fast Food, „veganisierte“ Rezepte und kalorienlastige Gerichte enthalten, soviel sollte man vorher wissen) und großartigen Fotos. Alle anderen fragen sich, ob es nicht zwischen hippen Lifestyle-„Veganern“, die das Ganze nicht so ungeheuer ernst nehmen (vor dem Hintergrund könnte man den Titel „Vegan For Fun“ als „Vegan aus Spaß“ übersetzen) und ultrakonsequenten und verbissenen Veganern mit ihren Pöbeleien nicht auch ein Mittelmaß gibt. Merke: Doktrine und Konsequenz sind nicht das Gleiche!

ISBN10
3938100710
ISBN13
9783938100714
Dt. Erstveröffentlichung
2011
Gebundene Ausgabe
192 Seiten

Eine Antwort zu
Vegan For Fun

  1. Adela

    Also – mir ist das Buch zu groß und zu bunt für die Küche. Die Koch­bü­cher vom Pala-Verlag sind für mich pas­sen­der: hand­li­ch und – vor allem – ohne „Fir­le­fanz“!

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