Vango (2) – Prinz ohne Königreich

Autoren
Übersetzer
Sabine Grebing
Tobias Scheffel
Verlag
Gerstenberg Verlag
Anspruch
5 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Vango (2) – Prinz ohne Königreich”

Es ist 1936. Vango sucht nach Cafarello, dem Mörder seiner Eltern, um ihn über seine Eltern und seine Herkunft zu befragen. Dabei trifft er Zefiro wieder, der ihm das Leben rettet und folgt ihm nach New York. Dort beobachten sie gemeinsam von einem unvollendeten Wolkenkratzer das Empire State Building, in dem sich Viktor einquartiert hat Zefiro heckt einen Plan aus, um endlich an Viktor heranzukommen. und ihn töten zu können, denn nur dafür hat er seine Insel und sein verstecktes Kloster verlassen. Nach Viktors Tod werden Vango und auch das versteckte Kloster mit den Mönchen endlich wieder sicher sein. Vango findet gleichzeitig Hinweise auf Cafarello, der in „Sing Sing“ in der Todeszelle sitzen soll, nachdem er ein Mädchen von einer Brücke stieß. Als Vango jedoch auf „Sing Sing“ ankommt, wurde der Häftling bereits hingerichtet. Was Vango zunächst nicht weiß: Seine letzten Worte waren „Ich bin nicht Cafarello.“

Viktor ist währenddessen noch immer hinter Vango her. Gleichzeitig sucht ein junger Russe namens Andrej nach ihm. Er muss Vango finden und seinen mächtigen Erpressern ausliefern, um seine Familie zu retten. Andrej verfolgt eine Spur bis nach Schottland, wo Ethel mit ihrem Bruder wohnt. Seit dem Abschied von Vango lenkt sich Ethel mit dem Bau eines Flugzeuges ab. Andrej erhofft sich bei ihr Hinweise auf Vangos Aufenthaltsort. Maulwurf unterdessen hat Andrej aus den Augen verloren und Kommissar Boulard wird von Viktor Voloi erpresst. Um ihm zu helfen und Voloi das Druckmittel zu nehmen, bringt Maulwurf seine Mutter bei Ethel in Schottland in Sicherheit. Daneben macht die politische Situation in Europa allen Akteuren zu schaffen, denn das Naziregime breitet sich weiter aus, der Zweite Weltkrieg zeichnet sich ab. Darunter zu leiden hat auch Hugo Eckener, dessen Luftschiff der neuen Naziherrschaft unterstellt wurde. Eckener wird von seinem alten Kameraden und Freund Esquirol um einen Gefallen gebeten, der gefährlich für ihn werden wird, ihrem gemeinsamen Freund Vango jedoch zugute kommt…

Wichtige Charaktere

  • Vango Romano
  • Ethel und ihr Bruder Paul
  • Maulwurf
  • Pater Zefiro
  • Doktor Hugo Eckener
  • Kommissar Auguste Boulard
  • seine Mutter Marie-Antoinette Boulard
  • Avignon
  • Giovanni Cafarello
  • Voloi Viktor
  • Andrej
  • Laura Viaggi

Zitate

„Und Zefiro lauschte dieser Geschichte von Mord, Piraten und einem Schatz. Eine Geschichte, wie man sie Kindern erzählt. Er ließ sich den Namen des Verbrechers wiederholen: Cafarello. Als Vango dieses eine Wort sagte, glaubte man, eine stählerne Klinge auf seiner Zunge zu sehen, aber mit leuchtenden Augen fügte er hinzu: ‚Ich werde ihn finden. Er wird mir alles sagen.‘
Und Zefiro verstand seinen Freund. Vango gierte nicht nach dem Gold und den Edelsteinen, auch nicht nach dem Honig der Rache. Das einzig Kostbare, das er wollte und das Giovanni Cafarello besaß, war das Geheimnis dieses Schiffes, dieses Mannes und dieser Frau, die Vafarello auf dem Grund des Meeres versenkt hatte. Denn der Verbrecher wusste bestimmt, wer Vangos Eltern waren, von welchem Stern das Kind betäubt auf den schwarzen Kies Siziliens gefallen war.
In seinem tiefsten Innern suchte Vango nur diesen einen Schatz, das Geheimnis seines Lebens.“

Alle Bände der Reihe

1. Zwischen Himmel und Erde
2. Prinz ohne Königreich

Links

Leseprobe beim Verlag

Persönliche Bewertung

Mitreißender, kluger und tiefsinniger zweiter Band

5 von 5

„Prinz ohne Königreich“ sollte nicht unabhängig vom ersten Band gelesen werden, zu komplex sind die Verstrickungen, zu vielschichtig die Handlungsstränge, zu zahlreich die Charaktere und ihre Verbindungen zueinander. Zwar gibt es einen kleinen Rückblick auf den ersten Band, der reicht jedoch nicht aus, um das Buch ausreichend zu verstehen.

Timothée de Fombelle schreibt grandios und fesselnd, ebensolches Lob gebührt jedoch auch Sabine Grebing und Tobias Scheffel für ihre großartige Übersetzung. Begleitet und geschildert wird die Geschichte von einem auktorialen Erzähler. Die Sprünge zwischen Schauplätzen und Charakteren sind mitunter etwas verwirrend, sorgen aber auch für eine äußerst vielschichtige Handlung.

Die Geschichte spielt vor der düsteren Kulisse des zweiten Weltkrieges, es gibt jedoch nebenbei einen Hoffnungsschimmer in Form des Widerstands aus Soldaten, die sich ungeachtet ihrer verschiedenen Nationen ein Versprechen geben, das sie nun Jahre später einhalten. Jeder der einzelnen Charaktere leistet nach seinem Vermögen Widerstand, trägt seinen Teil dazu bei, das Versprechen einzulösen. De Fombelle zeigt am Beispiel Eckener auf, wie schwierig es war, sich zu widersetzen, wie schmal der Grat zwischen Gefährdung des eigenen Lebens und Verrat der eigenen Ideale sein konnte.

Auch der zweite Teil von „Vango“ lebt von seinen eigenwilligen Charakteren, die das Buch so liebenswert machen. Natürlich gibt es zum Ausgleich auch abstoßende Charaktere, es gibt Verrat und Skrupellosigkeit, Figuren, die das vollkommene Fehlen von Gerechtigkeitssinn symbolisieren. Auffällig sind die starken Frauenfiguren in der Geschichte, Ethel und Maulwurf, die keinem klassischen Frauenklischee entsprechen. Doch auch von anderen Charakteren wie Zefiro und Vango selbst zeichnet de Fombelle ein tiefgründiges Bild und stellt ihre emotionalen Motive als Erklärung für ihr Handeln dar.

In jeder Hinsicht ist Timothée de Fombelle ein großartiger Erzähler, dem auf beeindruckende Weise eine tragische, fesselnde und bis zur letzten Seite überraschende Geschichte gelungen ist. Die Handlung ist gespickt von rasanten Kämpfen und Verfolgungen, die sich mit leiseren und nachdenklicheren Passagen wie unaufdringlichen Liebesgeschichten (erfreulich frei von Kitsch und Klischees) abwechseln. Es geht um Werte wie Liebe, Treue und Widerstand, um den Versuch der Selbstaufgabe und den Neuanfang.

Fazit

Ein poetisches, nachdenkliches, tiefsinniges, fesselndes, abenteuerliches und sprachgewaltiges Buch für alle Leser und Leserinnen ab 12 Jahren, die anspruchsvolle Geschichten vor einer realen historischen Kulisse schätzen.

Originaltitel
Vango. Un prinse sans royaume
ISBN10
3836954761
ISBN13
9783836954761
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Gebundene Ausgabe
416 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 12 Jahren

Eine Antwort zu
Vango (2) – Prinz ohne Königreich

  1. Ilona

    Also soviel ich gele­sen habe ist das Ethel und ihr Bru­der PAUL

  2. Ilga

    Lie­be Ilo­na, dan­ke für den Hin­weis. Natür­lich heißt der Bru­der Paul; kei­ne Ahnung aus wel­chem Buch Tom kam :)