Sputnik Sweetheart

Autoren
Übersetzer
Ursula Gräfe
Verlag
Dumont Buchverlag

Zusammenfassung zu “Sputnik Sweetheart”

Sumire ist eine außergewöhnliche junge japanische Frau Anfang 20. Mit ihrem besten Freund – dem Erzähler der Geschichte, einem jungen Mann, der als Grundschullehrer arbeitet – verbindet sie eine ganz besonders innige, jedoch vollkommen platonische Beziehung. Während der Erzähler in Sumire verliebt ist und sich mehr mit ihr vorstellen kann, hegt sie keinerlei sexuelle Gefühle für ihn. Stattdessen verliebt sie sich in eine 17 Jahre ältere verheiratete Frau, die sie auf einer Hochzeit kennen lernt, Miu. Miu schlägt Surime vor, für sie zu arbeiten, anfangs 3 Tage die Woche, später 5 Tage. Surime verändert sich, trägt schickere Kleidung und scheint sich von ihrem besten Freund zu entfernen. Dann nimmt Miu Surime mit auf eine Reise nach Europa, sie bereisen Italien, Frankreich und Griechenland. Letztendlich verbringen sie einige Wochen auf einer kleinen griechischen Insel. Bis Miu sich bei Surimes bestem Freund meldet und ihn bittet, so schnell wie möglich auf die kleine Insel zu kommen. Als er ankommt, erfährt er, dass Surime seit Tagen verschwunden ist…

Wichtige Charaktere

  • der Erzähler, ein junger Mann
  • Sumire
  • Miu

Zitate

„Im Frühling ihres zweiundzwanzigsten Lebensjahres verliebte sich Sumire zum allerersten Mal. Heftig und ungezügelt, wie ein Wirbelstum über eine weite Ebene rast, fegte diese Liebe über sie hinweg. Ein Sturm, der alles niedermäht, vom Boden fegt und hoch in die Lüfte schleudert, wahllos in Stücke reißt, wütet, bis kein Ding mehr auf dem anderen ist. Ohne in seiner Kraft auch nur für einen Augenblick nachzulassen, braust er über die Meere, legt Angkor Wat erbarmungslos in Schutt und Asche, setzt einen indischen Dschungel mitsamt seinen bedauernswerten Tigern in Brand und begräbt als persischer Wüstenwind eine orientalische Festungsstadt im Sand. Kurzum, es ging um eine Leidenschaft von manumentalen Ausmaßen.“

„Würde man aus einem ohnehin unvollkommenen Leben auch noch alles Überflüssige streichen, bliebe wohl nicht mehr viel davon übrig.“

„Wenn ich über mich selbst spreche, gerate ich leicht in Verwirrung. Immer wieder stolpere ich über das Paradox der uralten Frage ‚Wer bin ich?‘. Natürlich gibt es keinen anderen Menschen auf der Welt, der über so viele Informationen über mich verfügt wie ich, der mehr über mich erzählen könnte als ich. Aber wenn ich von mir erzähle, kommt es unweigerlich dazu, dass ich als Erzähler durch verschiedene Faktoren – meine Wertvorstellungen, meine emotionalen Eigenarten und meine Perspektive als Beobachter – mein erzähltes Ich beeinflusse und beschneide. In welchem Maß entspricht mein von mir erzähltes Ich überhaupt noch den objektiven Fakten? Diese Frage hat mich schon immer sehr beschäftigt.“

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Leseprobe beim Verlag

Persönliche Bewertung

Interessante Erzählung zum Thema Begehren, Beziehungen und der Suche nach sich selbst.

4 von 5

Haruki Murakami schreibt großartig, so viel ist sicher. Seine Geschichte zeichnen sich nicht selten durch eine psychologische Tiefe aus, die viele andere zeitgemäße Autoren vermissen lassen. „Sputnik Sweetheart“ ist da keine Ausnahme, auch hier geht es um die Konflikte seiner beiden Hauptcharaktere, um Nähe, um unerfüllte Erwartungen, Begehren und letztendlich auch die Suche nach sich selbst. Der Geschichte selbst fehlt manchmal eine gewisse Spannung, die Handlung ist schnell erzählt. Was das Buch spannend macht, sind die Gedanken seines Erzählers und die geheimen Aufzeichnungen Sumires, die der Erzähler nach ihrem Verschwinden findet. Die tiefsinnigen Überlegungen der Hauptcharaktere regen dazu an, über das eigene Leben nachzudenken, zum Zurücklehnen und Seichte-Unterhaltung-Genießen eignet sich das Buch jedoch weniger.

Fazit: Ein interessantes Buch, gut erzählt und mit tiefgründigen Gedanken, jedoch nicht die spannendste Geschichte.

Originaltitel
Supotoniko no Koibito
ISBN10
3832161007
ISBN13
9783832161002
Dt. Erstveröffentlichung
2004
Taschenbuchausgabe
240 Seiten