Sommergeschichten

Autoren
Übersetzer
Dorothee Asendorf
Margarete Längsfeld
Verlag
Rowohlt Taschenbuch Verlag (rororo)

Zusammenfassung zu “Sommergeschichten”

Die Geschichten sind alle nach dem gleichen Muster aufgebaut: eine schwierige zwischenmenschliche Beziehung, eine verlorene Liebe, eine Familientragödie, die durch einen glücklichen Zufall aufgelöst und zum Guten gewandt werden, bis zu einem „Ende gut, alles gut“-Schluss. Der junge Bauer, der von seiner Freundin zurückgestoßen wird, als er ihr seine Liebe gesteht, die jedoch schließlich doch merkt, dass ihr Verlobter nicht der Richtige für sie ist; die Familie in armen Verhältnissen, die unter ihrem scheußlichen Garten leidet, doch kein Geld für eine Renovierung aufbringt, und der wie durch ein Wunder ein ungeliebter Onkel, der sich als Wohltäter entpuppt, unter die Arme greift… in allen Geschichten spielen sympathische Charaktere die Hauptrolle, mit denen der Leser sympathisieren und sich in ihre Schicksal hineinfühlen soll.

Da es sich um Kurzgeschichten handelt, sind weder die Charaktere selbst, noch die Beziehungen oder Familiengeschichten tiefgründiger beschrieben, die Geschichten halten sich strikt an der Oberfläche, um nach wenigen Seiten zu einem für die Charaktere überraschenden, für den Leser jedoch vorherzusehenden Happy End zu gelangen.

Zitate

„Jill dankte dem Gemüsehändler und zockelte weiter. Kurz darauf bog sie in ihre Straße ein, wo die georgianischen Häuser einst prachtvoll gewesen und die Bürgersteige breit und gepflastert gewesen waren. Seit sie geheiratet hatte und in diese Gegend gezogen war, hatte sie gelernt, sich mit dem Verfall ringsum abzufinden, den schmuddeligen Farben, den kaputten Geländern, den finsteren Souterrains mit den schmutzigen Vorhängen, den feuchten Steinstufen, auf denen Farne sprossen. Doch in den letzten zwei Jahren zeigten sich in der Straße vielversprechende Anzeichen von Verbesserung. Hier wechselte ein Haus den Besitzer, Gerüste wurden angebracht, große städtische Container standen am Straßenrand und füllten sich mit Schutt aller Art. Dort erhielt eine Souterrainwohnung einen frischen weißen Anstrich, Geißbatt wurde in einen Topf gepflanzt und erreichte in kürzester Zeit das Geländer, umschlag es mit von Blüten überladenen Zweigen. Nach und nach wurden Fenster erneuert, Tür- und Fensterstürze repariert, Haustüren glänzend schwarz oder kornblumenblau gestrichen, Messinggriffe und Briefkästen wurden auf Hochglanz gebracht. Eine neue und kostspielige Flotte von Autos parkte am Bürgersteig, und eine vollkommen neue und kostspielige Flotte von Müttern brachte ihre Sprösslinge zur Straßenecke uind holte sie von Kinderfesten ab; die Kleinen trugen Luftballons, Pappnasen und Papierhüte.“

Weitere Bände der Reihe

Frühlingsgeschichten
Herbstgeschichten
Wintergeschichten

Persönliche Bewertung

seichte und recht rührselige Urlaubsgeschichten mit vorhersehbarem Ende

2 von 5

Rosamunde Pilcher schreibt nett, jedoch nicht auf besonders hohem Niveau, ihre Landschaftsbeschreibungen sind mitunter zauberhaft, die Beziehungen zwischen ihren Charakteren jedoch zu rührselig und klischeehaft, die Geschichten enden zu vorhersehbar und entbehren jeder Spannung. Wer emotionale Familiengeschichten in wunderschöner Kulisse mit wesentlich mehr Tiefgang und Weisheit lesen möchte, sollte sich lieber an Lucy Maud Montgomerys Geschichten von den Prince Edward Islands halten.

ISBN10
3499232162
ISBN13
9783499232169
Dt. Erstveröffentlichung
1999
Taschenbuchausgabe
176 Seiten