Schnüffelnasen an Bord

Autoren
Illustrator
Daniel Napp
Verlag
Thienemann Verlag
Anspruch
4 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
4 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Schnüffelnasen an Bord”

Der Hund Hubertus hatte große Karrierepläne, doch seine Fleischwursitis – eine unstillbare Gier nach Fleischwurst – verhindert jeden Beruf, den er beginnt. So landet er im Tierheim, wo er den weitgereisten Floh Pock kennenlernt. Der überredet ihn, sich als Detektivduo auf die Jagd nach den beiden Juwelendieben zu machen, die Hubertus als Wachhund davonkommen ließ. Und so reißen die beiden neuen Freunde aus dem Tierheim aus und machen sich auf die Suche nach der ersten Spur. Die „Schnüffelnasen“ sind geboren.

Dank Hubertus‘ guter Nase finden sie dass Gaunerpärchen Kitty und Toni, das gerade seinen nächsten Raub plant. Die schwedische Königsfamilie plant, auf dem Ozeandampfer Queen Brittanica nach New York zu reisen, mitsamt den Kronjuwelen. Die Gauner planen, den Tresor während der Überfahrt zu knacken, indem sie sich als Bedienstete des Luxusschiffs ausgeben. Hubertus und Pock schmuggeln sich ebenfalls an Bord und warten auf die Gelegenheit, die beiden Diebe auf frischer Tat zu ertappen…

Wichtige Charaktere

  • der Hund Hubertus
  • der Floh Nullesockpock, genannt „Pock“
  • Rasierwassertoni und Lakritzkitty
  • die schwedische Prinzessin

Zitate

„‚Fleichwursitis nervosa‘ erklärte mir meine Mutter. ‚Nervöses Fleischwurst-Syndrom. Zu hundert Prozent vererblich. Du kannst machen, was du willst, irgendwann wird dir eine Fleischwurst in die Quere kommen. Es tut mir leid, mein Sohn, aber auch dir wird es nicht anders ergehen als deinem Vater, deinem Großvater und deinem Urgroßvater. Finde dich damit ab, dann kannst du ein glücklicher, normaler und braver Familienhund werden.'“

„Hubertus trabte staunend durch ein Labyrinth aus kahlen Kellergängen, vorbei an Werkstätten, Frachträumen und Lagern, in denen schwere Kisten zu hohen Türmen gestapelt standen. Ein Chinese, der einen großen Wäschewagen hinter sich her zog, lachte, als er Hubertus sah und schenkte ihm sein Käsebrötchen. Höllisch aufpassen musste er allerdings vor den vielen Gabelstaplern, die ständig kreuz und quer durch die Gänge ratterten. Hinter dem Wäschewagen aber war es sicher, und so lief er eine Weile dem Chinesen hinterher und kaute sein Käsebrötchen.“

Alle Bände der Schnüffelnasen

Schnüffelnasen an Bord
Schnüffelnasen auf Schatzsuche
Manege frei für die Schnüffelnasen

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Persönliche Bewertung

Hund und Floh als Detektive - Vorlesegeschichten mit Witz

4 von 5

Daniel Napp dürfte den meisten Kindern und Eltern vor allem durch seine Dr. Brumm Bilderbücher bekannt sein. Mit den „Schnüffelnasen“ zeigt der Autor, dass er auch gute Vorlesebücher schreiben und illustrieren kann. Für die beiden Hauptpersonen wählt er in dieser Reihe sowohl ein beliebtes „Haustier“, als auch ein eher unbeliebtes Tier, einen Floh. Diese beiden so unterschiedlichen Charaktere ermöglichen einen interessanten Perspektivwechsel, wenn Kinder die Welt durch die Augen eines so kleinen Lebewesens erleben. Hubertus zeigt dagegen, dass man sich nicht damit abfinden muss, wegen einer angeborenen Krankheit zu einem Leben verdammt zu sein, das man sich nicht ausgesucht hat. Er überwindet mit Hilfe seines Freundes sein Problem und muss seine Tage nicht als „Familienhund“ fristen, sondern wird zum Helden.

Die farbigen und humorvollen Illustrationen von Daniel Napp passen sehr gut zur Geschichte, der Schreibstil ist einfach und lässt sich gut vorlesen oder von Erstlesern selbst lesen, die schon ein wenig Erfahrung mit Büchern haben. Zwar ist der Verlauf der Handlung der Zielgruppe entsprechend recht einfach gehalten, doch bleibt die Geschichte bis zum Schluss spannungsvoll, wo sie mit einer überraschenden Wendung endet. Die Jagd der Verbrecher ist dabei in keiner Situation wirklich gefährlich und damit für die Zielgruppe ab 6 Jahren angemessen. Besonders hervorzuheben ist Napps Kreativität, die sich in den Namen der Charaktere, in der „Fleischwursitis“ oder im Lesen des Flohs zeigt: Flöhe können nicht lesen und vorlesen, sondern nur „flesen“ und „vorflesen“: Sie erfassen Worte und Sätze, indem sie die Formen der Buchstaben nachhüpfen und sie damit erkennen!

Doch die Vorlesegeschichten in diesem Buch unterhalten nicht nur, sie geben Kindern auch einen kleinen Einblick in das Leben auf einem Ozeandampfer. Im Vorsatz des Buches werden verschiedene Decks des Schiffes benannt, und im Verlauf der Geschichte gibt es einiges über das Leben an Bord zu lernen, die Übelkeit, die vielen Bediensteten und die Unterschiede zwischen Passagieren und Arbeitern. Zwar wird dies im Buch nicht konkret angesprochen, doch eignet es sich dennoch gut, um mit Kindern über das Leben und die Unterschiede auf Luxusschiffen zu sprechen: Auf der einen Seite die reichen Passagiere in ihren Luxussuiten, auf der anderen Seite die Bediensteten, die in fensterlosen Decks hart für das angenehme Leben der Privilegierten arbeiten müssen. Positiv zu erwähnen sind auch die Illustrationen der Prinzessin, die zwar blond ist, jedoch eine Brille trägt – ganz entgegen der Klischees der makellosen Disney-Prinzessinnen (und sicherlich ein kleiner Trost für brilletragende Kinder).

Fazit: Ein humorvolles Vorlesebuch und ein erster Band einer Reihe, die durch ihre beiden ungleichen Charaktere und Daniel Napps einzigartige Illustrationen überzeugt.

ISBN10
3522179099
ISBN13
9783522179096
Dt. Erstveröffentlichung
2007
Gebundene Ausgabe
108 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren

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