Sandor (2) – Abenteuer in Transsilvanien

Autoren
Illustrator
Christian Puille
Verlag
Glückschuh Verlag

Zusammenfassung zu “Sandor (2) – Abenteuer in Transsilvanien”

Der Junge Jendrik verreist mit seiner Mutter, seinem kleinen Bruder und dem Kinderpsychologen Dr. Hans Belz in die Heimat seines neuen Freundes Sandor, einer sprechenden Fledermaus mit Knick im linken Ohr. Das Geld für die Reise nach Transsilvanien stammt aus dem Finderlohn des Schatzes, den die beiden im ersten Band der Reihe gefunden haben. Schon auf dem Flughafen zeichnet sich das nächste Abenteuer ab, denn ein Mann namens Petrus Chavalli muss bei der Gepäckannahme seine Waffe aushändigen. Er sitzt im selben Flugzeug wie Jendrik. Sandor fliegt getrennt von seinem menschlichen Freund Richtung Rumänien. Nachdem Jendrik und seine Familie ihre Zimmer in einer kleinen Pension bezogen haben, kommt es zum Wiedersehen mit Sandor. Bei der Besichtigung der Wehrkirche des Ortes hat er so manches zu erzählen, denn eine Fledermaus kennt natürlich die Geheimgänge und versteckten Schätze der Anlage, in der sie groß geworden ist. Als der Mann vom Flughafen bei der Kirche auftaucht, wird es für alle Beteiligten aufregend…

Wichtige Charaktere

  • Jendrik
  • sein Bruder Tom und seine Mutter Freyja
  • Kinderpsychologe Dr. Hans Belz
  • die Fledermaus Sandor
  • Marko, Luminita und Milosh
  • Petrus Chavalli

Zitate

„‚Jendrik, Jendrik! Da vorne ist die Werkstatt‘, ruft Sandor und fliegt weiter voraus. ‚Da gibt es Zangen und Sägen! Ja. Es ist alles noch genauso wie früher!‘
Aber Jendrik ist wie angewurzelt stehengeblieben.
‚Was ist denn?‘, will Sandor wissen. Aufgeregt umkreist er Jendrik und hängt sich dann kopfüber an einen Mauervorsprung.“

„Eine große Stille, genau wie Sandor sie ihm einmal beschrieben hatte, umgibt ihn. Es ist Vollmond, und inzwischen sieht man schon die Sterne. Da wird die nächtliche Ruhe unterbrochen vom Jaulen eines Hundes, oder eines Wolfes.“

Alle Bände der Sandor-Reihe

1. Sandor – Fledermaus mit Köpfchen
2. Sandor – Abenteuer in Transsilvanien
3. Sandor – Not macht erfinderisch

Persönliche Bewertung

Abenteuerliche Reise nach Transsilvanien - kindgerecht auf Sandors statt auf Draculas Spuren

4 von 5

In zehn Kapiteln und einem Nachwort mit Wissenswertem zu Transsilvanien begleitet man den Jungen Jendrik und die Fledermaus Sandor bei ihrem zweiten Abenteuer. Diesmal im Urlaub, in einem anderen Land. Bei einer Fledermaus liegt es nahe, die Handlung ins rumänische Transsilvanien zu verlegen. Waren es im ersten Band der Reihe Zusatzinformationen über Fledermäuse, erfährt man nun etwas über die Geschichte Siebenbürgens (eine deutsche Bezeichnung Transsilvaniens) und die sozialen Verhältnisse im Land. Armut, Abwanderung, Straßenhunde und verfallende Wehrkirchen stehen der landschaftlichen Schönheit der Karpaten gegenüber. Geschickt werden die Informationen in die Handlung integriert, mal von Sandor, Einheimischen oder dem Psychologen Hans Belz erwähnt, wirken sie so authentisch und nicht belehrend.

Im Gegensatz zum ersten Band verstreut sich die Handlung nicht auf viele kleine Nebenschauplätze, sondern die Reise als solche und der vermeintliche Kriminelle Petrus Chavalli bilden den roten Faden der Geschichte, die von vielen farbintensiv colorierten, gelungenen Illustrationen von Christian Puille begleitet wird. Sowohl der Flughafen als auch die einsamen Wälder Rumäniens dürften gerade auf junge Leser einen besonderen Reiz ausüben. Dorothea Flechsigs Schreibstil ist auf die Zielgruppe abgestimmt. Es gibt viele Dialoge, Beschreibungen und kurze Sätze. Manchmal hätte man sich die ein oder andere Konjunktion als Variation gewünscht. Die Autorin schneidet viele interessante und aus der Lebenswelt der Zielgruppe stammende Themen an. Neben den Vorurteilen, die Lillis Eltern Rumänien gegenüber haben, erfährt man, dass sie sich nicht besonders gut mit Jendriks Mutter und Hans Belz verstehen. Tom, Jendriks kleiner Bruder, macht seine ersten Erfahrungen mit einem Kind, das seine Sprache nicht spricht und für das Spielzeug nicht selbstverständlich ist. Mit Händen und Füßen beweisen die beiden, dass Kinderspiel eine universelle Sprache spricht. Freyas Ängste dem Fremden gegenüber bleiben dennoch nicht unerwähnt.

Etwas verwundert hat die stürmische Art Jendriks am Zielflughafen, als Tom seinen Spielzeugdrachen Draco im Bus vergisst und dass er die Reise fast komplett alleine geplant haben soll. Zum einen ist Jendrik im ersten Band noch sehr schüchtern und unsicher, besonders ohne Sandor, der am Flughafen nicht dabei ist, zum anderen ist die Suche nach einer geeigneten Pension, das Buchen des Flugs oder das Kulturprogramm recht unrealistisch für ein Kind alleine zu bewerkstelligen. Desweiteren wirkt es sehr unbedarft und fehl am Platz, auch wenn die Aussage von einer Fledermaus kommt, wenn Sandor feststellt: „Ist es nicht wunderbar, dass jeder die Freiheit hat, zu wählen, wo er leben möchte.“ Beim sozialkritischen Anspruch, der im Buch durchscheint, ist es auch für die Zielgruppe zumutbar festzustellen, dass viele Menschen, darunter viele Kinder, diese Freiheit leider nicht haben. Wie es mit der beiläufig wirkenden Mitnahme eines Straßenhundewelpens in eine kleine Mietwohnung weitergeht – Mutter Freya mahnte dies zwar an, wurde dann im Eifer des Gefechts aber überrumpelt – bleibt außerdem interessant zu verfolgen.

Fazit

Insgesamt ein gelungener Fortsetzungsband, der Transsilvanien von einer unerwarteten Seite zeigt und neben Spannung interessante Sachinformationen bereithält. Für junge Fledermausfreunde und Rumänienurlauber mit Kindern bestens geeignet!

ISBN10
3943030032
ISBN13
9783943030037
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Gebundene Ausgabe
121 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren

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