Rubinrot

Liebe geht durch alle Zeiten

Autoren
Verlag
Arena Verlag
Anspruch
3 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Rubinrot”

Gwendolyn Shepherd ist eine ganz normale Jugendliche, die mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern in einem großen Haus bei ihrer Großmutter Lady Arista, ihrer Tante Glenda und ihrer arroganten Cousine Charlotte aufwächst. Seit sich Gwen erinnern kann, konnte Charlotte keine normale Kindheit führen, sondern wurde auf eine ganz besondere Mission vorbereitet, über die Gwendolyn nicht viel erzählt wird. Charlotte ist Trägerin des Zeitreise-Gens, das sowohl in Gwendolyns Familie bei einigen weiblichen Familienmitgliedern als auch in der Familie der de Villiers bei bestimmten männlichen Mitgliedern auftaucht.

Mit siebzehn Jahren nun warten alle darauf, dass Charlotte ihren ersten Zeitsprung erlebt, doch auf einmal ist es Gwendolyn die völlig überraschend in die Vergangenheit reist und in gefährliche Situationen gerät, bis sie sich nach dem dritten Zeitsprung traut, ihrer Familie zu berichten, was passiert ist. Es stellt sich heraus, dass ihre Mutter bei der Angabe ihres Geburtstages gelogen hat, um sie zu schützen, sodass alle davon ausgegangen waren, Charlotte wäre zweifellos die Genträgerin. Tante Glenda und Charlotte sind höchst emport und verletzt, dass ein gewöhnliches, ungebildetes Mädchen wie Gwendolyn sich als Genträgerin herausstellt.

Gwendolyn selbst ist verwirrt von den sich überschlagenden Ereignissen und versteht noch immer nicht, was ihre Mission sein soll, doch sie versucht mit Hilfe ihrer besten Freundin Leslie möglichst viel darüber herauszufinden. Sie erfährt, dass alle Genträger mit Hilfe des Chronografen kontrolliert in die Vergangenheit reisen, um unkontrollierte Zeitsprünge zu vermeiden. Von diesem Chronografen gibt es einen zweiten, den die Genträger Lucy Montrose und Paul de Villiers gestohlen haben und sich mit ihm in der Vergangenheit verstecken. Sie versuchen zu verhindern, dass eine bestimmte Mission – einen Blutstropfen jedes Genträgers in den Chronografen einzulesen – erfüllt wird. Warum, das versteht Gwendolyn nicht und so muss sie die Erklärungen glauben, die besagen, dass Lucy und Paul böse Absichten hegen.

Als Gwen Gideon de Villiers, einen weiteren Genträger, trifft, ist ihre Verwirrung komplett, denn dieser benimmt sich ihr gegenüber zwar äußerst unhöflich und verletzend, doch sein attraktives Äußeres sorgt dafür, dass sich Gwendolyn trotzdem in ihn verliebt, auch wenn sie vermutet, dass er es eher auf ihre Cousine Charlotte abgesehen hat. Mit Gideon zusammen reist sie nun in die Vergangenheit und trifft unter anderem den Grafen von Saint Germain, der die Zeitreiseregeln aufstellte und der Initiator der Mission zu sein scheint. Ihre Mutter warnt sie jedoch vor ihm und Gwen weiß nicht, wem sie überhaupt trauen kann…

Wichtige Charaktere

  • Gwendolyn Shepherd
  • Gwendolyns beste Freundin Leslie
  • Gideon de Villiers
  • Lucy Montrose und Paul de Villiers
  • Lady Arista, Gwens Großmutter
  • Grace, Gwens Mutter
  • Tante Glenda und Charlotte
  • Mr George, Mr Whitman und Falk de Villiers
  • der Graf von Saint Germain

Zitate

„Die Kutschfahrt durch London war aufregender als alles, was ich bisher erlebt hatte. Aus irgendeinem Grund hatte ich mir das autofreie London ganz beschaulich vorgestellt, auf der Straße flanierende Menschen mit Sonnenschirmen und Hüten, ab und an eine gemütlich dahinzockelnde Kutsche, kein Abgasgestank, keine rücksichtslos rasenden Taxis, die einen selbst dann noch überfahren wollten, wenn man bei Grün über den Fußgängerüberweg lief.
Tatsächlich war es aber alles andere als beschaulich. Erstens regnete es. Und zweitens war der Verkehr auch ohne Autos und Busse extrem chaotisch: Kutschen und Karren aller Art drängten sich dicht an dicht. Pfützenwasser und Schlamm spritzten wild durch die Gegend. Es roch zwar nicht nach Abgasen, aber es lag auch kein guter Geruch über der Straße, ein wenig faulig und zudem nach Pferde- und anderem Mist.“

Alle Bände der Reihe

Rubinrot
Saphirblau
Smaragdgrün

Trailer zum Film

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Leseprobe beim Verlag

Persönliche Bewertung

Romantik mit einer erfrischenden Prise Geschichte und Fantasy

4 von 5

Die Idee des Zeitreisegens und des Chronografen, der Zeitmaschine, mit der kontrolliert in die Vergangenheit gereist werden kann, ist spannend und gut umgesetzt. Kerstin Gier schreibt eine sehr angenehme, jugendgerechte Sprache und erzählt die Geschichte der Jugendlichen Gwendolyn und ihrer abstrusen Erlebnisse lebhaft und gut nachvollziehbar. Etwas störend wirkt die Liebesgeschichte, oder besser gesagt Gwens Liebeskummer wegen ihres Schwarms Gideon, der die sonst sehr spannende Geschichte bremst. Die typischen Probleme eines Teenager-Mädchens sind sicherlich zielgruppengerecht und sorgen dafür, dass sich jugendliche Mädchen sicher gut mit der Hauptfigur der Geschichte identifizieren können.

Fazit: Für Erwachsene eine leichte und spannende Lektüre, mehr jedoch auch nicht.

ISBN10
3401063340
ISBN13
9783401063348
Dt. Erstveröffentlichung
2009
Gebundene Ausgabe
345 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 14 Jahren

Eine Antwort zu
Rubinrot

  1. Dschuleila

    Erst ein­mal: Ich lie­be die­ses Buch. Es war aller­dings kei­ne Lie­be auf den ers­ten Blick. Gut, anhand der vor­her­ge­hen­den Rezen­sio­nen lag die Mess­lat­te ent­spre­chend hoch. Z.B. der Prolog…wirkt auf­ge­setzt. Dann die ers­ten paar Sei­ten. Es sind immens vie­le inter­es­san­te Aspekte/ Beden­ken und Ide­en bezüg­lich Zeit­rei­se vor­han­den, die den Leser Sei­te um Sei­te ver­schlin­gen las­sen, die Kom­men­ta­re wan­deln sich von auf­ge­setzt zu wit­zig in nicht mal 50 Sei­ten. Gut…man stel­le sich vor: Ein Mäd­chen springt unge­plant und unvor­be­rei­tet in der Zeit. Panik. Soweit ist das ja nach­voll­zieh­bar. Sie weiß jedoch, beim ers­ten Mal wird’s nicht schlimm. Beim zwei­ten Mal könn­te es jedoch sein, dass das ers­te Mal dage­gen wie ein Kin­der­ge­burts­tag erscheint. Da könn­te es pas­sie­ren, dass sie so weit in der Zeit springt, dass sie nicht mehr im drit­ten Stock des Hau­ses zu einer ande­ren Zeit, son­dern am Ort des Hau­ses zu so einer Zeit lan­det, in der das Haus nicht mehr steht und sie statt­des­sen nach einem poten­ti­ell töd­li­chem Sturz im Sumpf ver­sinkt. Also, was macht man, beson­ders, da man eine Fami­lie hat, die sich in punk­to Zeit­rei­sen aus­kennt und somit das eige­ne Über­le­ben sichern kann: Genau, man schweigt. Schließ­lich hat der Wunsch der Schwes­ter, ein Haus­tier zu haben, dies­be­züg­lich Vor­rang. Na ja. Aber wenn man über die­sen Faux­pas hin­weg­sieht, haben wir ein extrem packen­des Buch vor uns. Nun zu dem – für mich – aller­größ­ten Plus­punkt: Die Aus­ge­stal­tung der Zeit­the­ma­tik. Nicht nur, dass die Details einen Sei­te für Sei­te nach mehr gie­ren (GIE­Ren, sehe ich gera­de) las­sen, sie machen den Aus­gang des Buches auch unvor­her­seh­bar. Nur ein Bei­spiel: Die bei­den Zeit­rei­sen­den (mehr kann es nicht geben) aus der Gegen­wart tap­pen in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der in eine Fal­le, die in der Ver­gan­gen­heit logi­scher­wei­se nie­mand pla­nen kann, da die Ver­gan­gen­heit ja schlecht wis­sen kann, wann Besuch aus der Zukunft kommt. Die ein­zig mög­li­che Erklä­rung ist, dass einer der bei­den Prot­ago­nis­ten selbst in der Zukunft in die Ver­gan­gen­heit gereist ist, um die­se vor­zu­war­nen und sich somit selbst eine Fal­le zu stel­len. Was die Prot­ago­nis­ten jetzt selbst ja noch nicht wis­sen kön­nen, da auch sie ihre eige­ne Zukunft nicht ken­nen… Was hier so furcht­bar kom­pli­ziert klingt, ist sehr ver­ständ­lich – idio­ten­si­cher, wie man so schön sagt – im Buch dar­ge­stellt. Und genau das ist der Plus­punkt. Die Ver­ständ­lich­keit von so wahn­sin­nig inter­es­san­ten, eigent­lich doch kom­ple­xen Ver­wick­lun­gen. Dafür sieht man ger­ne dar­über hin­weg, dass die Lie­bes­ge­schich­te etwas schnell ein­ge­scho­ben wird. In der Film­aus­ga­be gibt es ein Zusatz­ka­pi­tel aus der Sicht Gideons. Irgend­wie habe ich ihn mir aus der Beschrei­bung Gwens anders vor­ge­stellt, als er sich dann aus sei­ner Sicht ange­hört hat…egal. Das führt mich nur zu einem wei­te­ren Plus­punkt. Da alles aus Gwens Per­spek­ti­ve geschil­dert wird – die übri­gens sehr rund und sym­pa­thisch ist – „fehlt“ einem der Ein­blick in die Moti­ve und Intri­gen der ande­ren. Man kann nur rät­seln, was ande­re errei­chen möch­ten oder ob sie bestimm­te Win­ke ver­stan­den haben. Das macht – anders als bei ande­ren Roma­nen – das Gan­ze geheim­nis­voll und noch span­nene­der. Die Spra­che ist viel­leicht nichts sti­lis­tisch Beson­de­res, aber abso­lut per­fekt an den Jugend­buch­stil ange­passt, sodass sich das Buch sehr flüs­sig lesen lässt. Auch die Gestal­tung mit den Stamm­bäu­men, Gra­fi­ken und rot gedruck­ten Zusät­zen ist sehr gut gelun­gen und hebt den Roman über ande­re hin­aus. Klei­ne etwai­ge Män­gel, die durch­aus vor­han­den sind (in der ein oder ande­ren Cha­rak­te­ri­sie­rung oder der etwas raschen Lie­bes­ge­schich­te oder der Logik am Anfang, der Pro­log), wer­den ein­fach von der Genia­li­tät der Idee über­trumpft.