Romeo und Julia

Autoren
Übersetzer
Thomas Brasch
Verlag
Insel Verlag

Zusammenfassung zu “Romeo und Julia”

William Shakespeare, der 1564 in der Nähe von Birmingham geboren wurde, schuf sein weltbekanntes Werk „Romeo und Julia“ um 1596. Das Stück hat seinen festen Platz in der Weltliteratur und handelt von zwei jungen Liebenden, deren Eltern seit langem miteinander verfehdet sind, so dass Romeo und Julia ihre Liebe zunächst geheim halten. Die Konflikte weiten sich auch auf andere Familienangehörige aus, so kommt es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Romeo und Julias Cousin, in deren Verlauf Romeo zum Mörder wird und flieht. Die Handlung spielt sich in der norditalienischen Stadt Verona ab, kurzzeitig auch in Mantua. Pater Lorenzo, der Romeo und Julia heimlich getraut hat, versetzt Julia auf deren Wunsch hin mit Hilfe eines Schlafmittels in einen tiefen Schlummer, um die von ihren Eltern geplante Vermählung mit dem Edelmann Paris zu verhindern. Ein Brief soll Romeo in seinem Exil über diese Pläne in Kenntnis setzen, doch das Schreiben kommt nie bei ihm an. Ein enger Freund Romeos glaubt inzwischen, Julia sei gestorben und eilt daraufhin zu Romeo, um ihm davon zu berichten. In seiner Verzweiflung darüber bringt sich Romeo um. Julia, die aus ihrem betäubenden Schlaf erwacht, ist ihrerseits so verzweifelt über Romeos Tod, dass sie sich mit seinem Dolch ersticht. Beider Eltern kommen nun zu einer späten Einsicht und gehen versöhnend aufeinander zu.

Wichtige Charaktere

  • Romeo
  • Montague, Romeos Vater
  • Gräfin Montague, seine Frau
  • Julia
  • Capulet, Julias Vater
  • Gräfin Capulet, seine Frau
  • Paris, Verwandter des Prinzen Escalus
  • Mercutio, Romeos Freund
  • Pater Lorenzo
  • sowie verschiedene Diener und Wärter

Interpretation

Das wohl wichtigste Motiv in Shakespeares Tragödie ist die Liebe, die durch nichts erschüttert wird. Allen Widrigkeiten zum Trotz halten die Hauptpersonen zueinander und folgen einer dem anderen auch in den Tod. Gegensätzlicher zu ihrer unmittelbaren Umgebung könnte Romeos und Julias Liebe zueinander kaum sein: Jahrelanger Zwist und Hass ihrer Familien, eskalierende Streitigkeiten bis hin zum Mord. Die Tragik der Geschichte wird auch im äußeren Aufbau einer klassischen Tragödie offenbar: Vom Beginn, der Exposition, bis zum Ende, der Katastrophe. Auch der gesellschaftliche Aspekt kommt zum Tragen, da die Helden Kinder privilegierter Familien sind und ihr tragisches Ende als umso tieferer Fall empfunden wird – dem „fall of princes“. Doch Shakespeare lässt es nicht allein bei Tragik bewenden, er baut auch komische Elemente ein, die vonseiten der Dienerschaft in Form von derber Sprache und Späßen zum Ausdruck kommen. Diese kontrastreiche Atmosphäre bewirkt beim Leser und Zuschauer eine gewisse Auflockerung in all der Tragik, zeigt ihm aber auch, wie groß die Diskrepanz zwischen Schicksal und unbeschwerter Lebenslust ist.

Zitate

Julia: „Wie kamst du her? O sag mir, und warum?
Die Gartenmaur ist hoch, schwer zu erklimmen;
Die Stätt ist Tod – bedenk nur, wer du bist -,
Wenn einer meiner Vettern dich hier findet.“

Romeo: „Der Liebe leichte Schwingen trugen mich,
Kein steinern Bollwerk kann der Liebe wehren;
Und Liebe wagt, was irgend Liebe kann,
Drum hielten deine Vettern mich nicht auf.“

Julia: „Wenn sie dich sehn, sie werden dich ermorden.“

Romeo: „Ach, deine Augen drohn mir mehr Gefahr
Als zwanzig ihrer Schwerter; blick du freundlich,
So bin ich gegen ihren Haß gestählt.“

Persönliche Bewertung

Shakespeares Stück Romeo und Julia hat auch heute nichts an Aktualität verloren.

5 von 5

Obwohl im 16.Jahrhundert von Shakespeare geschrieben, können sich die Leser des Stückes in der Handlung und in den Personen und deren Umfeld wiederfinden. Wenn auch die äußeren Lebensbedingungen Englands der frühen Neuzeit in starkem Kontrast zur heutigen Gegenwart stehen, haben sich die Gefühle der Menschen nicht verändert. Liebe, Neid, Intrigen und offen zur Schau getragene Feindschaft offenbaren, was heute die Menschen ebenso umtreibt wie zu Shakespeares Lebzeiten. Der Spannungsaufbau innerhalb der Tragödie fesselt sowohl den Leser als auch den Zuschauer vom Anfang bis zum Ende: Die Exposition zu Beginn, die in den Auseinandersetzungen der Dienerschaft zum Ausdruck kommt, die Steigerung, während derer Romeo und Julia sich auf dem Tanzfest kennen lernen, sich ineinander verlieben und schließlich heiraten, sowie das retardierende Moment, indem Julia mit Pater Lorenzo plant, einen Scheintod zu inszenieren, der schließlich in die Katastrophe mündet und mit dem Tod der beiden Helden endet. Shakespeare gelang es, den Leser zum Mitleiden mit den Protagonisten zu bewegen und verschiedene Aspekte eines tragischen Konfliktes einzubauen: So werden die Darsteller von idealistischen Beweggründen getrieben, aber auch von Rachegelüsten, die aus den Konflikten zwischen den Familien schon viel zu lange mitgeschleppt wurden. Das Stück ist zweifellos lesenswert – sowohl der unerschütterlichen, beispiellosen Liebe, als auch der Spannung wegen, die Shakespeare anhand der Verwicklungen aufzubauen wusste. Sowohl Anhänger klassischer Literatur als auch Leser, die eher distanziert dazu sind, finden leicht in die Sprache Shakespeares hinein und lassen sich von der Handlung mitreißen.

Fazit

Shakespeares Werk „Romeo und Julia“ ist ein echter Klassiker mit hoher Aussagekraft für den Leser. Der Stoff ist ideal für Aufführungen geeignet und wurde schon mehrfach verfilmt – viele Autoren ließen sich vom Plot des Stückes inspirieren und schufen Werke, die an das Schicksal Romeos und Julias erinnern. Auch Gottfried Keller ließ sich zu seinem Roman „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ in Anlehnung an Shakespeares Tragödie hinreißen.

Originaltitel
Romeo and Juliet
ISBN10
3458357351
ISBN13
9783458357353
Dt. Erstveröffentlichung
2011
Taschenbuchausgabe
151 Seiten