Rocky und seine Bande (2) – Wir lieben die Freiheit

Autoren
Illustrator
Jean-Claude Gibert
Verlag
Pfefferkorn Verlag
Anspruch
4 von 5
Humor
3 von 5
Lesespaß
3 von 5
Schreibstil
3 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Rocky und seine Bande (2) – Wir lieben die Freiheit”

Rosalies Mutter besucht mit ihrer Tochter und deren Freunden einen Zoo. Tims Hund Rocky darf nicht mit hinein und bleibt daher bei Rosalies Oma, die auf einer Bank vor dem Zoo auf die anderen wartet. Während die Kinder im Zoo die vielen Tiere bestaunen, macht Rocky sich Sorgen um Tim. Er hat Angst, eines der wilden Tiere könne ihm etwas tun. So schleicht er sich von Rosalies Oma weg und schafft es über ein Abwasserrohr in den Zoo, genauer genommen in das Gehege der 62 jährigen Elefantendame Christy, die auch schon bei den Kindern Interesse geweckt hat. Denn Christy ist alleine in ihrem Gehege und sieht traurig aus. Während die Kinder weitergehen, freundet sich Rocky mit Christy an und erfährt von ihren Ausbruchsversuchen. Als der Zoo schließt, verspricht Rocky seiner neuen Freundin, ihr bei ihrem Weg in die Freiheit zu helfen…

Wichtige Charaktere

  • der Hund Rocky
  • Tim
  • Mia
  • Rosalie
  • Enzo
  • der Elefant Christy
  • ein Zoowärter
  • Lehrer Herr Blume

Alle Bände der Reihe

1. Rosalie will ein Haustier
2. Wir lieben die Freiheit
3. Enzo hat Geburtstag (erscheint am 18. Februar 2014)
4. Tim ist verliebt

Persönliche Bewertung

Pädagogisch motivierter Kinder-Comic zum Thema Freiheit

3 von 5

Mit „Wir lieben die Freiheit“ legt Stephan Valentin den zweiten Band seiner pädagogischen Kinder-Comic Reihe „Rocky und seine Bande“ vor. Dabei greift Hund Rocky entgegen des ersten Bandes erstmals aktiv ins Geschehen ein, indem er die Elefantendame Christy aus dem Zoo befreien will. Bereits das Titelbild des kleinen gebundenen Buchs mit einem fröhlichen Rocky und einer glücklichen Christy mit der Bildunterschrift „Wir lieben die Freiheit“ stimmt herrvoragend auf das behandelte Thema ein – denkt man zumindest, bevor man die Geschichte komplett gelesen hat. Denn leider hat die Handlung einen Bruch. Plötzlich geht es nicht mehr um den seit 60 Jahren in Gefangenschaft lebenden Elefanten, sondern um die Kolonialausstellung von 1931 in Paris, bei der die Ureinwohner Neukaledoniens, die Kanaken, in Käfigen zur Schau gestellt wurden. Vielleicht spielt hierbei auch das parallele Erscheinen des Buchs in Frankreich eine Rolle…

Diesen Schwenk der Handlung nimmt der Autor zum Anlass, über den Lehrer in der Schule das Thema „Freiheit“ zu diskutieren. Dabei geht es aber leider in erster Linie um die Freiheit des Menschen, um das Befolgen von Regeln zur Wahrung der Freiheit und um die gegenseitige Rücksichtnahme. Zwar kommt es auch noch zum Gespräch mit dem Zoodirektor, nachdem Rocky und Christy bei ihrem Ausbruchversuch gestellt wurden, aber außer dass ihr ein Platz in einem Reservat in Afrika in Aussicht gestellt wird, ändert sich nicht viel. Obwohl die Kinder durchaus die Gefangenschaft der Tiere bemerken und sich gegen Zoowärter und Direktor behaupten, wird der Zoo nicht grundsätzlich in Frage gestellt und alle anderen der 1200 in Gefangenschaft gehaltenen Tiere scheinen kein Problem für den Zoo und die Kinder zu sein.

Die Charaktere bleiben wie im ersten Band stereotyp, Mia trumpft weiter mit ihrem Wissen auf, während Enzo nur ans Essen denkt und Rosalie wieder etwas haben will, was sie niedlich findet. Dabei wirkt es nicht konsequent, kennt man den ersten Band, dass ihre Mutter ihrem Verlangen wieder nachgibt, auch wenn es diesmal nur ein Stoffpinguin ist. Lediglich Tim fällt weniger auf. Auch diesmal gibt es wieder einen dreiseitigen Anhang, der die Thesen zum Thema zusammenfasst, leider aber nur auf die menschliche Perspektive beschränkt. Die Aussage „Man behandelt Menschen nicht wie Tiere!“ wirkt dabei mehr als unglücklich, bemerkt man als kritischer Leser doch was dies für die Tiere bedeutet. Auch die Aussagen des Zoowärters über den Respekt gegenüber der Tiere und der artgerechten Haltung wirken in Anbetracht der Gitterstangen, hinter denen die Tiere ausgestellt werden, fast schon unfreiwillig zynisch.

Fazit

Ein pädagogischer Kinder-Comic, der trotz der gut angelegten Geschichte in letzter Konsequenz Freiheit nur für den Menschen definiert. Schade, versprach das Titelbild doch endlich einmal ein zookritisches Kinderbuch unter dem Leitsatz: „Artgerecht ist nur die Freiheit!“

ISBN10
3944160010
ISBN13
9783944160016
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
41 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren

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