Night School (1) – Du darfst keinem trauen

Autoren
Übersetzer
Axel Henrici
Peter Klöss
Verlag
Oetinger Verlag
Anspruch
2 von 5
Humor
3 von 5
Lesespaß
3 von 5
Schreibstil
3 von 5
Spannung
3 von 5

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Zusammenfassung zu “Night School (1) – Du darfst keinem trauen”

Seit dem Verschwinden ihres Bruders Christopher ist Allie eine Unruhestifterin, handelt sich regelmäßig Ärger ein und treibt ihre Eltern zur Verzweiflung. Als sie beim Sprayen erwischt wird, treffen ihre Eltern eine Entscheidung: Allie wird zukünftig auf die Cimmeria gehen, ein Internat. Die neue Schule erscheint reichlich unkonventionell: Die Rektorin lässt sich von ihren Schülern mit Vornamen ansprechen, Computer, Handys und Fernsehen sind verboten und die Schule erlegt ihren Schülern zahlreiche strenge Regeln auf. Trotz aller Merkwürdigkeiten gewöhnt sich Allie schnell ein und findet in Jo eine gute Freundin. Als sich auch noch Mädchenschwarm Sylvain für sie interessiert, scheint alles nahezu perfekt zu sein.

Doch dann findet der Winterball statt und es kommt zur Katastrophe: Es bricht ein Feuer im Festsaal aus, Allie entgeht knapp einer Vergewaltigung durch Sylvain und findet Ruth, ein Mädchen aus ihrem neuen Freundeskreis, tot auf. Obwohl Allie genau gesehen hat, dass Ruth die Kehle durchgeschnitten wurde und sie glaubt, jemanden gesehen und gehört zu haben, lautet die offizielle Version, Ruth habe sich das Leben genommen. Daneben macht ein anderes Gerücht die Runde: Allie soll etwas mit dem Tod zu tun haben. Gleichzeitig gehen geheimnisvolle Dinge an der Schule vor sich. Allie hört von der „Night School“, einer geheimen Gruppe besonderer Schüler, über die niemand sprechen darf. Sylvain scheint ein Teil davon zu sein, ebenso wie der undurchsichtige Carter, dem Allie näher kommt, nachdem sie sich von Sylvain getrennt hat. Zusammen mit Carter versucht sie herauszufinden, was an der Schule vor sich geht, und warum sie selbst überhaupt auf einer solchen Eliteschule aufgenommen wurde…

Wichtige Charaktere

  • Allie
  • ihre Eltern und ihr Bruder Christopher
  • Jo und Gabe
  • Rachel
  • Carter
  • Sylvain
  • Jules, die Vertrauensschülerin
  • Isabelle, die Rektorin
  • Ruth, Lisa und Lucas
  • Kate
  • Nathaniel

Zitate

„Vor ihnen erhoben sich die Mauern der Kapelle, und auf dem Friedhof, wo weniger Bäume standen, gab es mehr Licht. Je mehr Allie sich der Helligkeit näherte, desto wohler wurde ihr. Jo war schon dabei, mit beiden Händen den Eisenring zu drehen, um den Riegel anzuheben. Sie stemmte sich mit der Schulter gegen die Tür, die mit einem Knarren nachgab, und sie konnten die Kapelle betreten. Drinnen wurde das matte Sonnenlicht von den bunten Glasfenstern in gelbe und rote Streifen gebrochen, und trotz der natürlichen Kühle von Steinboden und -wänden strahlte der Raum Wärme aus.
Allie blieb bei der Tür stehen und konnte kaum fassen, was sie sah.
‚Meine Fresse!‘, entfuhr es ihr.
Jo sah sie wissend an: ‚Krass, oder?'“

Alle Bände der Reihe

1. Du darfst keinem trauen
2. Der den Zweifel sät
3. Denn Wahrheit musst du suchen
4. Um der Hoffnung willen (erscheint am 30.04.2014)

Trailer zum Buch

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Leseprobe

Persönliche Bewertung

Internatsgeschichte als Pageturner ohne viel Tiefgang

3 von 5

Auf den ersten Blick bietet „Night School“ alles, was eine gelungene Internatsgeschichte für vorrangig jugendliche Mädchen braucht: Ein altes Gemäuer mit Garten, Wald und Pavillon als romantisch-faszinierende Kulisse, ein Mischmasch aus sympathischen, zickigen und zwielichtigen Mitschülern und -schülerinnen, eine Liebelei mit einem Traumtypen, Verrat und Intrigen. „Night School“ ist recht unterhaltsam und bisweilen spannend, doch nicht mehr als das. Insgesamt erscheint die Geschichte sehr oberflächlich und in vielen Aspekten zu klischeehaft. Daugherty schreibt in recht simpler direkter Sprache und verwendet Jugendsprache, um die Handlung authentisch wirken zu lassen und zielgruppengerecht zu schreiben. Den einen oder anderen Leser mag die Fäkalsprache stören, doch ob man sensibel ist oder nicht: Daugherty ist keine große Schriftstellerin. Echte Sprachpoesie oder Tiefsinn sucht man vergeblich.

Schon die Liebesgeschichte, die neben dem Mord im Zentrum der Handlung steht, ist der Inbegriff des Klischees: Carter scheint Allie zunächst zu hassen, bevor sich die Beziehung in ihr Gegenteil verkehrt. Letztendlich findet sich Allie zwischen zwei Jungen, es gibt Rivalität und Auseinandersetzungen, die an Hahnenkämpfe erinnern. Damit bedient die Autorin die Fantasie, die sicherlich viele jugendliche Mädchen hegen, von gleich zwei Traumtypen begehrt zu werden.

Im Anspruch lässt der erste Band von „Night School“ viel zu wünschen übrig. So wird zum Beispiel die vereitelte Vergewaltigung verharmlost. Sylvain nutzt Allies betrunkenen Zustand aus, um sie für seine Triebe zu missbrauchen. Was in der Realität passiert und oft nicht ohne Folgen bleibt, sollte kritischer dargestellt werden. Sylvain dagegen wird auch nach der Beinahe-Vergewaltigung noch immer ein wenig romantisiert und als Traumprinz dargestellt. Auch Allie fühlt sich weiterhin zu ihm hingezogen: Einem Jungen, der sie fast vergewaltigt hätte. Dass sich die Hauptperson ausgerechnet so naiv verhält und in so ungesunder Weise einem potenziell gewalttätigen Jungen hinterherschmachtet, erinnert an die fragwürdige Beziehung zwischen Bella und Edward.

Doch damit nicht genug der Klischees, auch die Geschlechterrollen sind klassisch dargestellt und erscheinen dem kritischen Leser wenig zeitgemäß: Die Mädchen werden von den Jungen beschützt, es sind immer die männlichen Schüler, die patroullieren, die Allie beschützen, Wache schieben, sich um alles kümmern, die Schüler aus dem Feuer retten. Zwar verlässt Allie am Ende die Schule mit dem Wunsch, in die Night School aufgenommen zu werden, um sich selbst helfen zu können, doch auch die Schülerinnen, die länger an Cimmeria sind, scheinen ebenso hilflos.

Man würde sich insgesamt von der Geschichte mehr Tiefgang wünschen. Nebenbei wird zwar das Problem Alkoholmissbrauch gestreift, ebenso die Vernachlässigung von Kindern, doch sind diese gesellschaftlichen Probleme nur Untermalung der individuellen Geschichten der Mädchen. Die Autorin kratzt hier weitgehend an der Oberfläche. Viele Fragen bleiben offen nach diesem ersten Teil: Daugherty schafft es zwar, eine gewisse Spannung auf den zweiten Band aufrechtzuerhalten, doch irgendwann erwartet man bei einer fünfteiligen Reihe doch ein gewisses Maß an Aufklärung, die nur sehr bedingt stattfindet.

Fazit

Ein Pageturner als Fantasygeschichte vor Internatskulisse. Leider insgesamt zu belanglos – Harry Potter ohne Magie, Hanni&Nanni ohne den Witz einer Enid Blyton. Das Cover im Original und das deutsche Cover sind beide ansprechender als der Inhalt.

Originaltitel
Night School 1
ISBN10
3789133264
ISBN13
9783789133268
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Gebundene Ausgabe
464 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 13 Jahren

Eine Antwort zu
Night School (1) – Du darfst keinem trauen

  1. Pepe

    4 von 5

    Mir hat der ers­te Teil gut gefal­len. Ich stim­me zu, dass die Geschich­te zuwei­len recht ober­fläch­lich ist und ein biss­chen mehr Tief­gang viel­leicht wün­schens­wert wäre.
    Es wer­den recht vie­le Kli­schees bedient … ja
    Aber: Mir hat es gut gefal­len. Es ist leicht zu lesen, stim­mig und ich konn­te mich gut in die Geschich­te hin­ein­ver­set­zen. 
    Zum Ende hin fand ich es sogar rich­tig span­nend.
    Es blei­ben am Ende von Band 1 vie­le Fra­gen offen und man muss schon den 2. Teil lesen. Die 5 Bücher wer­den wohl somit allei­ne nicht lesens­wert sein, aber ich mag es, wenn ich meh­re­re Bücher einer Rei­he lese und die Per­so­nen so ein län­ge­res Stück beglei­ten kann. 
    Ich wer­de nun auf jeden Fall auch den 2. Teil lesen.
    Ich per­sön­lich fin­de 13 Jah­re auch recht jung für die Leser, ich wür­de das Buch eher ab 15 anset­zen.
    Für mich eine unter­halt­sa­me Lek­tü­re und ich freue mich auf den 2. Teil!

  2. anna

    5 von 5

    Ich fin­de die­ses Buch super man kann sich per­fekt in Allies lagen hin­ein ver­set­zen und man denkt man ist mit­ten­drin im Gesche­hen.

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