Nicki und der kleine chinesische Drache

Autoren
Illustrator
Christa Unzner
Verlag
Desina Verlag
Anspruch
4 von 5
Humor
3 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Nicki und der kleine chinesische Drache”

Der kleine Terrier Nicki verbringt die Osterferien zusammen mit Clara und ihrer Familie am Gelben Fluss in China. Dort trifft er auf einen kleinen grünblauen Drachen mit glänzenden Schuppen und einer goldenen Mähne. Nicki erschrickt und läuft vor dem Drachen davon, obwohl ihn dieser ganz freundlich anspricht und ihn versucht zu warnen. In seiner Angst verläuft sich der kleine Terrier, nach Einbruch der Nacht irrt er noch durch die Felder und fühlt sich von Geistern verfolgt. Außerdem kommt ihm die Erkenntnis, dass der kleine Drache vermutlich gar kein böses Ungeheuer ist, sondern es gut mit ihm meinte. Am nächsten Morgen macht Nicki sich wieder auf den Weg. Er kommt an geschmückten Gräbern vorbei und an Menschen, die um einen Grabstein herumsitzen. Als er den kleinen Drachen schließlich wieder trifft, freunden sich die beiden an. Long-Long, der kleine Drache, erzählt Nicki vom Qing-Ming-Fest, an dem die Geister der Toten erwachen. Und dann nimmt er ihn mit auf einen aufregenden Ausflug in den Drachenpalast…

Wichtige Charaktere

  • der kleine Hund Nicki
  • der kleine chinesische Drache Long-Long
  • das Mädchen Clara

Zitate

„Die beginnende Nacht wurde Nicki zunehmend unheimlich. Manchmal zischelte es neben ihm am Weg, ohne dass er irgendeine Ursache erkennen konnte. Über die Felder zu beiden Seiten sah er Nebelschleier ziehen, die grau im Mondlicht schimmerten, seltsame Formen annahmen und miteinander zu tanzen schienen.
Plötzlich schob sich eine dichte Nebelbank direkt über seinen Weg. Alles wurde dunkelgrau um ihn. Merkwürdige Geräusche hörte er um sich, ein leises Pfeifen und Heulen und ein Rascheln wie von Schritten.
Eine Gänsehaut kroch ihm über den Rücken.“

„‚Hast du gesehen, Long-Long, dass die Leute dort unten Papierdrachen steigen lassen?‘
‚Ja, ich sehe es. Heute am Qing-Ming-Fest werden nicht nur die Gräber besucht. Die Menschen freuen sich auch über den Frühlingsbeginn und unternehmen Ausflüge in die Natur, ähnlich wie ihr es zu Ostern macht.'“

Alle Bände der Reihe

Nicki und der kleine chinesische Drache
Kuku – König der Tierkreiszeichen
Geheimnisvolle Zeichen
Der kleine Wolf und der Gelbe Fluss

Links

Leseprobe beim Verlag

Persönliche Bewertung

Poetische und ebenso lehrreiche Geschichte vor chinesischer Kulisse

4 von 5

„Nicki und der kleine chinesische Drache“ ist nicht nur ein Kinderbuch, sondern bietet auch auf vier Seiten kindgerechte Sachinformationen über das chinesische Qing-Ming-Fest und seine Bräuche sowie über chinesische Feuer- und Wasserdrachen, die mit der europäischen Vorstellung wenig gemeinsam haben. Das Konzept der Reihe, die anhand von reichhaltig bebilderten Geschichten kleinen und großen Lesern die chinesische Kultur näher bringen soll, ist stimmig und gelungen. Dieser Band eignet sich wunderbar zum Vorlesen und als Inspiration, mit Kindern über die chinesischen Landschaften, die Feste, mythologische Wesen und die alte chinesische Kultur zu sprechen.

Die Geschichte ist durchgehend farbig illustriert. Die Farben der liebevollen Illustrationen kommen auf dem Papier sehr gut zur Geltung. Dabei passt der Stil perfekt zur Sprache: Die zarten farbenfrohen Aquarelle von Christa Unzner passen perfekt zum leisen poetischen Schreibstil der Autorin. Besonders gut gelungen sind die Gesichtsausdrücke des Terriers und des Drachens, die die Handlung wunderbar unterstreichen. Auch die Landschaften sind einfach, aber eindrucksvoll in den Aquarellen festgehalten.

Anna Xiulan Zeeck nimmt ihre Leser mit auf eine stimmungsvolle Reise durch chinesische Landschaften, eine Reise mit zwei interessanten Charakteren. Der kleine Hund als Kindern gut bekanntes Tier ist hier gut gewählt, um dem unbekannten kleinen Drachen zur Seite zu stehen. Der Lesespaß wird in dieser wunderbaren Geschichte nicht nur durch die besonderen Illustrationen erzeugt, sondern auch durch den sehr ansprechenden Schreibstil der Autorin. Der Fokus liegt zwar nicht primär auf der Spannung, doch finden sich in der Geschichte genügend spannungsvolle Momente, um bis zur letzten Seite keine Langeweile aufkommen zu lassen und die Fakten in eine interessante Handlung zu verpacken: Nickis Flucht, die schaurigen Erlebnisse bei Nacht, die Reise in der Luft und den Drachenpalast mit dem schwarzen unheimlichen Schatten. Das Ende mutet ein wenig abrupt an, was sicherlich der begrenzten Seitenanzahl geschuldet ist, doch man hätte sich sehr gut vorstellen können, dass der kleine Terrier und der kleine Wasserdrache zusammen den Drachenkönig des Gelben Flusses besuchen.

Fazit

Anna Xiulan Zeeck erzählt ein poetisch geschriebenes und wunderschön bebildertes Märchen um Vorurteile und Freundschaft, das seinen Lesern das Qing-Ming-Fest und die traditionell chinesischen Drachen erklärt.

ISBN10
394030719X
ISBN13
9783940307194
Dt. Erstveröffentlichung
2011
Gebundene Ausgabe
48 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 5 Jahren

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