Mouseheart (2) – Die Herrschaft der Katzen

Autoren
Illustrator
Vivienne To
Übersetzer
Johanna Wais
Verlag
Schneider Buch
Anspruch
4 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
4 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Mouseheart (2) – Die Herrschaft der Katzen”

Nach dem Sturz von Kaiser Titus und der Befreiung der gefangenen Nager aus dem Lager ist in der ehemals prächtigen Rattenstadt Atlantia leider nicht der ersehnte Frieden eingekehrt. Häuser wurden geplündert, viele ehemalige Einwohner sind geflohen, die Katzenherrscherin Felina und ihre Katzen verbreiten regelmäßig Schrecken, wenn sie in Atlantia jagen. Die verbliebenen Bewohner erwarten sich von Hopper, dem „Auserwählten“, eine Lösung. Gemeinsam mit dem Weisen, dem Mūs-Ältesten, reisen Hopper und Zucker zu den Mūs, wo sie sich von Hoppers Schwester Pinkie Unterstützung im Kampf gegen Felina erhoffen. Doch Pinkie ist nur an ihrer eigenen Macht interessiert und schickt ihren Bruder fort. Bevor Hopper die Mūs wieder verlässt, stellt er fest, welche Wandlung sein kleiner Bruder Pip durchlaufen hat: aus der freundlichen kleinen Maus ist ein enttäuschter, verbitterter Gegner geworden, der glaubt, sich allen beweisen zu müssen, um mit seinen beiden prominenten tapferen Geschwistern mithalten zu können.

Als die Freunde nach Atlantia zurückkehren, erwartet sie eine Katastrophe: Kammerjäger bekämpfen die Nager mit schweren Stiefeln und Schaufeln. Als die Menschen endlich die Tunnel verlassen haben, bleiben viele tote und in Käfigen gefangene Nager zurück. Im Kampf wird Firren gefangen und Zucker getötet, Hopper versteckt sich in der Jacke eines Kammerjägers und wird unfreiwillig mit in die Oberwelt genommen. Dort lauern ganz neue Gefahren auf die kleine Maus…

Wichtige Charaktere

  • Hopper
  • Zucker
  • Firren
  • Ass
  • Pinkie
  • Pip
  • Valky
  • Kralle
  • Felina
  • La Rocha

Zitate

„Schlurfende Schritte waren zu hören, und dann kam der in Ungnade gefallene Kaiser Titus aus dem Palast. Bei seinem Anblick stockte Hopper der Atem. Selbst Zucker, der mehr als jeder andere Grund hatte, einen tiefen, bitteren Zorn gegen die alte Ratte zu hegen, musste den Blick abwenden.
Der früher einmal Respekt einflößende Rattenherrscher, der noch vor wenigen Wochen auf einem goldenen Thron gesessen und ein blühendes, unterirdisches Königreich regiert hatte, war nur noch ein zusammengeschrumpfter Schatten seiner selbst. Die breiten Schultern waren tief gebeugt, und von seiner früheren Stärke war nichts mehr übrig geblieben. Er wirkte eingefallen, wie ein Sack aus runzliger Haut und Knochen.“

„Und in diesem Augenblick begriff Hopper etwas: Dies war die Kraft des Glaubens. Der Glaube machte es möglich, sich dem Unbekannten zu stellen. Der Glaube brachte Hoffnung, und die Hoffnung Stärke. Was La Rocha ihnen gab – den Ältesten, den Umherirrenden und auch Hopper – war keine Zauberei oder irgendeine übernatürliche Kraft … es war Inspiration. Und das war nur ein anderes Wort für den Wunsch, etwas Gutes, Nobles, Wichtiges zu tun … und daran zu glauben, dass man es schaffen konnte.“

Alle Bände der Reihe

1. Die Prophezeiung der Mäuse
2. Die Herrschaft der Katzen
3. Die Rückkehr des Mäusekriegers (erscheint im November 2015)

Links

Leseprobe beim Verlag

Persönliche Bewertung

Eine Nagergesellschaft als gelungenes Abbild menschlicher Stärken und Schwächen

4 von 5

Die Befreiung aus einer Schreckensherrschaft läutet eine schöne neue Welt ohne Angst, Unterdrückung und Gewalt ein – dass es selten so einfach ist, zeigt Lisa Fiedler anschaulich mit ihrer Rattenmetropole Atlantia. Der Kaiser ist vom Thron gestürzt, die Lager sind befreit, der brutale Pakt mit den Katzen beendet. Doch was nun? Eine neue Ordnung zu schaffen, ist nicht so einfach wie es sich die leidenschaftlichen Revolutionäre vor ihrem Kampf ausgemalt hatten. Und die befreiten Nager zeigen nicht die erwartete Dankbarkeit, angesichts der einst prunkvollen, doch inzwischen geplünderten Stadt, deren Bewohner in Hunger und Angst leben.

Nebenschauplatz ist die geschwisterliche Rivalität zwischen Hopper, Pinkie und Pip. Während sich die Konflikte mit Pinkie schon im ersten Band ankündigten, tritt der kleine Pip mit seinen Enttäuschungen, Zurückweisungen und seiner Eifersucht erst in diesem zweiten Band in den Fokus der Aufmerksamkeit. Verbitterung drüber, immer im Hintergrund zu stehen, nicht ernst genommen zu werden und nicht gut genug zu sein hat erschreckende Auswirkungen auf Pips Charakter. Interessant ist zudem die Rolle, die der Prophet La Rocha einnimmt (und dessen Geheimnis in diesem Band gelüftet wird). Seine teilweise rätselhaften Mitteilungen und der Umgang der Nager mit seiner sagenumwobenen Gestalt bieten Anlass, Sinn und Unsinn eines Glaubens kritisch zu hinterfragen.

Auch dieser zweite Band liest sich einfach und der Zielgruppe angemessen, ohne jedoch zu simpel zu erscheinen. Einige ganzseitige Illustrationen von Vivienne To begleiten wie im ersten Band die Handlung und zeigen die Nagetiere gleichzeitig authentisch und menschenähnlich. Das Ende des Buches schließt die Handlung des zweiten Bandes weitgehend ab, leitet jedoch schon zum Nachfolger über.

Fazit

Mit einem spannungsvollen zweiten Band setzt Lisa Fiedler ihre „Mouseheart“-Reihe fort. Neue Charaktere, neue Schauplätze und Aspekte fügen der Handlung interessante Wendungen hinzu, das Ende kündigt einen ebenso packenden dritten Band an.

Originaltitel
Hopper's Destiny
ISBN10
3505135321
ISBN13
9783505135323
Dt. Erstveröffentlichung
2015
Gebundene Ausgabe
352 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 10 Jahren

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