Monster Mia und das große Fürchten

Autoren
Illustrator
Franziska Harvey
Übersetzer
Karen Gerwig
Verlag
Kerle Verlag
Anspruch
3 von 5
Humor
5 von 5
Lesespaß
4 von 5
Schreibstil
3 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Monster Mia und das große Fürchten”

Mia und Marie sind Zwillingsschwestern und dennoch vollkommen verschieden: Während sich Marie auf der Lilienthalschule sehr wohl fühlt, ihr flauschiges Kaninchen und ihr rosafarbenes Tutu liebt, findet Mia ihre Ratte Quentin, Insekten und Kriechtiere weitaus interessanter. Als ihr Quentin im Unterricht entwischt, wird sie kurzerhand der Schule verwiesen und soll fortan auf die Finsterwald-Schule gehen. Schon bald wird klar, dass Mia nicht auf einer normalen Schule gelandet ist. Neben ihr im Klassenzimmer sitzen ein unsichtbares Geistermädchen, ein Vampir, ein Skelett, ein Zombie, ein Werwolf und eine Hexe, der Lehrer ist ein Vampir, die Schulkrankenschwester ist ein Oger. Nur Mia ist ein Mensch. Da Menschen auf der Finsterwald-Schule nicht zugelassen sind, stellt ihr der Lehrer Herr van Vlad ein Ultimatum: Wenn Mia es nicht gelingt, ihm bis zum Ende der Woche Angst einzujagen, wird Herr van Vlad bekanntgeben, dass Mia kein Monster ist und sie auf ihre alte Schule zurückschicken…

Wichtige Charaktere

  • Monster-Mia
  • ihre Ratte Quentin
  • ihre Eltern und ihre Schwester Marie
  • Herr van Vlad
  • Edward Paprika Stroganoff van Vlad
  • Wulf Werwolf
  • die giftige Greta
  • die unsichtbare Ulli
  • Großtante Eulalia
  • Zombie-Zoran
  • Frau Fenchel
  • das Kaninchen Flauschi

Zitate

„Das Zimmer sah etwas merkwürdig aus, weil Mia und ihre Schwester sich wegen der Tapete nicht einigen konnten. Am Ende hatte ihr Vater entschieden, dass Marie die Deko für ihre Hälfte des Zimmers aussuchte und Mia die für ihre. Das Ergebnis war, dass Mias Hälfte eine gespenstisch schwarze Tapete hatte, mit glänzenden Spinnenaufklebern, die in der Dunkelheit leuchteten, und Maries Hälfte hatte eine zuckerrosa Tapete, an die sie Zeichnungen von Feen, Regenbogen und magischen Schlössern gepinnt hatte.“

„Mia sah sich um. Sie hatte gedacht, der Junge ganz hinten sei einfach sehr dünn. Aber bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass er ein Skelett war. Sie hatte gedacht, der Junge neben ihm hätte einfach sehr schlechte Haut. Aber als sie noch einmal hinsah, merkte sie, dass er ein Zombie mit verwesendem grauem Fleisch war.
Vor dem Skelett und dem Zombie saß ein Junge, der aussah, als habe er ein Kostüm für ein Shakespeare-Stück an: mit Halskrause, Wams und Kniehose. Na ja, wenigstens gab es auch ein normales Kind – auch wenn es ein bisschen komisch angezogen war.
‚Hatschi!‘, nieste der Junge. Da fiel sein Kopf ab und rollte über den Boden.“

Alle Monster Mia Bände

1. Monster Mia und das große Fürchten
2. Monster Mia und das schaurig-schöne Sportfest
3. Monster Mia und die ungeheuerliche Übernachtungsparty
4. Monster Mia und die schräge Schulkontrolle

Persönliche Bewertung

Vergnügliche Geschichte um ein Mädchen, das etwas 'anders' ist

4 von 5

Zunächst muss man feststellen, dass das Cover von „Monster Mia“ ein wenig irreführend gewählt ist. Es ist die Finsterwald-Schule zu sehen und Mias Ratte Quentin, doch der Grundton ist ausgerechnet das Mia so verhasste Pink! Sicherlich ist bei der Covergestaltung vor allem an die (vermutlich überwiegend weibliche) Zielgruppe gedacht worden, es könnte allerdings einen falschen Eindruck erwecken. (Zur Entschuldigung sei auch erwähnt, dass das englische Cover eine ähnliche Hintergrundfarbe aufweist.) Auch das rosafarbene Tutu, das Mia trägt, erklärt sich zwar durch die Handlung, gehört aber nicht zu Mias Alltagskleidung. Davon abgesehen wirken das Cover und die kleinen Innenillustrationen von Franziska Harvey frisch und zur Geschichte passend.

Die Kulisse der „Monster-Mia“-Reihe ist keine neue Idee – eine unheimliche Schule voller monströser Mitschüler, in diesem Fall klassische Figuren aus Gruselfilmen wie Vampire, Hexen, Werwölfe und Geister. Der Autor setzt diese Idee jedoch so charmant und unterhaltsam um, dass man ihm die mangelnde Innovation nicht übelnimmt. Mia als Hauptfigur ist ein typisches Außenseitermädchen, das mit den Interessen und Vorlieben ihrer Mitschülerinnen nichts anfangen kann – eine Konstellation, mit der sich sicherlich einige junge Leserinnen (und Leser) identifizieren können. Es geht um Rivalität zwischen ungleichen Geschwistern und um Eltern, die zu beschäftigt sind, um sich tiefergehend mit ihren Kindern zu befassen: auch dies weit verbreitete Situationen aus dem Alltag der Zielgruppe.

Mia findet in ihrer neuen Schule einen Ort, an den sie besser passt, wo sie sich wohler fühlen kann, als inmitten der normalen Menschen an ihrer alten Schule. Doch auch an der Monsterschule muss sie sich bewähren, darf sie nicht sie selbst sein, denn es sind keine Menschen zugelassen. Im Verlauf der Geschichte findet sie jedoch einen echten Freund, dem solche Oberflächlichkeiten völlig egal sind, der sie akzeptiert, so wie sie ist – und der selbst nicht der Norm entspricht. Damit ist dieses Buch vor allem eines: Eine Freundschaftsgeschichte rund um eine besondere und sympathische Hauptfigur.

Die Sprache in der Geschichte ist recht schlicht gehalten, liest sich jedoch flüssig und einfach. Neben den kreativen Namen von Mias Mitschülern ist es vor allem der Humor, der „Monster-Mia und das große Fürchten“ auszeichnet. Bei so treffenden Begriffen wie „Kuschelwuschelland“ muss der Übersetzerin Karen Gerwig ein Kompliment gemacht werden, sie passen wunderbar in den humorvollen Ton der Geschichte.

Die Handlung in diesem ersten Band ist in sich abgeschlossen, glücklicherweise geht es jedoch weiter mit Mia und ihren neuen Freunden. Zwar bietet Saddlewick nicht den größten Anspruch, dafür jedoch beste Unterhaltung und spannende Wendungen bis zum Schluss, wenn die Leser zusammen mit Mia nach neuen Möglichkeiten suchen, ihren Lehrer doch noch zu erschrecken, um auf der Schule zu bleiben, oder die Geheimnisse verschiedener Charaktere ergründen.

Fazit

Ein freches und sehr unterhaltsames Buch für Mädchen, die nicht dem Klischee entsprechen, die mit Rosa und niedlichen Flauschtieren nichts anfangen können. Genauso ein Buch für Jungs, die von der Norm abweichen und in Mia und ihren Monsterfreunden willkommene Verbündete finden. Eine Reihe, die unterhält und von der man gern mehr liest!

Originaltitel
Monstrous Maud`s Big Fright
ISBN10
3451711613
ISBN13
9783451711619
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
144 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 7 Jaren

Eine Antwort zu
Monster Mia und das große Fürchten

  1. Friederike

    Es ist bei dem Buch sicher­lich inter­es­sant zu sehen, wie Mäd­chen, deren Lieb­lings­far­be Rosa ist und die sich für Bal­lett inter­es­sie­ren auf es reagie­ren. Denn das Buch­co­ver dürf­te gera­de die­se Ziel­grup­pe anspre­chen. Marie, Mias Schwes­ter ist nicht die Sym­pa­thie­fi­gur der Geschich­te, die jun­gen Lese­rin­nen kön­nen mit dem Buch neben ver­gnüg­li­chen Lese­stun­den vor allem Respekt und Tole­ranz gegen­über anders den­ken­den und anders aus­se­hen­den Mit­schü­le­rin­nen und Schü­lern ler­nen. Der Schreib­stil ent­hält vie­le Dia­lo­ge, was am Inhalt der Geschich­te liegt, wenn der Autor aber ein­mal Kulis­sen beschreibt, wie den Weg zur Fins­ter­wald­schu­le oder die Schu­le sel­ber, fühlt man sich gleich an den Ort des Gesche­hens ver­setzt. Bin gespannt, wie es in den nächs­ten Bän­den wei­ter­geht!