Mission Clockwork (2) – Angriff aus der Tiefe

Autoren
Übersetzer
Eva Plorin
Verlag
Thienemann Verlag
Anspruch
4 von 5
Humor
3 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Mission Clockwork (2) – Angriff aus der Tiefe”

Modo und Octavia bekommen einen neuen Auftrag von Mr Socrates. Sie reisen, als Ehepaar Warkin getarnt, mit dem Schiff nach New York, um einen Agenten namens Matthew Wyle ausfindig zu machen, der keine Nachrichten mehr schickt oder beantwortet. Vor Ort stellen sie fest, dass er ermordet wurde. Sie finden jedoch einen Hinweis auf die Ergebnisse seiner Ermittlungen: einen Zettel mit dem Code „VSVYWBT KEUW 6035236“ sowie die Übersetzung Grande Poisson 6035236. Dieser Code muss im Zusammenhang mit seinem Auftrag stehen: Etwas über die französische Agentin Colette Brunet herauszufinden. Brunet war auf den Ozeanen unterwegs, um etwas namens Ictineo aufzuspüren. Um den Franzosen gegenüber nicht benachteiligt zu sein, hatte Mr Socrates Wyle mit den Nachforschungen beauftragt.

Da es sich bei dem Zahlencode um Längen- und Breitengrade handelt, machen sich Modo und Octavia auf den Weg an Bord eines Schiffes, um vor Ort auf die Suche nach dem geheimnisvollen „großen Fisch“ aus der Botschaft zu suchen. Doch als sie die benannte Stelle erreichen, wird ihr Schiff von etwas gerammt und Modo geht über Bord. Eine Rettung ist unmöglich, und so muss Octavia an Bord des beschädigten Schiffes nach Island fahren um dort nach Hilfe zu suchen. Modo unterdessen wird durch das Auftauchen eines Unterwasserbootes vor dem Ertrinken gerettet. An Bord trifft Modo auf die Kapitänin Monturiol – und die französische Spionin Colette Brunet. Wie er wird auch Modo ein Gefangener der Ictineo – denn darum handelt es ich bei dem U-Boot. Er erfährt, dass die Kapitänin und ihre Anhänger eine Unterwasserstadt bauen und ihren selbstgegründeten Staat mit Gewalt vor Eindringlingen schützen. Doch an Bord des U-Bootes befindet sich schon ein Feind – ein unsichtbarer Mann namens Griff, der sich Modos Vertrauen erschleicht und mit seiner Hilfe das U-Boot erobern möchte…

 

Wichtige Charaktere

  • Modo
  • Octavia Milkweed
  • Colette Brunet
  • Griff
  • Kapitänin Delfina Monturiol
  • Cerdà und Garay
  • Mr Socrates
  • Dr. Cornelius Hyde
  • Miss Ingrid Hakkandottir

Zitate

„Während Modo sich langsam in seine natürliche Gestalt zurückverwandelte, dachte er über Icaria nach. Monturiol hatte gesagt, jeder sei dort willkommen, selbst die Krüppel. Und wenn jemand ein Krüppel war, dann ja wohl er. Eine bucklige Missgeburt! Für immer! Unzählige Male hatte ihm Mr Socrates gesagt: ‚Du bist entstellt. Du bist hässlich. Dein unansehnliches Äußeres mag dir jetzt unerträglich erscheinen, doch gerade deswegen wird die Welt dich unterschätzen.‘ Aber was, wenn das gar nicht sein musste? Was, wenn es einen Ort gab, an dem er leben durfte, ohne sein Äußeres zu verändern? Wo Menschen ihn nicht in einen Käfig sperren und gegen ein Eintrittsgeld zur Schau stellen würden. Könnte Icaria tatsächlich ein solcher Ort sein? Durch die Straßen Londons würde er nie als er selbst laufen…“

Alle Bände der Mission Clockwork Reihe

1. Gefahr für das britische Empire
2. Angriff aus der Tiefe
3. Empire of ruins (noch kein dt. Titel)
4. Island of Doom (noch kein dt. Titel)

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag
Englischsprachige Website zu den Mission Clockwork Büchern
Englischsprachige Website des Autors
Englischsprachiger Blog des Autors

Persönliche Bewertung

Steampunk gemischt mit etwas Politik und Agentenkrimi

4 von 5

Arthur Slades zweiter Teil seiner Steampunkreihe um den Agenten Modo, der sein Äußeres unter großer Anstrengung in das jeder beliebigen Person verwandeln kann, und die schöne Agentin Octavia ist eine gelungene Fortsetzung des äußerst spannenden Auftaktes. Die Grundzüge der Geschichte bieten zunächst keine Überraschungen: das Unterseeboot als beliebtes Steampunkmotiv zeigt sich schon auf dem Cover des Buches. Auch muss man feststellen, dass die Grundidee des Unterseebootes und seiner Bevölkerung sehr an Jules Vernes „20.000 Meilen unter dem Meer“ angelehnt ist. Die Ictineo erinnert sehr an die Nautilus, Modo widerfährt das Gleiche wie Professor Aronnax und die Kapitänin strebt ein ähnliches Ziel an wie Kapitän Nemo: Eine Unterwasserwelt für Ausgestoßene und vom Leben benachteiligte, die es mit allen Mitteln zu verteidigen und geheimzuhalten gilt. Man lebt von dem, was das Meer hergibt und ist damit zufrieden. Der größte Unterschied: Während die Nautilus rund um die Welt unterwegs ist, beschränkt sich das Gebiet von Slades Unterseeboot auf einen begrenzten Radius. Außerdem hat er eine Unterwasserstadt hinzugedichtet, die eine faszinierende Ergänzung darstellt. Natürlich ist auch Agent Modo mit seiner besonderen Begabung Slades Phantasie entstanden, von einer reinen Jules Verne-Kopie kann also keine Rede sein.

Arthur Slade schreibt sehr ansprechend und lässt den Leser engen Anteil an Modos Erlebnissen und vor allem an seinem Schicksal als missgestalteter Mensch nehmen. Dass mit Colette eine weitere Frau hinzukommt, die Modos Gefühle verwirrt und deren Reaktion auf sein wahres Gesicht sehr gut geschildert ist, macht die Geschichte auch auf zwischenmenschlicher Ebene spannend. Positiv am zweiten Band sind zudem auch die politischen Verwicklungen und die Schlussfolgerungen, die der Leser daraus ziehen kann. Auch wird klar, dass die Grenze zwischen „Gut“ und „Böse“ sehr fließend ist bzw. eine Frage der Perspektive ist. Es drängt sich zum Beispiel die Überlegung auf, wie eine lobenswerte Gesinnung mit skrupelloser Gewalt zusammenpasst. Heiligt der Zweck wirklich die Mittel, wie es heißt? Die Antwort mag jeder Leser für sich selbst finden.

Fazit

Eine spannende Geschichte, die gut geschrieben ist und einige politische Bezüge und Überlegungen bietet. In den Punkten Spannung und Anspruch muss für die sehr enge Anlehnung an Jules Verne ein Punkt abgezogen werden.

Originaltitel
The Dark Deeps
ISBN10
3522201329
ISBN13
9783522201322
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Gebundene Ausgabe
400 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 12 Jahren