Magoria

Das Haus der Schatten

Autoren
Verlag
rororo rotfuchs

Zusammenfassung zu “Magoria”

Maja ist schüchtern und mit sich selbst unzufrieden. Warum kann sie nicht so schlagfertig und beliebt wie ihre beste Freundin Rhonda sein? Doch für sie interessiert sich niemand, ihr Schwarm stellt sie bloß und die Schulparty endet für Maja als große Enttäuschung. Als sie auf dem Heimweg außerdem von einer unheimlichen Schattenfrau verfolgt wird, die mit ihr spricht, glaubt Maja, den Verstand zu verlieren. Als sie das zweite Mal einen Schatten sieht, als dieser gerade einen Mitschüler angreift, wird sie von einer Lehrerin, Frau Graumel, angesprochen. Maja erfährt, dass die Schattenwesen real sind und wird für die Sommerferien zur Ausbildung nach Magoria eingeladen, wo sie lernen soll, die Schatten zu bekämpfen. Die Bedingung: Maja darf niemandem erzählen, worum es auf Magoria geht.

Als sie sich dem Abenteuer stellt, findet Maja auf Magoria schnell neue Freunde. Sie ist zum ersten Mal Teil einer Gruppe und es scheint sich sogar mit dem attraktiven Julian ihre erste Liebe anzubahnen. Doch Maja darf niemandem von der Schattenfrau erzählen, die sie verfolgt. Auf Magoria haben schwache Menschen nichts zu suchen, und Schatten suchen sich nur Schwächlinge aus… Die eine Nacht, in der die Jäger in die Schattenwelt reiten, um dort gegen Schatten zu kämpfen, rückt näher und Maja ist entschlossen, ihren Schatten aufzuspüren und zu töten. Doch dann entwickelt sich die Situation ganz anders als erwartet: Die Gruppe der neuen Schattenjäger ist gespalten, ein anderes Mädchen wird von einem Schatten verfolgt, und auch mit Julian läuft alles ganz anders als geplant…

Wichtige Charaktere

  • Maja
  • Rhonda
  • Simon
  • Ada Graumel
  • Karl Graumel
  • Jakob, Alex und Lily
  • Julian und Pascal
  • Carolin, und Marcel
  • Vera, Kevin und Svea
  • Rick
  • die Pferde Juniper und Kemador

Zitate

„Das Gesicht der Frau war leichenblass, ihre Züge verzogen sich wie geschmolzenes Wachs, der ganze Kopf ein ungeformter Klumpen, Hautfäden zogen sich von der Ober- zur Unterlippe, als sei der Mund noch im Entstehen. Dort, wo die Augen hätten sein müssen, öffneten sich in ihrem Kopf zwei schwarze Löcher, in deren Tiefe zwei weiße Punkte glühten.“

„Es roch nach Staub und nach Kräutern, Balken wuchsen um mich herum aus dem Ziegelboden und verloren sich in der Dunkelheit. Dazwischen hingen Spinnweben. Die Luft fühlte sich warm an und atmete sich wie zerkrümeltes Knäckebrot.“

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Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

Spannungsreicher bis unheimlicher Jugendroman zwischen Fantasy und Realität

4 von 5

Maja, die Hauptperson, ist das typische schüchterne Mädchen ohne viele Freunde. Eine Figur, mit der sich viele Leserinnen sicherlich gut identifizieren können. Im Laufe der Geschichte verändert sich Maja durch ihre neue Rolle, ihre neue Umgebung und soziale Eingliederung in eine Gruppe. Die Autorin zeigt hierbei gut auf, wie die Hauptperson selbst von der Ausgeschlossenen und Gemobbten zu einem Mädchen wird, das sich unter dem Einfluss der Gruppe verändert und selbst dazu beiträgt, andere auszuschließen.

Diese sozialen und psychologischen Aspekte sind es vor allem, die „Magoria“ von einer leichten Jugendlektüre ohne Tiefgang abheben. Es geht darum, sich selbst zu akzeptieren, um die nicht erwiderte Jugendliebe, um Konkurrenz unter Geschwistern und ungleiche beste Freundinnen, aber auch um Fanatismus und Unbelehrbarkeit sowie um die schwierige Situation von Julians Vater, als Julian von seinem Absturz und der Vernachlässigung der Familie durch die Arbeitslosigkeit erzählt. Ein wenig schade, aber sicherlich authentisch ist, dass sich die Hauptfigur erst dann selbst akzeptiert, als sie Freunde findet, Gewicht abnimmt und sich ein Junge für sie interessiert, sie schöpft ihre Kraft vor allem von außen und aus Äußerlichkeiten, nicht aus sich selbst. Dem könnte man zwar entgegensetzen, dass Maja durch ihre neue Rolle merkt, dass sie etwas Besonderes ist, eine bessere Botschaft hätte jedoch eine Hauptfigur vermittelt, die sich selbst so schätzen und lieben lernt, wie sie ist, kompromisslos und ohne Bestätigung von außen.

Doch nicht nur die menschlichen Charaktere beleben die Geschichte. Interessante Figuren zwischen Fantasy und Realität sind die Neumondpferde, die als Begleiter der Schattenjäger in der Schattenwelt fungieren. Leserinnen, die dem Reiten kritisch gegenüberstehen, mögen die Rolle der Pferde kritisch sehen, doch suchen sich die Pferde in dieser Geschichte ihre Reiter(innen) selbst aus und verfügen über einen eigenen Willen. Zwar werden sie durch den Willen ihrer Reiter gelenkt, doch entscheiden sie selbst, ob sie sich von einem Menschen reiten lassen oder nicht. Neben den Pferden sind es vor allem die Figuren der Schatten, die für eine hohe Faszination und einen Hauch Grusel in der Geschichte sorgen. Ohne zu viel vorwegzunehmen, auch die Auflösung über den Ursprung und die Absichten der Schatten ist ein intelligenter Ansatz, der perfekt zu Aussage und Handlungsverlauf der Geschichte passt.

„Magoria“ bleibt bis zur letzten Seite spannend, Charaktere und Kulissen sind lebensnah, mitunter sogar packend beschrieben. Neben der Persönlichkeit Majas und der Liebesgeschichte zwischen ihr und Julian ist es vor allem die Vorbereitung auf die Schattenjagd und Majas Kampf gegen ihren eigenen Schatten, die sich als roter Faden durch die Geschichte zieht, bis es in den letzten Kapiteln zu einer überraschenden Wendung kommt. Das Ende von „Magoria“ deutet auf einen weiteren Band hin, die Geschichte ist aber soweit zu Ende gebracht, dass sie als abgeschlossen gelten kann.

Fazit

„Magoria“ ist ein Jugendbuch für ein vermutlich vorrangig weibliches Publikum, das gern romantische und gleichzeitig spannungsreiche, tendenziell unheimliche Geschichten liest. Charlotte Richter-Peill schreibt und beschreibt Kulissen und Handlungen gut und weitgehend mitreißend und liefert damit einen lesenswerten Jugendroman, der fantastische und sehr reale Elemente gut miteinander verknüpft.

ISBN10
3499200139
ISBN13
9783499200137
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Broschierte Ausgabe
400 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 14 Jahren

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