Kleines Lexikon der Küchenirrtümer

Autoren
Verlag
Eichborn Verlag
Anspruch
4 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
4 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Kleines Lexikon der Küchenirrtümer”

Verdampft Alkohol beim Kochen? Darüber muss man nicht Rätselraten, da es sich um simple Physik handelt, kann man das relativ einfach herausfinden. Schwieriger wird es da schon, die Frage zu beantworten, ob Aluminiumkochtöpfe Alzheimer verursachen oder sich damit herumzuschlagen ob rostfreies Edelstahl wirklich rostfrei ist, und falls ja oder auch nein, warum das so ist.

Der Autor des Buches über Küchenirrtümer, Ludger Fischer, seinerseits Lebensmittelexperte und Hobbykoch, müht sich, Fragen wie den eingangs aufgeführten, auf den Grund zu gehen. Erklärtes Ziel ist es mit all den heute noch sehr populären „Küchenirrtümer“, als da wären „Schnellkochtöpfe können explodieren“ und „Pilze darf man nicht wieder aufwärmen“, einmal aufzuräumen. Methodisch bedient sich Fischer dabei bei den Naturwissenschaften, der modernen Ernährungslehre und wo es gar nicht anders geht, kommt das eigene Experiment zum Einsatz.

Die „Küchenirrtümer“ sind interessanterweise alphabetisch geordnet, jedoch nicht nach Stichwort, sondern einfach nach Anfangsbuchstaben der Überschrift. So findet man unter F so Interessantes reflektiert wie beispielsweise das Vorurteil, dass Fernsehshows zum Kochen anregen, gefolgt von der spannenden Frage ob und warum das Fett bei Soßen und Suppen abgeschöpft werden muss. Auskunft über „geklärte Butter“ findet man dann nicht unter B wie Butter, sondern unter G wie „geklärt“. Im Anschluss an den „lexikalischen Teil“ gibt es dann sozusagen als Dessert noch ein sehr kleines, jedoch vom Autor kommentiertes Literaturverzeichnis, indem weder Jean-Anthelme Brillat-Savarin noch Karl Friedrich von Rumohr fehlen – was dann wiederum sehr für die Qualität des Lexikons sprechen könnte.

Zitate

„Koch- und Backbücher sind Lehrbücher, die zahlreichen Ratgeber eine abgeschwächte Form davon. Wie viele Lehrbücher spiegeln diese Werke nicht den aktuellen Stand der Wissenschaft, sondern den traditionellen Hintergrund ihrer Autoren.“
„Ich würde es sogar vorziehen, beim Kochen ganz auf Traditionen zu verzichten. …In diesem Buch geht es um Traditionen und Irrtümer, die solchen Traditionen und Überlieferungen entspringen und die durch neuere, aber noch nicht allgemein bekannte Forschung ausgeräumt wurden.“

Persönliche Bewertung

Griffiges, humorvolles Küchenbuch

4 von 5

Gut als Geschenk für kochende Freunde geeignet, wenn man sich sicher sein könnte, dass denn auch alles so stimmt, was in dem Lexikon nachzulesen ist. Bei dem einen oder anderen Artikel spiegelt das Geäußerte vielleicht doch eher den „traditionellen Hintergrund des Autors“ als den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Fazit

Das kleine Lexikon der Küchenirrtümer ist ein griffiges, recht humorvoll geschriebenes Büchlein, dessen alphabetisch geordneten Überschriften Sätze zitieren, die fast jeder schon mal als Ratschlag oder Anmerkung zu hören bekommen hat, wobei sich die wenigsten gefragt haben werden, ob die gemachte Aussage wohl zutreffend sei. Die einzelnen „lexikalischen“ Artikel sind unterhaltsam und flüssig geschrieben, stehen recht oft in Bezug aufeinander. Die thematischen Sprünge, für die die alphabetische Sortierung nach Anfangsbuchstabe der Überschriften sorgt, macht das Lexikon auch zum Durchlesen ausgesprochen interessant. Also eigentlich ein rundherum zu empfehlendes Buch mit besonderer Eignung als kleines Geschenk an kochbegeisterte Freunde, wenn denn nicht beim (Durch)Lesen der Eindruck entstehen würde, dass die vom Autor geäußerten Ansichten möglicherweise gar nicht so objektiv und fundiert sind, wie es im ersten Anlesen vermittelt wird. Beispiel Eischnee: dem Autor mag Eischnee gelingen, auch wenn er diesen in einer fettigen Schüssel einrührt, der Rezensentin ist das hingegen noch nie gelungen.

ISBN10
3821857005
ISBN13
9783821857008
Dt. Erstveröffentlichung
2009
Gebundene Ausgabe
238 Seiten

Eine Antwort zu
Kleines Lexikon der Küchenirrtümer

  1. Hubertus Biber

    Scha­de, dass der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Fischer sel­ber einem Irr­tum auf­ge­ses­sen ist. Er hat eher nicht das The­ma Salz recher­chiert. Ist ja auch etwas müh­sam. Kaum einen Unter­schied zwi­schen Meer­salz und Koch­salz fest­zu­stel­len ist schon ganz schön beschei­den. Hat doch das Meer­salz bis zu 84 Mine­ra­li­en. Fischer kennt nur 3. Auch wenn der Mine­ra­li­en­an­teil nur bei 3-4% liegt ist er gesund­heit­lich und geschmack­lich von gro­ßer Bedeu­tung. Auch die zum Teil gif­ti­gen Addi­ti­ve beim Koch­salz wie Rie­sel­hil­fen, Flu­or und Jod blei­ben uner­wähnt. Alle Wei­ne haben als Haupt­an­teil Was­ser. Stand­ort, Lage und Kli­ma machen den Unter­schied. Nach Fischers Logik wäre das aber zu ver­nach­läs­si­gen.