Kälte

Autoren
Übersetzer
Ulrich Thiele
Verlag
Loewe Verlag

Zusammenfassung zu “Kälte”

Als sich ein Schneesturm ankündigt, wird der Unterricht auf der Tattawa Regional Highschool vorzeitig beendet. Die Lehrer fahren nach Hause, die Schüler lassen sich mit Bussen oder von ihren Eltern abholen. Scott und seine Freunde Jason und Pete bleiben in der Schule, um im Werkraum an Jasons Gokart weiterzuarbeiten. Jasons Vater soll die drei Freunde später abholen und nach Hause bringen. Doch der Schnee nimmt ungeahnte Ausmaße an, bald besteht keine Telefon- oder Mobilverbindung mehr. Außer Scott und seinen beiden Freunden befindet sich noch der Lehrer Mr Gossell (der die Abholung der übriggebliebenen Schüler und Schülerinnen überwachen sollte), Les und der Außenseiter Elijah sowie Scotts Schwarm Krista und ihre Freundin Julie in der Schule.

Bald wird klar, dass so schnell keine Hilfe zu erwarten ist, denn der Schneefall wird zunehmend heftiger. Mr Gossell macht sich auf den Weg, um Hilfe zu holen, doch er kehrt nicht zurück. Die verbleibenden sieben Schüler müssen sich notdürftig in der Schule auf eine längere Wartezeit einrichten. Als auch noch der Strom ausfällt und der Schnee immer höher steigt, sind sie auf die Notbeleuchtung angewiesen und auf die Restwärme in der Schule. In der Kantine versorgen sie sich notdürftig mit kalten Lebensmitteln, für etwas mehr Licht und Wärme ziehen sie schließlich in das Obergeschoss der Schule. Doch ohne Heizung sinkt die Temperatur stetig und schließlich fällt auch noch das Wasser aus der Leitung aus. Die Stimmung zwischen den ungleichen Schülern wird immer angespannter und es schneit unbeirrt weiter…

Wichtige Charaktere

  • Scotty Weems
  • Jason Gillespie
  • Pete Dubois
  • Les Goddard
  • Julie Anders
  • Krista O’Rea
  • Elijah James
  • Mr Gossell

Zitate

„Nach Springsteen lief ein Song von Lady Gaga. Die Mädchen standen auf Lady Gaga, beim Refrain sangen sie sogar mit. Der Song ging auch wirklich gut ins Ohr, aber wenn Lady Gaga jetzt schon als Classic Rock galt, hatten wir ein ernsthaftes Problem.“

„Dienstag früh vor der Schule war ich zum letzten Mal ins Netz gegangen, aber da hatte ich nur E-Mails gecheckt, auf ein, zwei Kommentare geantwortet und ein paar Spiele gespielt, die üblichen morgendlichen Wartungsarbeiten eben. Jetzt warteten bestimmt schon haufenweise Mails, Kommentare und Pinnwandeinträge auf mich. Jeder würde bei mir vorbeischauen und fragen, ob auch alles in Ordnung ist und so weiter. Außerdem war meine Energieanzeige in Mafia Wars mittlerweile sicher randvoll, und wenn ich die Energie nicht verbrauchte, würde sie sich nicht wieder aufladen, was einfach jammerschade war. Und mein Schiff in Scurvvy Piratez war zweifellos wieder vollständig repariert. Fragt mich nicht, warum ich mir darüber so viele Gedanken machte; wahrscheinlich weil ich nicht an die großen realen Probleme denken wollte. Da schlug ich mich lieber mit kleinen, virtuellen Problemen herum.“

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

Beklemmend und weitgehend fesselnd: Highschool wird zur winterlichen Horrorkulisse

4 von 5

Michael Northrop erzählt einen Jugendthriller, der in seinem Grundgerüst an „Shining“ erinnert, doch verglichen damit und gemessen an Klappentext und Einleitung wirkt die Geschichte in ihren Auswirkungen recht gemäßigt. In der völligen Einsamkeit und angesichts der Bedrohung der Situation wäre zu erwarten gewesen, dass die körperlichen Folgen und auch die psychischen massiver wären. Was als Abenteuer begann, entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einem Alptraum. Nach der dramatischen Einleitung erwartet man deutlich mehr “Opfer” und Dramatik in der Geschichte – vielleicht ist dies dem Schreibstil oder der Altersgruppe geschuldet, denn zum Beispiel die tödliche Gefahr des einstürzenden Daches wirkt in der Geschichte weniger gefährlich als es in der Realität ist. Auch das Ende erscheint recht offen und hinterlässt eine gewisse Unzufriedenheit.

Die Geschichte wird aus Sicht eines Jungen (Scotty) erzählt. Die Wahl des Ich-Erzählers lässt die Handlung sehr nah am Leser wirken. Passend zum Erzähler schreibt Northrop in Jugendsprache und lässt Scotty bisweilen recht tiefgründig, sehr humorvoll und selbstironisch erzählen. Scotty reflektiert die eigene Abhängigkeit von Handies und Computerspielen, die angesichts der bedrohlichen Situation recht absurd wirkt. Ebenso seltsam, aber darum realistisch wirkt es, dass Scotty trotz der Umstände noch Gedanken für Krista übrig hat. (Dankenswerterweise schweift die Geschichte übrigens nicht in eine angesichts der Dramatik unpassende Love Story ab, doch das ist natürlich weitgehend Geschmackssache.)

Die Charaktere sind authentisch dargestellt – eine typische, jedoch sehr heterogene Gruppe Jugendlicher. Im Mikrokosmos der eingeschlossenen Schule verändert sich das Verhältnis der Schüler untereinander, sie sehen einander mit anderen Augen. Besonders der “Freak” Elijah zeigt sich von einer bisher unbekannten Seite. Scotty versteht außerdem, warum alle vor Les Angst haben, obwohl dieser im Grunde nicht wirklich gefährlich oder gewalttätig ist, sondern einfach nur nicht mit der Schule und den Strukturen dort zurecht kommt. Damit beleuchtet Northrop auf interessante Weise zwischenmenschliche Beziehungen und die unterschiedlichen Charaktereigenschaften und Reaktionen auf Krisensituationen der einzelnen Personen.

Fazit

Ein Thriller mit einer interessanten, wenn auch nicht neuen Idee, der recht zahm daherkommt. Ein Pageturner, der sich als leichte Lektüre für lange Winterabende gut liest, doch man sollte warmen Tee oder Kaffee bereithalten, denn die Kälte überträgt sich auf den Leser, so plastisch ist die Geschichte geschrieben.

Originaltitel
Trapped
ISBN10
3785574282
ISBN13
9783785574287
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Taschenbuchausgabe
256 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 13 Jahren

Eine Antwort zu
Kälte

  1. mmm

    hab mich nicht getraut des buch zu lesen

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