Insel der blauen Delfine

Autoren
Illustrator
Milada Krautmann
Übersetzer
Roswitha Plancherel-Walter
Verlag
Sauerländer Verlag

Zusammenfassung zu “Insel der blauen Delfine”

Das Kinder- und Jugendbuch des amerikanischen Schriftstellers Scott O’Dell handelt von dem Indianermädchen Karana – oder Won-a-pa-lei – das viele Jahre auf einer einsamen Insel zubringt. Diese Insel verdankt ihre Namensgebung der Form, die an einen Delphin erinnert. Verlassen von ihrem heimatlichen Indianerstamm, strandet Karana zwölfjährig mit ihrem Bruder Ramo auf der Insel der blauen Delphine. Ihr Vater, Häuptling des Indianerstammes, wurde, wie alle anderen Stammesangehörigen, Opfer von Kämpfen zwischen den Indianern und Aleuten. Ihre Mutter starb schon längere Zeit davor. Auch Karanas Bruder kommt im ersten Jahr, das die Kinder alleine auf der Insel der Delphine verbringen, um, und Karana muss sich von nun an in der Wildnis alleine durchschlagen.

Angetrieben von der Hoffnung, eines Tages von Menschen gefunden zu werden, muss sie sich den Gefahren der Natur stellen und versuchen, zu überleben. Die Wildhunde auf der Insel machen ihr besonders zu schaffen, doch es gelingt ihr, den Anführer des Rudels zu zähmen und als Gefährten zu gewinnen. Sie wird mehr und mehr vertraut mit der Natur und beginnt, an ihren Schönheiten zu hängen. Als sich eines Tages wieder Aleuten der Insel nähern, versteckt sie sich vor ihnen, sucht aber dennoch vorsichtig Kontakt zu einem der dazugehörigen Mädchen. In all der Zeit ihrer Einsamkeit, hat sie nun gelernt, mit einfachsten Mitteln auszukommen, um zu überleben – selbst, als sie schwer verletzt wird, gelingt es ihr wieder, aus eigener Kraft auf die Beine zu kommen. Dennoch gewöhnt sie sich nie ganz daran, völlig alleine zu leben, sondern sehnt sich nach menschlicher Zivilisation.

Zusatzinformationen zum Buchformat

Das Buch gibt es neben der Hardcover-Ausgabe auch in einer preiswerteren Taschenbuchausgabe von dtv junior. Daraus die Leseprobe (PDF).

Wichtige Charaktere

  • Won-a-pa-lei oder Karana
  • Ramo, ihr Bruder
  • Rontu, ihr Hund

Interpretation

Das beeindruckende Jugendbuch O’Dells beruht auf einer wahren Begebenheit, von der jedoch sehr wenig historisches Wissen erhalten ist. Der Autor deutete die Entwicklung, die Karana in all den Jahren der Einsamkeit durchlebt, indem er Karanas Einsamkeit nicht allein als schweres Schicksal und Nachteil darstellt. Sie hat nicht nur gelernt, mit den äußeren Gegebenheiten der Einsamkeit zurechtzukommen, sondern wurde vielmehr durch ihre innere Haltung dazu befähigt, trotz Sehnsucht nach menschlichen Gegenübern ihr Leben in absoluter Verlassenheit anzunehmen. Da sie nicht weiß, ob sie eines Tages wieder Berührung mit menschlicher Zivilisation haben wird, ist die Deutung des Autors, wie gut Karana ihr Schicksal meistert, mehr als nur Spekulation. Auch der Leser kommt während der Lektüre des Buches zu diesem Schluss, und die erschwerten Lebensbedingungen treten gegenüber der Haltung Karanas nahezu in den Hintergrund. Der Autor, dessen Buch auf wenigen, historischen Fakten gründet, schuf keinen romantisch-verklärenden Roman, sondern suchte auf seine Art, zu begreifen, wie ein junges Mädchen inmitten der Gefahren der Wildnis bestehen kann. Und, wie ein Mensch bestehen kann, der über viele Jahre hinweg ohne jeglichen menschlichen Austausch lebt. O’Dell zeigte auf, dass Karana sich mit der Einsamkeit nahezu völlig arrangierte, ohne es zu vernachlässigen, auf die Ankunft von Mitmenschen zu warten.

Persönliche Bewertung

ein Klassiker mit Spannung und Tiefgang über die weibliche Version des Robinson

5 von 5

Scott O’Dell gelang es mit diesem Roman, Spannung auf mehreren Ebenen aufzubauen – zum Einen, wie es Karana gelingt, mit dem Verlust ihrer Familie leben zu können, sich alleine in der Wildnis der Insel durchzuschlagen und die Einsamkeit ebenso wie die Hoffnung zu ertragen, eines Tages wieder ein Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu werden. Zum Anderen schilderte O’Dell eindrucksvoll, wie groß Karanas Liebe zur Natur und zu ihren Geschöpfen ist, obwohl daraus zahlreiche Gefahren für sie erwachsen. Besonders aus heutiger Sicht ist es spannend und faszinierend, sich vorzustellen, wie ein Mensch alleine über viele Jahre hinweg in der Natur überleben kann. In einer Zeit, in der Kommunikation und ein Überangebot an allem, was der zivilisierte Mensch benötigt, vorherrscht, erscheint es unvorstellbar, sich wie Karana durchschlagen zu müssen.

Umso beeindruckender ist die Lektüre dieses Romans, ihre Geschichte in der Gegenwart zu vermitteln – dazu gehört viel Einfühlungsvermögen und eine große Erzählkunst, ohne auf künstliche oder romantisierende Details zu setzen. Dies gelang O’Dell auf bemerkenswerte Weise. Auch enthalten die Schilderungen der unberührten, faszinierenden Natur viele Anregungen für die eigene Phantasie, es entsteht zwischen den Lesern und der Hauptfigur des Romans innerhalb kürzester Zeit große Sympathie – die Leser fühlen mit allem, was Karana erlebt. Vor allen Dingen werden die Leser von Karanas Fähigkeiten und Eigenschaften, die ihr das Überleben ermöglichten, nachhaltig beeindruck: Mut, Entschlossenheit, aber auch Gelassenheit und zugleich Zielstrebigkeit.

Fazit

Scott O’Dells Jugendroman beschreibt die Geschichte Karanas auf spannende und einfühlsame Weise. Da es dem Autor nicht alleine darum ging, ihren täglichen Überlebenskampf zu schildern, ist das Buch besonders lesenswert und eignet sich hervorragend als Jugendlektüre. Junge Leser erfahren darin, wie es Karana schafft, sich mit der bedrückenden Einsamkeit zu arrangieren und sich zu einer eindrucksvollen, jungen Frau zu entwickeln.

Originaltitel
Island of the Blue Dolphins
ISBN10
3737367213
ISBN13
9783737367219
Dt. Erstveröffentlichung
1962
Gebundene Ausgabe
175 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 10 Jahren

Eine Antwort zu
Insel der blauen Delfine

  1. Achim

    Das Buch »Insel der blau­en Del­fi­ne« von Scott O’Dell bekam ich eher zufäl­lig in die Hän­de. Ange­regt vom Rück­sei­ten­text lan­de­te es auf dem Sta­pel zu lesen­der Bücher und wur­de auch bald gele­sen.

    Das Buch ist span­nend geschrie­ben und zu lesen, so dass ich es oft kaum aus der Hand legen konn­te. Als Leser kann ich mich sehr gut mit dem India­ner­mäd­chen Kara­na iden­ti­fi­zie­ren. Es ist sehr inter­es­sant zu lesen, wie Kara­na es immer wie­der schafft ihr Über­le­ben zu sichern. Dabei über­rascht und fas­zi­niert immer wie­der auch der Respekt vor der Natur und sei­nen Geschöp­fen. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefal­len. Ich kann die­ses Buch nur zum Lesen emp­feh­len. Ich wur­de beim Lesen span­nend unter­hal­ten und war von so man­cher Sei­te ein­fach nur fas­zi­niert.
    Also Buch jetzt besor­gen und gleich mit dem Lesen begin­nen