Ich, Lilly und der Rest der Welt

Autoren
Illustrator
Martina Badstuber
Verlag
Kosmos Verlag
Anspruch
3 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
3 von 5
Schreibstil
3 von 5
Spannung
3 von 5

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Zusammenfassung zu “Ich, Lilly und der Rest der Welt”

Hannah wohnt mit ihren Eltern und ihren drei Schwestern Cora, Lilly und Frida in einem kleinen grünen Haus. Schon lange plant die Familie in ein neues, größeres Haus umzuziehen, doch mit den Bauarbeiten will es einfach nicht voran gehen. Auch sonst ist das Leben turbulent: Hannah und ihre elf Monate alte Schwester Lilly unternehmen viel zusammen, hin und wieder stellen sie etwas an oder geraten durch unglückliche Umstände in Schwierigkeiten. Als die beiden Schwestern zum Beispiel einen kleinen Flohmarkt vor ihrem Haus abhalten, um Geld zu verdienen, interessiert sich die Nachbarstochter für ihre kleine Schwester Frida, und Hannah und Lilly verkaufen Frida – zum Entsetzen ihrer Eltern…

An einem anderen Tag bekommt es Hannah mit einem Vampir zu tun – denn als „Expertin für Ungeheuer, Monster und Hexen“ macht ihr niemand etwas vor. Sie hat zum Beispiel sofort erkannt, dass die Ärztin Frau Billenberg eine Hexe ist – und genauso sicher ist sie, dass es sich bei dem neuen Nachbarn um einen Vampir handeln muss. Also machen sich Hannah und Lilly auf den Weg, den Vampir mit Knoblauch zu vertreiben. Woran sie nicht denken: Lilly vergisst während der Flucht ihren Rucksack am Briefkasten des neuen Nachbarn… Und dann steht ja auch noch der Umzug ins neue Haus bevor, und die wichtige Entscheidung, welche Farbe das Haus bekommen soll. Die demokratische Abstimmung hierüber verläuft nicht so ganz wie vom Vater geplant, der sich für Zitronengelb begeistert…

Wichtige Charaktere

  • Hannah
  • ihre Schwestern Lilly, Cora und Frida
  • ihre Eltern
  • die Babysitterin Vanessa

Zitate

„Papa schaut uns entsetzt an. Er fragt Mama nach ihrem Vorschlag. Aber Mama sagt, sie enthält sich. Papa sagt, Mama wird doch wohl eine Meinung haben. Und Mama findet, dass doch ein Vorteil der Demokratie ist, dass man auch mal keine Meinung haben darf. Papa findet, dass Mama keine Ahnung von Demokratie hat. Aber bitte, dann hat Mama also keine Ahnung und Papa ist dran.“

„Wir laufen zu unserer Baustelle. Von dort haben wir einen prima Blick auf das Vampirhaus. Es ist halb zwölf mittags, die Sonne scheint. Ideales Vampirwetter, um zu Staub zu zerfallen. Als wir auf unsere Baustelle zulaufen, sehen wir schon von Weitem das Vampirhaus. Ich bekomme einen riesigen Schreck. Alle Rollläden sind unten.
‚Siehste‘, flüstere ich aufgeregt zu Lilly. ‚Der meidet Tageslicht. Das ist ein Vampir!'“

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Persönliche Bewertung

Humorvolle Familiengeschichte, ohne bleibenden Eindruck

3 von 5

„Ich, Lilly und der Rest der Welt“ ist die Geschichte um eine Familie mit vier Töchtern. Im Zentrum steht zwar ein in seinen Grundzügen harmonisches Familienleben, doch wächst die Hauptfigur nicht in einer Bilderbuchfamilie auf, denn ihre älteste Schwester ist das Kind eines anderen Mannes. Überhaupt wirkt die Geschichte recht aktuell. Konkrete Bezüge aus einer bestimmten Generation fehlen, doch verleiht zum Beispiel das Popstar Memory mit dem nicht näher benannten Lieblingssänger der großen Schwester dem Buch einen modernen Klang.

Alexandra Maxeiner schreibt in einer sehr einfachen Sprache mit zum Teil sehr kurzen Sätzen, passend zur kindlichen Ich-Erzählerin. Dieser Erzählstil wirkt stimmig, bedeutet jedoch, dass sich der Schreibstil mitunter ein wenig eintönig liest. Wer Wert auf eine anspruchsvollere, kreativere bzw. poetischere Sprache legt, dürfte hier enttäuscht werden. Ähnlich einfach gehalten, aber dennoch recht pfiffig sind die begleitenden Illustrationen von Martina Badstuber, die vor allem auf dem farbenfrohen Cover gut zur Geltung kommen.

Die größte Stärke des Buchs ist vermutlich sein Humor. Die kleinen alltäglichen Episoden, die Hannah und ihrer Schwester Lilly passieren, und der freche Ton, mit dem Hannah die Geschehnisse kommentiert, lassen Eltern und Kinder schmunzeln. Ein schönes Beispiel hierfür ist Hannahs imaginäres Pferd, das ihnen beim Möbelkauf etliche Probleme beschert. Ein weiterer humorvoller Höhepunkt ist das Kapitel um die Babysitterin, die ihre liebe Mühe mit den beiden Schwestern hat. Wie in einer Komödie geht den ganzen Abend etwas schief, und der Ausgehabend der Eltern endet in einer Katastrophe. Aus Hannahs und Lillys Sicht ist dies natürlich urkomisch, aus Sicht der Babysitterin, die sich Mühe gibt aber nicht mit den beiden Mädchen zurecht kommt, ein Desaster. Da der Fokus auf Hannah liegt und die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, kommt dies nicht heraus. Eine Art Perspektivwechsel, in dem die beiden Mädchen und vor allem den jungen Lesern die Sicht der großen Schwester oder der Babysitterin deutlicher wird, hätte hier sicherlich die Handlung bereichert.

Dieses Buch möchte vor allem unterhalten, kein Wissen oder Anspruch vermitteln. Einzige Ausnahme ist das Kapitel über Demokratie und ihre Nachteile, die sich zeigen, als Hannahs Familie über die Farbe des neuen Hauses abstimmt. Der Vater schlägt die demokatische Abstimmung vor, als er jedoch überstimmt wird und ein Vorschlag gewinnt, mit dem er sich gar nicht anfreunden kann, revidiert er seine Meinung über die löbliche Demokratie…

Fazit

Alexandra Maxeiner erzählt mit „Ich, Lilly und der Rest der Welt“ eine durchaus unterhaltsame, da humorvolle Familiengeschichte. Dank der einfachen Sprache eignet sich das Buch gut zum Vorlesen und ersten Selbstlesen. Einen bleibenden Eindruck vermittelt die Geschichte leider nicht, dafür fehlt es an besonderen Ideen und Tiefgang.

ISBN10
3440136329
ISBN13
9783440136324
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
144 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 8 Jahren