Ich fürchte mich nicht

Autoren
Übersetzer
Mara Henke
Verlag
Goldmann Verlag
Anspruch
2 von 5
Lesespaß
3 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Ich fürchte mich nicht”

Juliette hat eine besondere Gabe, die ihr Fluch ist: Ihre Berührung ist tödlich. Seit ihrer Kindheit gemieden und gedemütigt, wird sie schließlich weggesperrt, ohne Kontakt zur Außenwelt. Diese befindet sich in einem katastrophalen Zustand: Die Nahrung ist knapp, die Umwelt und die Städte zerstört, das diktatorische Reestablishment regiert mit harter Hand. In ihrem Gefängnis schwankt Juliette zwischen Freiheitsdrang und Resignation.
Der ehrgeizige und skrupellose Warner holt sie aus der Irrenanstalt, damit sie ihm als Waffe dient: Er will ihre Fähigkeit nutzen, um Rebellen zu foltern. Von Anfang an fasziniert sie ihn mit ihrer Außergewöhnlichkeit ebenso, wie er sie mit seiner Machtbesessenheit anwidert. Sie ist entschlossen, sich von ihm nicht einnehmen zu lassen und verachtet sich selbst für ihre brutale Gabe. Ihre einzige Hoffnung ist der Soldat Adam, den sie aus Kindertagen kennt und der ihr als Aufpasser und Spion zur Seite gestellt wird. Als den beiden schließlich die Flucht aus Warners Gefängnis gelingt, ist die Gefahr noch lange nicht vorbei. Erst in Freiheit beginnt Juliette zu begreifen, was ihre Gabe bedeutet und welche Rolle das für die Zukunft ihrer im Untergang begriffenen Welt spielen könnte…

Wichtige Charaktere

  • Juliette
  • Warner
  • Der Soldat Adam
  • Adams Bruder James
  • Kenji, Adams Freund

Zitate

„Es gibt nicht mehr so viele Bäume wie früher, sagen die Wissenschaftler. Unsere Welt war früher grün, sagen sie. Unsere Wolken waren weiß. Das Licht der Sonne war immer passend. Aber ich erinnere mich kaum noch an diese Welt. Ich weiß nicht mehr viel von früher. Nur mein jetziges Leben kenne ich. Ein Echo der Vergangenheit.
Ich presse die Handfläche ans Fenster und spüre die vertraute Umarmung der Kälte. Wir sind beide alleine, sind beide nur Abwesenheit von anderem.“

„Ich denke immer wieder über Regentropfen nach. Sie fallen vom Himmel, stolpern über ihre Füße, brechen sich die Beine, vergessen ihre Fallschirme, wenn sie heruntertaumeln, einem ungewissen Ende entgegen. Als entleere jemand seine Taschen über der Erde. Dem es egal ist, dass die Regentropfen zerplatzen, wenn sie auftreffen, dass sie zerspringen, wenn sie den Boden erreichen, dass Menschen die Tage verwünschen, an denen die Tropfen so dreist sind, an ihre Tür zu klopfen.
Ich bin ein Regentropfen. Meine Eltern haben mich aus ihren Taschen geleert und auf einer Betonplatte verdampfen lassen.“

„Jenkins packt mich an den Armen.
NEIN NEIN NEIN
Ich keuche.
Mein Blut flutet durch meine Adern, wogt durch meinen Körper wie ein wogender Fluss, Hitzewellen schwappen an meine Knochen. Ich fühle Jenkins‘ Angst, spüre, wie die Kraft aus seinem Körper weicht, höre seinen Herzschlag in meinen Ohren, und mir ist schwindelig von dem Adrenalinschub, der mir neue Energie gibt.
Ich fühle mich lebendig.
Ich wünschte, ich würde mir wehtun. Mich verletzen. Mich anwidern. Ich wünschte, ich könnte diese enorme Kraft hassen, die meinen Körper umschließt.“

Alle Bände der Trilogie

1. Ich fürchte mich nicht
2. Rette mich vor dir
3. noch nicht erschienen

Trailer zum Buch

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Persönliche Bewertung

Actionreiche Liebesgeschichte, verpackt in einen eigenwilligen Sprachstil

3 von 5

Wen der seltsam-geheimnisvolle Klappentext nicht abschreckt, wird ziemlich neugierig auf das Buch mit dem schönen Cover gemacht. An den Schreibstil muss man sich zunächst gewöhnen: Da die Geschichte aus der Sicht von Juliette erzählt wird, findet sich ihre Zerissenheit im Ausdruck und ihm Schriftbild wieder. Unterstrichene Passagen markieren unausgesprochene Gedanken. Die Sprache steckt voller Metaphern und hält sich an wenig Regeln. Wer da nicht selbst einen gewissen Hang zum Wahnsinn hat, den wird die Impulsivität und Verwirrtheit der Protagonistin vermutlich überfordern.

Die Handlung beschäftigt sich mehr mit der Liebesgeschichte zwischen Juliette und Adam, als den Entwurf einer zukünftigen Gesellschaft auszuarbeiten. Von Zeit zu Zeit wirken die Szenen mit den zwei Protagonisten, deren Beziehung dadurch intensiviert wird, dass Juliette nie berührt werden konnte, gefühlsüberladen. Wenn man so will, ist „Ich fürchte mich nicht“ eine Metapher über das Erwachsenwerden einer einsamen Jugendlichen, die sich in einer brutalen Welt nach Freiheit und Zuneigung sehnt. Dabei beantwortet das Buch genauso viele Fragen, wie es neue aufwirft und ist zwiespältig wie der Hauptcharakter Juliette: Die einen werden es hassen, die anderen lieben. „Ich fürchte mich“ endet auf dem höchsten Punkt der Spannung, wie es sich für den ersten Band einer Trilogie gehört.

Fazit

Wer sich für eine dystopische Welt interessiert, könnte enttäuscht sein, dass diese nur am Rande erwähnt wird. Wer jugendliche Liebesgeschichten mag, kombiniert mit einer Mischung aus Science Fiction und Action, kommt voll auf seine Kosten.

Originaltitel
Shatter me
ISBN10
3442313015
ISBN13
9783442313013
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Gebundene Ausgabe
320 Seiten