Hyddenworld (3) – Die Ernte

Autoren
Übersetzer
Reiner Pfleiderer
Verlag
Klett-Cotta Verlag
Anspruch
5 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Hyddenworld (3) – Die Ernte”

Jack und Katherine reisen mit ihrem Freund Bedwyn Stort nach Brum, um einen Hinweis auf den Aufenthalt des Steins des Herbstes zu finden. Auf ihrem Weg werden sie von Fyrd verfolgt, denn seit sie dem Kaiser Slaeke Sinistral den Stein des Sommers entwendet haben, sind ihre Feinde zahlreich. Brum unterdessen fürchtet die Invasion der Fyrd, die der skrupellose Fyrd-General Quatremayne vorbereitet. Der offizielle Kaiser Niklas Blut, Sinistrals Nachfolger, ist entmachtet und begleitet die vorrückende Fyrd-Armee als Gefangener. Und die Zeit drängt, denn der Stein des Herbstes muss bis Samhain, also bis zum 31.Oktober, gefunden und der Schildmaid übergeben werden.

Arthur Foale unterdessen hat kaum die erste Trauer über den Tod seiner Frau Margaret überwunden, da bahnen sich neue Gefahren an: Sein Kollege Dr. Erich Bohr lässt ihn zu sich bringen, um die Zeitverschiebungen zu ergründen, die überall auf der Welt auftreten. Bohr vermutet, dass Arthur den Grund hinter den seltsamen Phänomenen kennt, da er vor Jahren ihm gegenüber die Existenz von Hyddenworld andeutete. Arthur gelingt es, nach Hyddenworld zu fliehen, doch wird er hier von den Fyrd gefangen genommen, die ihm Folter und Tod androhen. Er trifft auf Blut, der in seinem (Mit-)Gefangenen bald einen Verbündeten findet und es wagt, Fluchtpläne zu schmieden…

Wichtige Charaktere

  • Jack
  • Katherine
  • Judith
  • Master Bedwyn Stort
  • Arthur Foale
  • Slaeke Sinistral I.
  • Niklas Blut
  • Meister Laudes und Terz
  • Dodd
  • Witold Slew
  • Master Brif
  • Master Pike
  • Master Barklice
  • General Feld
  • General Quatremayne
  • Borkum Riff
  • Igor Brunte
  • Lord Festoon
  • Leetha

Zitate

„Ihre Kehlen schnürten sich zusammen, ihre Herzen pochten, und ihre Füße wurden schwer wie Blei. Selbst ihre Arme und Hände waren wie gelähmt, sodass sie die Knüppel nicht erheben konnten, um sich zu verteidigen. Die bis dahin unsichtbare Sense schwang und bekam eine sichtbare Gestalt in Form einer hauchdünnen Klinge aus stählernem Licht am Himmel, die so scharf aussah, als könnte sie alles, womit sie in Berührung kam, in Stücke schneiden, und so groß, als reiche sie bis ans Ende des Universums. Der Anblick jagte ihnen einen gewaltigen Schreck ein.“

„Sie sangen im Wechsel ein Duett, das sehr schön war in seiner Traurigkeit und Wehmut, Sehnsucht und Erkenntnis. Seine Gedanken umfingen sie, blieben aber so ungreifbar wie der Nebel, der, während sie zuhörten, so hell im Licht der aufgehenden Sonne erstrahlte, dass sie fast die Augen bedecken mussten, um nicht geblendet zu werden.
Die Musik, die dann zu ihnen drang, war wie von der Erde gemacht.“

Alle Bände der Hyddenworld-Reihe

1. Der Frühling
2. Das Erwachen
3. Die Ernte
4. Der Winter (erscheint Herbst 2015)

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

Düster, fesselnd und anspruchsvoll erzählt

5 von 5

William Horwoods vierbändige Hyddenworld-Saga ist nichts für die seichte Urlaubslektüre zwischendurch. Zu zahlreich sind die Charaktere, mit denen er seine komplexe Welt bevölkert, zu anspruchsvoll sind Erzählstil und Gesamteindruck. Der Autor bedient sich einer äußerst bildreichen Sprache, deren Detailreichtum sicherlich manch einen Leser an Tolkien erinnert, die zwar ausführlich aber dennoch niemals langweilig erscheint. Umso unerfreulicher sind die vielen Fehler (fehlende oder falsche Buchstaben oder sogar Wörter), die den Lesespaß doch erheblich trüben und die ein solch beeindruckendes Buch nicht verdient hat.

Ohne die beiden Vorgängerbände gelesen zu haben, dürfte es kaum möglich sein, der Handlung in diesem dritten Band zu folgen. Zwar flechtet der Autor einige Rückblicke in den Verlauf der Geschichte ein, doch sind Handlung und Vielzahl der Charaktere zu vielschichtig, als dass diese das Lesen der beiden ersten Bände ersetzen könnte. So sind es ledigleich hilfreiche Gedankenstützen für den eingeweihten Leser.

Es sind auch in diesem Band essenzielle Themen, die Horwood aufgreift: globale Katastrophen, Umweltzerstörung, Vergewaltigung Schutzbefohlener, politische Intrigen sowie Freundschaft und Verrat. Neu im Vergleich zu den Vorgängern sind zahleiche Kampfszenen sowie ein Fokus auf militärischer Strategie im Kampf zwischen Fyrd und den Hydden von Brum. Insgesamt wirkt dieser dritte Band düsterer und teilweise gewalttätiger als Band eins und zwei, jedoch ist die Gewalt immer in der Handlung begründet, wird niemals als blutrünstiger Selbstzweck eingesetzt.

Erfreulich ist die Vielseitigkeit der Charaktere. Vom etwas schaurigen Bilgener über den totgeglaubten Ex-Kaiser und seinen Nachfolger bis hin zur resoluten Haushälterin findet sich eine ganze Bandbreite an Figuren und Eigenschaften, die nicht immer eindeutig der guten, sympathischen Seite zugeordnet werden können. Eine geheimnisvolle Figur bleibt die Schildmaid, deren Schicksal sich erst im vierten und letzten Band aufklären wird und die für anhaltende Spannung über die Bände hinweg sorgt.

Fazit

Band 3 der Hyddenworld-Reihe unterstreicht den außergewöhnlichen Eindruck, den diese Saga hinterlässt. Eine phantasievoll erdachte Welt, eine imposante Sprache und abwechslungsreiche Charaktere tragen zu einem Gesamtwerk bei, das fesselt, beeindruckt und unterhält und dabei auf klischeehafte Fantasyfiguren verzichtet. Für Freunde anspruchsvoller Fantasy ein echtes Geschenk!

Originaltitel
Hyddenworld 3
ISBN10
3608946403
ISBN13
9783608946406
Dt. Erstveröffentlichung
2014
Gebundene Ausgabe
489 Seiten

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