Ein Held für WondLa (2)

Autoren
Illustrator
Tony DiTerlizzi
Übersetzer
Stefanie Mierswa
Verlag
cbj Verlag

Zusammenfassung zu “Ein Held für WondLa (2)”

Auf ihrer Suche nach anderen ihrer Art hat Eva Neun, in Begleitung von Wanderlin viel von Orbona gesehen. Freundliche und feindliche Wesen, doch keine anderen Menschen. Doch dann taucht das Raumschiff mit dem Jungen Hailey auf, um sie nach Neu-Attica, in die Menschenstadt, mitzunehmen. Eva ist aufgeregt, endlich so etwas wie eine Familie zu finden und hoffentlich Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Wanderlin ist zurückhaltender, doch er begleitet Eva. Schon nach ihrer Ankunft folgt bald die Ernüchterung: Eva wird unfreiwillig von ihrem Gefährten getrennt und als neue Bürgerin von Neu-Attica registriert. Sie lernt das Oberhaupt, „Vater Pyde“, den Gründer von Neu-Attica, kennen. Er stellt ihr sogar seine Tochter Gen an die Seite, die zusammen mit ihren Freundinnen Eva durch die Stadt führt und ihr ein komplettes Makeover verpasst.

Doch Eva hat sich ihr neues Zuhause anders vorgestellt. Noch immer ist sie von Wanderlin getrennt und sie merkt so langsam, dass es in Neu-Attica keine anderen Wesen gibt, nur Menschen und zahlreiche Dienstroboter. Durch ein Versehen findet sie sich außerdem nach Einbruch der Nacht auf der Straße ohne ein neues Zuhause und muss vor den patroullierenden Sicherheitsrobotern flüchten. Doch das hat auch sein Gutes: Eva Neun lernt Eva Acht kennen, ihre Schwester. Endlich hat sie eine Verbündete, eine Familie. Beim Versuch, aus der Stadt zu fliehen, werden die beiden Evas jedoch gefasst und finden sich im Gefängnis wieder. Dort muss Eva eine schreckliche Entdeckung machen, was Wanderlin und andere nichtmenschliche Wesen betrifft…

Wichtige Charaktere

  • Eva Neun
  • Wanderlin Zigg
  • Hailey
  • Eva Acht
  • Cadmus Pyde
  • Huxley
  • Nadoh
  • Antiquus
  • Soth
  • Van Turner, „Vanpa“
  • Gen

Zitate

„‚Und deshalb, Eva Neun, musst du manchmal außer Acht lassen, was jemand sagt, und dich nur darauf konzentrieren, was derjenige tut. Sieh genau hin und beobachte. Darin offenbart jemand sein wahres Ich. Verstehst du?'“

„Eva drehte sich um und sah einen riesigen Sandschnapper vor sich aufragen. Das Ungeheuer war ein unglaublich großes sandfarbenes Wesen, das mit einem ganzen Arsenal stacheliger Klauen und mit Widerhaken versehener Kneifarme bewehrt war. An seinem Kopf bewegten sich unabhängig voneinander zwei schüsselähnliche Augen inmitten einer Reihe schnurartiger Fühler und schaufelförmiger Antennen. Begleitet wurde der Sandschnapper von seiner Brut klackernder, schnappender Jungen.“

„Wanderlin nahm seinen Rucksack und begann, darin herumzuwühlen. ‚Die innere Natur kann man überall entdecken. Sie steckt in allem, was die Bewohner eines Ortes tun: in ihrer Kunst, ihrer Musik, ihrem Essen und ihren Gebäuden. Wenn die innere Natur eines Ortes deinen Geist nährt, dann ist es ein guter Ort für dich.'“

Alle Bände der Trilogie

1. Die Suche nach WondLa
2. Ein Held für Wondla
3. noch nicht erschienen

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag
Das Orbonische Alphabet (PDF) beim Verlag
Website zum Buch

Persönliche Bewertung

Teil 2 der Erzählung um Tony DiTerlizzis atemberaubende Welt Orbona

5 von 5

Fans von Tony DiTerlizzis fantasievollen Erzählungen, von seinem illustratorischen Talent und seiner Fähigkeit, einzigartige Welten entstehen zu lassen, finden sich mit dem Nachfolger von „Die Suche nach WondLa“ bestätigt. „Ein Held für WondLa“ ist nicht einfach nur ein Zwischenband einer Trilogie, der die Zeit zwischen erstem Band und Finale im dritten Band ausfüllt. Vielmehr bringt dieser zweite Teil eine neue Dimension in die Welt von Orbona, dessen nichtmenschliche Bewohner aus dem ersten Band bereits bekannt sind. Erstmals betreten andere Menschen die Bühne, doch entgegen Evas Hoffnung bieten sie ihr keine Familie. Eva fühlt sich ihnen nicht verbunden und muss feststellen, dass Wesen einer anderen Spezies viel mehr eine Bindung bieten können als Angehörige der gleichen Spezies, die vollkommen unterschiedliche Werte und Sozialisierungen haben. Besonders deutlich wird dies anhand des weisen Wanderlin, der Eva mit Ratschlägen und Lebenserfahrung, aber auch mit echter Zuneigung und Herzenswärme zur Seite steht. Der Anspruch in dieser Geschichte begründet sich vor allem auf diesen nachdenklichen Kommentaren Wanderlins, aber auch auf Parallelen, die sich zu unserer Gesellschaft ziehen lassen – zum Umgang mit allem, was „fremd“ erscheint und anderen gesellschaftlichen und sozialkritischen Themen.

Schon der erste Band wies dystopische Züge auf, mit Neu-Attica und seinen Bewohnern kann „Ein Held für WondLa“ nun klar den Dystopien zugeordnet werden. Mit seinen Fantasiewesen passt Tony DiTerlizzis Reihe jedoch auch ins Fantasy-Genre. Dabei verzichtet er gänzlich auf klassische Fantasyfiguren, sondern erschafft vollkommen neue Wesen (Flugwale, Flossenflügler oder Sandschnapper zum Beispiel – für die Übersetzung der Namen gebührt der Übersetzerin Stefanie Mierswa ein großes Lob!), ähnlich eines Walter Moers mit seiner Reihe um Zamonien. Diese Fantasywelt erweckt der Autor mit seinem deskriptiven Schreibstil zum Leben, Kulissen und Charaktere scheinen zum Greifen nah. Doch DiTerlizzi ist nicht nur ein sehr talentierter Autor, er ist auch ein begnadeter Illustrator. Mit nur wenigen Farben (Grautöne, Weiß und Blau) bebildert er seine Geschichte auf atemberaubende Weise. Die Illustrationen heben vor allem den Science Fiction Charakter der Geschichte hervor und tragen damit ihren Teil zum Eindruck bei, dass sich die WondLa-Reihe schlecht einem Genre zuordnen lässt. Sie ist ebenso Fantasy wie Dystopie und Science Fiction. Auf jeden Fall ist sie aber eine fesselnde Abenteuergeschichte mit überraschenden Wendungen bis zuletzt.

„Ein Held für WondLa“ ist der zweite Band und sollte damit nicht als alleinstehendes Buch gelesen werden. Zwar streut der Autor einige Erinnerungen an die Erlebnisse aus dem ersten Band ein, doch lässt sich die Geschichte um Eva Neun nur wirklich genießen und verstehen, wenn „Die Suche nach WondLa“ bekannt ist. In diesem zweiten Band bringt Tony DiTerlizzi zahlreiche Handlungsstränge zu einem Abschluss, schießt seine Geschichte jedoch mit einem offenen Ende, das erahnen lässt, dass das große Finale im dritten Band, die Verhinderung von Cadmus Pydes Plänen, noch bevorsteht. Im Gegensatz zu manch anderer Trilogie ist im Fall von WondLa das dreibändige Format der Geschichte absolut gerechtfertigt. Eine so komplexe Welt in weniger als drei dicken Büchern zu erzählen, ist unmöglich. Man würde sich sogar viele weitere Bände wünschen, um die faszinierenden Geschöpfe von DiTerlizzis Welt und die verschiedenen Schauplätze noch besser zu erkunden. So bleibt nur große Vorfreude auf den dritten Band und den Abschluss der Reihe und die Gewissheit, dass der kreative Kopf Tony DiTerlizzis sicherlich noch zahlreiche weitere Welten erschaffen wird, die den Abschied von Eva und Orbona etwas leichter machen.

Fazit

„Ein Held für Wondla“ ist eine Geschichte, die sowohl mit ihren inneren Werten, als auch mit ihrer Form und ihren Äußerlichkeiten beeindruckt. Eine kreative Geschichte trifft auf Tony DiTerlizzis gekonnte Illustrationen und einen Schreibstil, der genau den Nerv der Erzählung trifft. Ein Buch zum Verlieben!

Originaltitel
The Search for Wondla 2 - A Hero for Wondla
ISBN10
3570153878
ISBN13
9783570153871
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
512 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 10 Jahren