Gryphony (1) – Im Bann des Greifen

Autoren
Illustrator
Helge Vogt
Verlag
Ravensburger Buchverlag

Zusammenfassung zu “Gryphony (1) – Im Bann des Greifen”

Seit sie ihre Eltern verloren hat, lebt Melody bei Granny Fay, ihrer Großmutter, in der alten Pension „Stone Inn“. In der Schule wird Melody ausgegrenzt, ihr einziger Freund ist Roddy, wie sie ein Außenseiter. Richtig aus dem Gleichgewicht gerät ihr Leben jedoch erst, als ihre Großmutter das Stone Inn zu verlieren droht, da sie die Raten nicht mehr bezahlen kann. Der skrupellose McLusky wartet schon lange darauf, die alte Pension zu übernehmen, um sie abzureißen und an ihrer Stelle ein Hotel zu errichten. Verweigert die Bank Granny Fay den Kredit, sind sie und und ihre Enkelin bald obdachlos.

Als Melody an ihrem Geburtstag vor einer Meute an Mädchen aus ihrer Klasse davonläuft, flüchtet sie sich in den Antiquitätenladen des schrulligen Mr Clue. Als Geschenk erlaubt er ihr, einen beliebigen Gegenstand aus seinem Geschäft mitzunehmen. Melody entscheidet sich für einen geheimnisvollen alten Ring, da sie das Gefühl hat, der Ring leuchte nicht nur, sondern habe sie sogar gerufen. In der kommenden Nacht leuchtet der Ring erneut. Das gleiche Leuchten sieht Melody außerhalb des Stone Inn. Als sie dem Phänomen in der nächsten Nacht gemeinsam mit Roddy auf den Grund geht, führt sie der Ring zu einem alten Steinkreis, in dem sie ein versteinertes Ei findet. Melody nimmt es mit nach Hause, doch das Ei ist keineswegs versteinert. Am nächsten Tag erlebt sie eine Überraschung, als der Bewohner des Eis geschlüpft ist. Und es handelt sich um keinen Vogel, den Melody je gesehen hat…

Wichtige Charaktere

  • Melody Campbell
  • Roddy McDonald
  • der Greif Agravain
  • Granny Fay
  • Buford McLusky
  • Ashley McLusky
  • Mr Clue

Zitate

„Es war ein Fauchen, heiser und gefährlich, und jenseits des Steinkreises wuchs etwas empor, was ungeheuer groß und bedrohlich war: ein schwarzer Schatten mit langem Hals und Augen, die glutrot in der Dunkelheit leuchteten. Dampf waberte auf und der Gestank von Rauch und Schwefel lag plötzlich in der Luft. Da sah der Ritter das Grinsen in Malagants knochigem Gesicht.“

„Was dort in der hintersten Ecke des mit Moos und Gras ausgepolsterten Kartons kauerte, war zwar ein mit braunem Federflaum besetztes Küken, das große Kulleraugen, einen winzig kleinen Schnabel und kurze Flügel hatte – aber auch einen langen Schwanz und vier Beine! Unsicher stakste es umher und gab dabei putzige Krächzlaute von sich.“

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Trailer zum Buch

Persönliche Bewertung

Fantasygeschichte, die leider dem vielversprechenden Cover und mythologischen Hauptcharakter nicht gerecht wird

3 von 5

Das märchenhafte Cover von Helge Vogt (von dem auch die schwarz-weißen Innenillustrationen stammen) verheißt eine abenteuerliche Fantasygeschichte rund um ein faszinierendes Fabelwesen. Ähnlich mystisch beginnt das Buch mit einem Prolog, der sich ebenso düster wie vielversprechend liest. Entsprechend krass erscheint der Bruch, der sich mit dem ersten Kapitel vollzieht. Die Hauptfigur Melody wird vorgestellt, hinterlässt jedoch keinen bleibenden Eindruck, denn sie wird recht oberflächlich charakterisiert. Auch das Grundszenario ist bekannt: Ein Waisenkind wächst bei einer Verwandten auf, der sie sehr nahe steht (in diesem Fall die Großmutter). Sie ist eine Außenseiterin, ihr einziger Verbündeter ihr Außenseiterfreund. In der Schule wird sie gemobbt, von der attraktiven zickigen und oberflächlichen Kontrahentin. Auch die sich anbahnende Katastrophe, der Verlust des Stone Inns und damit des Zuhauses an einen skrupellosen Bauunternehmer, ist keine neue Idee, sondern wurde so schon öfter in Kinderbüchern, -filmen oder -serien thematisiert.

Unter all diesen Voraussetzungen liest sich die erste Hälfte des Buches ein wenig nichtssagend, die Kulisse des Antiquitätenladens erinnert versierte Leser an Herrn Koriander aus der „Unendlichen Geschichte“, das Ei, aus dem ein Wesen schlüpft, das es eigentlich nicht geben dürfte, kennt man von Henry Hollins und anderen Kinderbuchhelden. Das Besondere hier ist das Wesen selbst, ein Greif. Drachengeschichten gibt es viele, daher entschied sich der Autor bewusst für ein Wesen, das bisher in Kinderbüchern seltener vertreten war. Drachen spielen zwar hier auch eine Rolle, sie nehmen hier jedoch die Seite des „Bösen“ ein. Überhaupt zeichnet der Autor ein sehr schwarz-weißes Bild, „Gut“ und „Böse“ sind zumindest in diesem ersten Band klar getrennt, was die Geschichte ein wenig eindimensional erscheinen lässt. Einziger Unterschied ist der verschwundene Mr Clue, dessen Rolle bisher nicht klar definiert ist.

Sprachlich ist „Gryphony“ recht einfach geschrieben, wenig poetisch oder malerisch. Der Vorteil hiervon ist sicherlich, dass auch ein weniger leseaffines Publikum wenig Schwierigkeiten mit dem Buch haben dürften, geübtere Leser, die Wert darauf legen, dürften sich etwas mehr sprachlichen Anspruch wünschen.

Spannung verspricht schließlich erst das letzte Drittel, das jedoch wartet immerhin mit wilden Verfolgungsjadgen, unheimlichen Kulissen und zwielichtigen beängstigenden Gegenspielern auf. Das Ende hätte man sich weniger klischeehaft, dafür realistischer gewünscht. Es weckt trotzdem Vorfreude auf Fortsetzungen, denn es ist zu vermuten, dass die weiteren Bände schneller Spannung aufbauen.

Fazit

Eine Fantasygeschichte, die nur schleppend in Fahrt kommt und vor allem von der Wahl des Greifen als wichtige Hauptfigur lebt. Am Ende kündigt sich eine spannungsreiche Fortsetzung der Geschichte an, dieser erste Band hinterlässt jedoch leider keinen nennenswerten Eindruck.

ISBN10
347336889X
ISBN13
9783473368891
Dt. Erstveröffentlichung
2014
Gebundene Ausgabe
224 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 11 Jahren

Eine Antwort zu
Gryphony (1) – Im Bann des Greifen

  1. Jule Forsthövel

    5 von 5

    Ich lie­be die­ses Buch!!!😍
    Es ist soooo super!