Grimm

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Verlag
Heyne Verlag
Anspruch
5 von 5
Humor
5 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Grimm”

Vesper Gold ist die Tochter eine berühmten Pianistin und eines bekannten Regisseurs. Ihre Eltern haben sich getrennt und sie ist mit ihrer Mutter aus Berlin nach Hamburg gezogen, wo sie mit ihre 17 Jahren schon in einer eigenen kleinen Wohnung lebt. Sie schwänzt die Schule oft, kann mit ihren oberflächlichen Mitschülern wenig anfangen und arbeitet lieber an einem kleinen Theater, wo sie der Kostümbildnerin Ida hilft, die Kostüme zu schneidern und manchmal auch ihre Tochter Greta aus dem Kindergarten abholt.

Vespers Leben gerät ins Ungleichgewicht, als ihr Vater überraschend tot in seiner Wohnung aufgefunden wird. Gleichzeitig geschehen erschreckende Dinge in Hamburg und überall in Europa, als alle Kinder ohne Ausnahme in einen mehrere Minuten langen Schlaf fallen und die Eltern in der Nacht darauf von ein und demselben erschreckenden Traum heimgesucht werden. Vesper erhält einen Brief von ihrem Vater mit einem Schlüssel und einem Ring mit einem grünen Stein, mit dem Hinweis beides gut aufzuheben und den Ring nie abzulegen. Außerdem rät er ihr Friedrich Coppelius aufzusuchen.

In den folgenden Tagen lernt Vesper Leander Nachtsheim kennen, einen geheimnisvollen Jungen, der ebenfalls seine Eltern verloren hat und der ebenso einen Schlüssel und einen seltsamen Gegenstand vererbt bekamt. Sie erfahren von der Bohemia, einer Geheimgesellschaft, der ihre Eltern angehört haben sollen, und die sich seit Jahrhunderten zum Ziel setzt die Märchenfiguren, die Mythen, zu bekämpfen. Die Kinder fallen schließlich in einen Schlaf, aus dem sie nicht mehr erwachen, und die Mythen warnen die Menschen im Traum davor, ihre Forderungen nicht zu erfüllen. Vesper, Leander und der mysteriöse Jonathan Anderson mit seinem Totenkopfäffchen Edgar machen sich auf den Weg, um die Hexe Theordora Zobel aufzusuchen, die ihnen helfen soll, die Welt wieder in Ordnung zu bringen…

Wichtige Charaktere

  • Vesper Gold
  • Vespers Eltern, Maxime und Margo Gold
  • Leander Nachtsheim
  • Leanders Bruder Alexander
  • Ida und ihre Tochter Greta
  • Friedrich Coppelius
  • Jonathan Andersen
  • die Hexe Theodora Zobel
  • Edgar, das Totenkopfäffchen
  • die Maikönigin/Schneekönigin und der Erlkönig
  • Meister Isegrim

Zitate

„Sie blieb stehen, als sie einen alten Straßenclown sah, der auf seinem Akkordeon Lieder von Hans Albers spielte und in den Pausen mit bunten Bällen jonglierte. Sie beobachtete die anderen Passanten dabei, wie sie den Clown ignorierten und eilig ihres Weges gingen. Schließlich ging sie zu dem Zylinder, der vor dem Clown auf dem gemusterten Straßenpflaster stand, und warf ein paar Münzen hinein. Der alte Clwon entlockte seinem Instrument ein beschwingt quietschendes Geräusch und verneigte sich kurz. Dann wendete er sich den anderen Passanten zu, von denen ihn allenfalls die Kinder beachteten, für die ein Clown an einem so trüben Tag wie diesem noch etwas Außergewöhnliches war.
Vesper ließ sich treiben.
Sie verdrängte alles, was mit der Schule zu tun hatte, und genoss die Stadt, die erfüllt war von einer Magie, die niemand zu sehen vermochte.“

„‚Ich bin Friedrich Coppelius‘, sagte das Ding. Es legte den Kopf schief und schnalzte unbeholfen mit der Zunge. ‚Ich bin Friedrich Coppelius.‘ Diesen Satz sagte es vor sich hin wie ein Gebet, und bei jedem weiteren Mal hörte es sich mehr wie der alte Mann an. ‚Friedrich Coppelius, das bin ich. Gestatten, ich bin Friedrich Coppelius. Es freut mich, dass Sie mich gefunden haben. Friedrich, ja, Friedrich Coppelius, so lautet mein Name.‘ Es neigte den Kopf und betrachtete den Leichnam des alten Mannes, der zu seinen Füßen lag. Leicht stieß es ihn mit dem Fuß an. ‚Ich bin Friedrich Coppelius, und du bist es nicht mehr. Ich kann jetzt atmen und reden.‘ Es übte ein Lächeln, schaute sich im Raum um. ‚Ich bin, denn ich rede. Ich rede, als bin ich.'“

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Christoph Marzi über Grimm

 

Persönliche Bewertung

märchenhaft-phantastische Geschichte in brillanter Sprache

5 von 5

Grimm ist eine relativ typische Marzigeschichte, was bedeutet, dass es kein Buch für Marzigegner ist. Für alle, die seiner poetischen Sprache und seiner wunderbaren Verflechtung mit Musik und Songtexten etwas abgewinnen können, ist „Grimm“ eine mehr als empfehlenswerte Lektüre. Sicher ließe sich auch aus dieser Geschichte eine Trilogie machen, so viel Potenzial steckt in der Idee, in den einzelnen Charakteren, in der Welt, die Marzi erschafft. Es ist jedoch sehr angenehm einmal eine relativ abgeschlossene Geschichte zu lesen, ohne Monate auf den nächsten Teil warten zu müssen. Fazit: Marzis Geschichten sind magisch, immer wieder!

ISBN10
3453266617
ISBN13
9783453266612
Dt. Erstveröffentlichung
2010
Gebundene Ausgabe
560 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 12 Jahren

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