Grim (2): Das Erbe des Lichts

Autoren
Verlag
Egmont Lyx Verlag

Zusammenfassung zu “Grim (2): Das Erbe des Lichts”

„Das Erbe des Lichts“ ist der zweite Band von Gesa Schwartz‘ bemerkenswertem Debütroman „Grim – Das Siegel des Feuers“. Mia und Grim haben sich mittlerweile etwas besser kennen und lieben gelernt, Grim leitet die OGP, die Oberste Gargoyle Polizei, und hat noch immer allerhand zu tun, Straftaten aufzudecken und für Ordnung zu sorgen. Mia derweil versucht die Menschen für die Anderwelt zu öffnen und organisiert eine Ausstellung mit magischen Artefakten, die offiziell der Sammlung des Vampirprinzen Lyskians entstammen, der auch in der Menschenwelt bekannt ist.

Als sich eine Serie grausamer Morde in der Menschenwelt zuträgt, finden Mia und Grim heraus, dass ein Wesen aus der Anderwelt dahinter steckt, allen voran an eine unheimliche Kreatur mit einem schwarzen Edelstein an Stelle des linken Auges, Alvarhas. Dieser gehört zu den Schattenalben, die lange aus der Welt verbannt waren, jedoch nun zurück gerufen wurden und für die Morde verantwortlich zeichnen. Doch sie sind nicht die einzigen Anderwesen, die die Menschenwelt bedrohen: die Schneekönigin, auch als Feenkönigin bekannt, ist ebenfalls in die Welt zurück gekehrt (ausgerechnet mit Mias Hilfe, der sie durch eine Liste glauben machte, sie könne ihren Bruder Jakob ins Leben zurückholen) und strebt die Vernichtung der Menschheit an, um sie für die vergangenen Grausamkeiten zu bestrafen.

Mit Hilfe des Feenkriegers Theryon, des Kobolds Remis und weiterer Verbündeter nehmen Mia und Grim den Kampf gegen die Feenkönigin und die Schattenalben auf. Helfen soll ihnen ein Nachfahre der Krieger des Lichts, der sich als junger Lehrling eines grimmigen Zwerges entpuppt. Ihre Reise führt sie nach Irland, an mythische Orte voller Magie, sie treffen auf uralte Krieger, magische Wesen und Artefakte. Um die drohende Gefahr von der Menschenwelt abzuwenden, müssen Mia, Grim und ihre Verbündeten all ihre Kraft aufwenden…

Wichtige Charaktere

  • der Gargoyle Grim
  • Mia
  • Mias Bruder Jakob
  • Mias Mutter und ihre Tante Josi
  • der Kobold Remis
  • der Feenkrieger Theryon
  • Mourier, oberster Befehlshaber der OGP
  • Der Zwerg Hortensius
  • Der Junge Carven
  • Alvarhas
  • Die Schneekönigin
  • Der König der Elfen Larvyn
  • Aldrir, Krieger des Lichts
  • der Hippogryph Asmael

Zitate

„Ein Flackern ging durch Verus‘ Blick und für einen Moment erkannte Mia die Grausamkeit des Dämons in ihrer ganzen Kraft. Doch gleich darauf überzog die Heiterkeit sein Gesicht wie eine Maske aus Jugend und Sorglosigkeit. ‚Ich weiß, was außerhalb meines Kerkers vor sich geht‘, sagte er tückisch. ‚Und eines sage ich euch: Ihr habt keine Ahnung, mit welchen Kräften ihr es zu tun bekommen könntet. Die Feen – sie sind von meiner Art. Ist es nicht so? Und ihr seid hilflos – wie die Kinder.'“

„Mia hörte, wie Theryon Asmael antrieb, während die selbst einen Zauber in ihre rechte Hand schickte. Da sprang Alvarhas vor. Mit einem Schreib schlug er Grim einen Hitzezauber vor die Brust – und katapultierte ihn direkt durch das riesige Tor der Guinness-Brauerei, vor dem sie gestanden hatten. Krachend landete Grim auf dem Rücken, und Alvarhas riss die Faust in die Luft, doch in diesem Moment hatte Asmael ihn erreicht. Der Hippogryph legte sich schräg in den Wind, Carven und Hortensius krallten sich an seinem Leib fest, während Mia mit einer Hand nach Theryons Arm griff und sich dem Erdboden entgegenlehnte. In heftiger Bewegung stieß sie die Faust vor, silbern schoss eine Peitsche aus Flammen aus ihren Fingern und umwickelte Alvarhas‘ Körper. Ein ganzes Stück weit zerrte sie ihn übers Pflaster, vorbei an erschrocken schreienden Menschen, bis Asmael sich in die Nacht erhob. Mia spürte, wie der Alb am anderen Ende der Flammenpeitsche gegen eine Hauswand prallte, dann löste sie den Zauber auf und zog sich zurück auf Asmaels Rücken. Erschöpft fuhr sie sich über die Stirn und sah erleichtert, dass Grim mit schnellen Schwingenschlägen zu ihnen aufschloss.“

Alle Bände der Reihe

Das Siegel des Feuers
Das Erbe des Lichts

Persönliche Bewertung

Ein Buch wie ein Actionfilm - gut geschrieben, aber insgesamt etwas überladen.

4 von 5

Schon seit dem ersten Band der Grim-Reihe wissen Gesa Schwartz‘ Leser: diese Autorin kann sich außergewöhnlich gut ausdrücken! Und das ist kein Wunder, denn laut der kurzen Biographie auf ihrer Webseite erzählt sie schon seit vielen Jahren Geschichten. Das Studium der Deutschen Philologie tut sein Übriges und so gibt es an der Sprache des Romans wirklich nichts auszusetzen. Mit wortgewaltiger und sehr ausschmückender Sprache beschreibt die Autorin die Welt von Mia und Grim, sodass man sich wie in die Geschichte hineinversetzt fühlt. Und eben diese Sprache führt auch dazu, dass die Geschichte vor allem im ersten Viertel fesselt und in ihren Bann zieht. Der Leser des ersten Bandes trifft Mia wieder und Grim, die noch immer eine schwierige Beziehung führen, den faszinierenden Vampirprinzen Lyskian und den wunderbar amüsanten Kobold Remis. Natürlich gibt es auch in dieser Geschichte wieder zahlreiche abgrundtief böse Gegner zu besiegen, mehr als einmal scheint die Situation ausweglos.

Ein hoher Spannungsfaktor lässt sich dem Buch nicht absprechen, aber einen großen Manko gibt es dennoch, der die Euphorie leider doch beträchtlich bremst: Gesa Schwartz‘ Faszination für alte Mythen, mythologische Wesen und sagenumwobene Schauplätze scheint die Autorin dazu zu verleiten, zu viele dieser Sagengestalten und Mythen in ihren Geschichten unterbringen zu wollen. Es werden einfach zu viele unbekannte und verwirrende Namen in die Geschichte eingeflochten, in einem Absatz erklärt und anschließend nicht weiter behandelt. Spätestens nach der Hälfte des Buches schwirrt der Kopf von all den fremden Namen, einem gewissen „Overkill“ an Informationen kann man sich schwer entziehen. Wenn auch jede der vorgestellten Figuren und Mythen für sich gesehen faszinierend anmutet – in der Menge ist es einfach erdrückend und man wünschte sich, die Ansammlung an Mythologie wäre auf mindestens drei Bücher aufgeteilt oder es wäre ihnen sogar eine eigene Geschichte gewidmet.

Der zweite Kritikpunkt mag reine Geschmackssache sein, doch eine zu große Intensität an sprachlichen „Special Effects“ verliert ein wenig seine Wirkung und zieht die Handlung ins Unglaubwürdige (was für eine Fantasy-Geschichte, der man ein hohes Maß an phantastischen Ereignissen, Funkensprühen, Explosionen, magischen Handlungen und dergleichen zugesteht, eine reife Leistung ist). Es mag Gesa Schwartz‘ unerschöpflicher Phantasie geschuldet sein, aber etwas maßvollerer Einsatz an „Action“ würde der Geschichte keinesfalls schaden.

Fazit

Eine wirklich gut erzählte Fantasy-Geschichte für Jugendliche und junge Erwachsene, die sich jedoch vielleicht angenehmer lesen ließe, wenn sich die Häufung an mythologischen Wesen und Orten sowie „Special Effects“ etwas in Grenzen halten würde.

ISBN10
3802583043
ISBN13
9783802583049
Dt. Erstveröffentlichung
2011
Gebundene Ausgabe
716 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 14 Jahren