Geheimnisvolle Zeichen

Autoren
Illustrator
Christa Unzner
Verlag
Desina Verlag
Anspruch
4 von 5
Humor
3 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Geheimnisvolle Zeichen”

Der kleine Fuchs Huan hat dem kleinen Bären eine Papierrolle stiebitzt und wird nun von ihm verfolgt. Bei seiner Flucht fällt er einen Abhang hinunter, und landet zwischen den Wurzeln einer alten Eiche. Als er nach einem Ausweg sucht, entdeckt er eine Höhle mit geheimnisvollen Zeichen an der Felswand. Doch einen Fluchtweg aus der Schlucht findet er nicht. Während die Sonne untergeht, sieht er sich die Papierrolle an, auf der eine bergige Landschaft abgebildet ist. Der aufgehende Mond erinnert den kleinen Fuchs an die Zeichen in der Höhle und er beschließt, noch einmal nach einem Ausweg zu suchen. Und tatsächlich findet er einen langen Tunnel, der ihn schließlich wieder ans Tageslicht führt. Hier wartet jedoch schon der kleine Bär auf ihn und nimmt ihm die Papierrolle wieder ab. Dass Huan neugierig geworden ist, welche Bewandnis es mit dem Bild hat, kümmert ihn nicht, er verrät sein Geheimnis nicht. Aber der kleine Fuchs lässt nicht locker und verfolgt den Bären, um sich doch noch mit ihm zu versöhnen. Es soll der Beginn eines aufregenden Abenteuers und einer wunderbaren Freundschaft werden…

Im Anschluss an die Geschichte erklärt das Nachwort die Hintergründe der 28 Schriftzeichen aus der Geschichte, stellt die Siegelschrift vor und vergleicht acht Zeichen wie zum Beispiel die „Sonne“ und den „Wald“ in der kleinen Siegelschrift und der modernen chinesischen Druckschrift.

Wichtige Charaktere

  • der kleine Fuchs Huan
  • der kleine Bär Ban

Zitate

„Als Huan sah, dass der Bär hinter einer Bodenwelle am Berghang verschwand, zögerte er nicht länger und lief los. Er fand es herrlich, durch die morgenfrische Luft dahinzujagen. Vögel flatterten aus Büschen neben seinem Weg auf und schimpften hinter ihm her. Er achtete nicht darauf und rannte weiter.“

„Die 28 Schriftzeichen, die in der oben erzählten Geschichte der kleine Fuchs Huan in der Höhle fand, beziehen sich auf eine wirklich gefundene alte Schrift. Ihr Inhalt wurde im Jahr 992 von dem Gelehrten Wang Zhu, Lehrer des damaligen Kaisers, entschlüsselt. Ihm zufolge dokumentiert die Schrift ein wichtiges historisches Ereignis, das vor etwa 4600 Jahren stattfand. Sie beschreibt einen Kampf des Gelben Kaisers und seines Verbündeten gegen ihren Konkurrenten, im Einzelnen eine Orakelbefragung und den Sieg des Gelben Kaisers.“

Alle Bände der Reihe

Nicki und der kleine chinesische Drache
Kuku – König der Tierkreiszeichen
Geheimnisvolle Zeichen
Der kleine Wolf und der Gelbe Fluss

Links

Leseprobe (beim Verlag)

Persönliche Bewertung

Liebevoll erzählte und illustrierte Vorlesegeschichte

4 von 5

„Geheimnisvolle Zeichen“ gehört zu einer Reihe Bilder- und Vorlesebücher, in denen die Autorin auf ihre ganz eigene spielerische und liebevolle Weise Kindern Teile der chinesischen Kultur näherbringt. In dieser Geschichte geht es um die chinesischen Schriftzeichen, die vor allem Kinder mit ihrer Symbolhaftigkeit faszinieren und märchenhaft anmuten. Zusammen mit den beiden tierischen Hauptfiguren lernen die jungen Leser und Zuhörer einige Zeichen der Siegelschrift kennen, deren Bedeutung sich leicht nachvollziehen lässt: Helligkeit (= Mond + Sonne), Wasser, Feld, Holz, Wald (= zweimal Holz) und Berg. Der Anhang ist hierzu eine gute Ergänzung und bietet einen Anreiz, mit Kindern näher die chinesische Kultur und ihre geheimnisvolle Schrift zu ergründen und vielleicht sogar gemeinsam Zeichen nachzumalen.

Neben der Abenteuergeschichte erzählt die Autorin auch von Versöhnung und einer neuen Freundschaft zwischen den beiden ungleichen Tieren, die ihre Erlebnisse zusammenschweißt. Indem der kleine Fuchs dem Bären dabei hilft, ein Rätsel zu lösen, gelingt es ihm, dessen Misstrauen abzubauen und sich mit ihm zu vertragen. Die Handlung setzt weniger auf klassische Spannung, erhält jedoch bis zum Schluss die Neugier auf die Auflösung der Geschichte. Mit dem Auftauchen des Gelben Kaisers und seiner Krieger als Traumbilder kommt sogar ein etwas unheimlicher Aspekt hinzu, der sich auch in einer ganzseitigen farbenfrohen Illustration wiederfindet.

Die Aquarelle von Christa Unzner passen perfekt zum sanften einfühlsamen Erzählstil der Autorin. Kulissen, Charaktere und ihre Gesichtsausdrücke fängt sie wunderbar mit Pinsel und Farben ein. Die vielen farbigen Illustrationen lockern die Geschichte zudem auf und erlauben es Vorlesern und Zuhörern, den beiden Tieren auch mit Hilfe der Bilder durch ihr Abenteuer zu folgen.

Fazit

Ein wunderschön illustriertes Bilderbuch, das sich mit seinen kurzen Kapiteln und zarten Aquarellen wunderbar zum Vorlesen und gemeinsam Anschauen eignet und gleichzeitig ein Stück einer hierzulande meist fremden Kultur näherbringt. Eine gute Möglichkeit, Kindern neue Horizonte zu eröffnen, Verständnis und Akzeptanz zu fördern.

ISBN10
3940307203
ISBN13
978-3940307200
Dt. Erstveröffentlichung
2011
Gebundene Ausgabe
48 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren

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