Finstermoos (1) – Aller Frevel Anfang

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Loewe Verlag

Zusammenfassung zu “Finstermoos (1) – Aller Frevel Anfang”

Finstermoos ist ein kleiner Ferienort in den Bergen. Valentin verbringt seine Ferien hier, gemeinsam mit seinem Vater, der ein Ferienhaus bauen möchte. Er freut sich nicht nur darauf, die Zeit mit seinen Freunden Luzie und Basti zu verbringen, sondern hofft auch, Luzie seine Liebe gestehen zu können und herauszufinden, ob sie ebenso für ihn empfindet. Was Valentin nicht wissen kann: Seit Monaten treffen sich Luzie und Basti heimlich, eine offizielle Beziehung ist aufgrund ihrer verfeindeten Väter nicht möglich. Die privaten Probleme treten jedoch in den Hintergrund, als Valentin und sein Vater während der Bauarbeiten zum Ferienhaus eine Kiste mit einer Babyleiche finden. Der Fund wird öffentlich gemacht und bringt ihnen von Seiten der Finstermooser vor allem Abneigung ein. Die Todesursache und die Identität des Säuglings sind unbekannt, doch es scheint, als wäre ein gut gehütetes Geheimnis ans Licht gekommen.

Es kommt zu mehreren Unfällen, bei denen sich Valentins Vater ernste Verletzungen zuzieht. Andere Vorfälle sorgen dafür, dass Valentins Freunde in große Gefahr geraten. Und dann ist da noch Mascha, die mit ihrer Mutter einige Tage in Finstermoos verbringt und sich von Anfang an von der älteren Bevölkerung unwillkommen fühlt. Die als verrückt bekannte Brigitta erschreckt bei Maschas Anblick, doch auch die kreuzförmige Narbe auf Bastis Oberkörper bringt sie durcheinander. Sind Brigitta die Anschläge zuzutrauen oder steckt jemand anders hinter den Schmierereien an der Baustelle und den Angriffen auf die Jugendlichen? Die Situation spitzt sich zu, bis sich die Freunde in einer aussichtlosen und lebensgefährlichen Lage befinden…

Wichtige Charaktere

  • Valentin Becker
  • Basti und Nic Schranner
  • Luzie Schultheis
  • Mascha Lindemann
  • Maschas Mutter Armina
  • Luzies Vater Christoph
  • Valentins Vater Philipp
  • Nic und Bastis Vater Franz
  • Brigitta, Toni und Wolferl Mosbichl
  • Hubert Krailinger

Zitate

„Nichts. Keine einzige noch so winzige Öffnung. Keine externe Luftzufuhr.
Keine Chance, sich bemerkbar zu machen.“

„Es war still. Sehr still. ‚Paps?‘
Er schritt auf den Bauwagen zu, blieb wie angewurzelt stehen. Kritzeleien. Altertümlich. Vielleicht eine Art Runen.
Überall, blutrot.
Am Bauwagen. Am Boden. Am Bauzaun. Dazwischen wieder und wieder ein einziges lesbares Wort: Weg!
Immer nur das eine Wort.
Weg!

Alle Bände der Finstermoos-Reihe

1. Aller Frevel Anfang
2. Am schmalen Grat
3. Im Angesicht der Toten
4. Bedenke das Ende

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Trailer zur Reihe

Persönliche Bewertung

Fesselnder Jugendthriller, der das eine oder andere Klischee bedient

3 von 5

Finstermoos als Ort des Geschehens vereint die beiden Gegensätze der Ferienort-Idylle und der beklemmenden Kulisse von Gewaltverbrechen und Verschleierungen durch eine eingeschworene Dorfgemeinschaft. Dies ist zwar keine neue Idee, doch übt einen gewissen Reiz aus. Die Protagonisten sind eine Gruppe von Jugendlichen, die miteinander befreundet sind, zwischen denen jedoch die romantischen Gefühle Konflikte auslösen: Eine heimliche Beziehung in Tradition von „Romeo und Julia“, eine unerwiderte Liebe zur guten Freundin und der Schwarm der Urlauberin für einen der sportlichen Einheimischen – es sind einige Klischees, die hier bemüht werden. Ob man dies als störend empfindet oder nicht, ist sicherlich eine Geschmacksfrage, festzuhalten ist, dass die Charaktere und ihre Beziehungen deutlich einfallsreicher hätten gewählt werden können. Ein interessanter Aspekt ist Tonis Asperger-Syndrom, der ihn zum gefürchteten Außenseiter des Ortes macht, doch wird diese Thematik nur recht oberflächlich gestreift und hätte mehr Möglichkeiten geboten.

Die Sprache der Autorin orientiert sich an ihrer Zielgruppe, sowohl direkte Rede als auch Gedanken und die Stimme des auktorialen Erzählers sind von einer recht einfachen Umgangssprache geprägt. Dies sorgt dafür, dass sich die Geschichte sehr flüssig und ohne sprachliche Anstrengungen lesen lässt, auch für Leser ohne anspruchsvolle Lese-Erfahrung. Die Jugendsprache wurde bewusst gewählt und ist Janet Clark natürlich nicht vorzuwerfen, in der Verwendung von umschreibenden Begriffen und lautmalerischen Beschreibungen („klackerten“) hätte es jedoch mehr Varianz sein dürfen.

Der erste Band der Finstermoos-Reihe wirft eine ganze Reihe an Fragen und bedrohlichen Vermutungen auf und endet mit einem Cliffhanger der schlimmsten Sorte, der unabhängig von unausgeschöpften Potenzialen in Anspruch und Sprache eine hohe Spannung auf den zweiten Band erzeugt. Glücklicherweise erscheint dieser nur wenige Wochen nach diesem Band, sodass die Wartezeit nicht zu lange ausfällt.

Fazit

Janet Clark versteht es, Spannung zu wecken und sich mit ihren Charakteren und ihrer Sprache nah an der Zielgruppe zu bewegen. Die Konstellation der Figuren und ihre zwischenmenschlichen Konflikte hätten jedoch etwas ausgefallener und tiefschürfender sein dürfen. Insgesamt eine leichte, kurzweilige Urlaubslektüre.

ISBN10
3785577486
ISBN13
9783785577486
Dt. Erstveröffentlichung
2015
Broschierte Ausgabe
224 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 12 Jahren