Familie Grunz gerät ins Schwimmen

Autoren
Illustrator
Axel Scheffler
Übersetzer
Harry Rowohlt
Verlag
Beltz und Gelberg
Anspruch
4 von 5
Humor
5 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

Bei Amazon ansehen

Zusammenfassung zu “Familie Grunz gerät ins Schwimmen”

Herr Grunz hat von einem zwielichtigen Fremden einen geheimen Auftrag angenommen: Er soll den GROWI (was soviel bedeutet wie „Person von großer Wichtigkeit“) bei einer gewissen Frau Lorbeer abliefern. Als Belohnung winkt ein Berg Silbermünzen, von deren erster Hälfte Herr Grunz eine Fotografie erhält. Der GROWI stellt sich als kleine Person heraus, die mit einem Faß bekleidet ist. Wer er genau ist, das interessiert Herrn Grunz nicht, nur die Silbermünzen zählen für ihn. Sein Sohn, Sohnemann, und seine Freundin Mimi stehen der Sache kritischer gegenüber und wissen, dass das neue Abenteuer durchaus gefährlich werden kann, denn hinter dem GROWI sind angeblich auch andere her…

Also machen sich die Grunzens auf die Reise, zusammen mit Mimi, dem Elefanten Finger (siehe erstes Abenteuer), der den Wohnwagen zieht, und den beiden Eseln im Ruhestand, die den Trupp in ihrem Anhänger begleiten. Die erste Station ist Speedy McGinty, eine Bekannte von Herrn Grunz, die ihnen Landkarten für ihre Reise leihen kann. So ausgestattet machen sich Finger, der Wohnwagen und seine Insassen (und natürlich die Esel sowie Mimis Kolibris Brutzel und Twist) auf den Weg zum Meer. Unterwegs begegnen sie verschiedenen verdächtigen Personen: Dem Paar Max und Martha, die zur Tarnung abwechselnd einen schwarzen Schnurrbart tragen, und dem geschniegelten Harro Schnöseldorp, der mit seinem Wagen liegengeblieben ist und Familie Grunz nun seine Begleitung aufdrängt. Als sie schließlich Isaakshafen erreichen, um ein Schiff zu mieten, warten jedoch einige unerfreuliche Überraschungen auf die Grunzens und den GROWI…

Wichtige Charaktere

  • Sohnemann
  • Herr und Frau Grunz
  • Mimi
  • der GROWI
  • Speedy McGinty
  • Harro Schnöseldorp
  • Max und Martha
  • Mama Braderup
  • Jeremias
  • der Elefant “Finger”
  • die Kolibris Brutzel und Twist
  • der ausgestopfte Katzentürstopper “Ingwerkeks”
  • die Esel Klipp und Klapp

Zitate

„Glücklicherweise gab es ebenso wie ein ‚Unglücklicherweise‘ auch ein ‚Glücklicherweise.‘ Weil sowohl Herr Grunz ALS AUCH Frau Grunz ihr halbes Leben damit zu verbringen schienen, über Sachen, aus Sachen heraus, in und unter Sachen zu fallen (denk nur an die niedrige Mauer vom Vortag), war es Sohnemann gewohnt Erste Hilfe zu leisten. Und neuere Erfahrungen hatten gezeigt, dass Herr Grunz nichts als so lindernd auf einer Wunde empfand – sei es nun eine Beule am Kopf oder ein vor Schmerz pochendes Knie – wie das Eingeriebenwerden mit dem kühlenden fleischigen Ende einer halben Wassermelone. Deshalb bewahrte Sohnemann in der Küche ihres rollenden Heims einen pyramidenförmig aufgestapelten Schwung Wassermelonen auf. (Ich habe die Melonen bereits erwähnt. Sieh auf Seite 11 nach, wenn du mir nicht glaubst.)
Sohnemann versuchte, sie schön pyramidenförmig aufzubewahren, da sich aber der Wohnwagen bewegte und Herr Grunz regelmäßig aus Spaß Frau Grunz mit Melonen bewarf und Frau Grunz Herrn Grunz regelmäßig aus Spaß mit Melonen bewarf, rollten die Melonen für gewöhnlich auf dem Fußboden herum (sogar auf dem Schlafzimmerfußboden, falls du dich erinnerst.)“

„‚Manna!‘, sagte Harro Schnöseldorp und zeigte auf Sohnemann.
‚Was ist denn?‘, fragte Sohnemann und sah hinter sich.
‚Deine Ohren!‘, sagte Schnöseldorp. ‚Das eine ist viel, viel, viel höher an deinem Kopf angebracht als das andere.‘
‚Äh … ja‘, sagte Sohnemann. ‚Es könnte was damit zu tun haben, dass man an einer Wäscheleine aufgehängt worden ist, oder es – ‚
‚Ganz herrlich‘, unterbrach Harro Schnöseldorp. ‚Egal, aus welchem Grund, es ist ein Wahnsinnslook. Sensationell. Solche Ohren hätte ich auch gern.'“

Alle Bände von Familie Grunz

1. Familie Grunz hat Ärger
2. Familie Grunz gerät ins Schwimmen
3. Familie Grunz in der Bredouille (August 2014)

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

Zweiter Band von den Meistern des beeindruckenden Unsinns

5 von 5

Nachdem im ersten Band Sohnemann und ihre Eltern vorgestellt wurden und die Grunz’sche Familie überraschend eine Art Zuhause fand, stehen die nächsten Abenteuer an. Herr Grunz hat sich wieder einmal auf einen zwielichtigen Auftrag eingelassen, der ebenso absurd wie fragwürdig erscheint (dessen Sinn jedoch gegen Ende der Geschichte etwas klarer wird, so viel sei versprochen!). Das Geleit einer wichtigen Person, deren Identität den Grunzens so wie auch den Lesern bis zum Ende verborgen bleibt und sich nur erahnen lässt. Als wichtige neue Person kommt neben Sohnemanns Freundin Mimi die rollstuhlfahrende Sportlerin Speedy McGinty dazu, eine interessante weil unkonventionelle Figur. Speedy zeigt, dass eine körperliche Beeinträchtigung keine „Behinderung“ sein muss und wird im Laufe der Geschichte zur Heldin, die weit fähiger ist als die körperlich unversehrten Grunz’schen Eltern.

Auch dieser zweite Band ist geprägt von Skurrilitäten, von den berühmten Ardagh’schen Abschweifungen – wie immer kongenial von Harry Rowohlt übersetzt – und von einer Handlung, die allem Wahnsinn zum Trotz durchaus einen roten Faden aufweist. Philip Ardagh schafft es außerdem auch in diesem Buch, auf seine unvergleichliche Weise portionsweise Wissen zu vermitteln, etwa die Begriffe Eigendynamik und Massenträgheit. Die Grunz-Reihe lohnt sich für alle Ardagh-Fans, die schrägen Humor und den unvergleichlichen Schreibstil des Ardagh-Rowohlt-Cocktails (eines von vielen Beispiel ist hier der sich durchs Buch ziehende Wortwitz um den Elefanten Finger und dessen korrekter grammatikalischer Benennung) lieben.Und das obwohl man einige Parallelen zu seiner Bestesellerreihe um Eddie Dickens und seine Eltern feststellen kann: Statt eines ausgestopften Wiesels ist es hier eine ausgestopfte Katze, auch die Erziehungsberechtigten sind ähnlich faszinierend, abstoßend und vollkommen schrullig zugleich. Eine Familie, mit der ein Wiedersehen lohnt!

Fazit

Auch wenn die Reihe um die Grunzens nicht ganz an die überragende Brillanz der Reihe um Eddie Dickens („Schlimmes Ende“ und seine Nachfolgebände) heranreicht, zeigt das Autoren/Übersetzer-Duo Ardagh und Rowohlt auch in diesem Buch seine Klasse, die an Talent und Skurrilität ihresgleichen sucht. Axel Schefflers Illustrationen, die viele sicherlich eher mit Bilderbüchern assoziieren, sind Geschmackssache, einen Blick für treffende Portraits der Charaktere kann ihm in jedem Fall bescheinigt werden. Kurz: Ein verrücktes, herrlich unterhaltsames Buch!

Originaltitel
The Grunts all at Sea
ISBN10
3407820445
ISBN13
9783407820440
Dt. Erstveröffentlichung
2014
Gebundene Ausgabe
272 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 8 Jahren

Du hast dieses Buch auch gelesen? Schreib uns deine Meinung dazu!

Deine Bewertung