Erebos

Autoren
Verlag
Loewe Verlag
Anspruch
5 von 5
Humor
3 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Erebos”

An Nicks Schule greift ein Geheimnis um sich, über das niemand spricht. Auch Nicks Freund Colin verhält sich auf einmal sehr merkwürdig und gibt sich mit Dan und Alex ab, zwei Mitschülern, über die er früher nur gelacht hätte. Nick beobachtet, wie Schüler anderen Mitschülern kleine flache Gegenstände zustecken. Sein Schwarm Emily lehnt ab, doch Nick packt die Neugier. Er muss wissen, um was es geht. Schließlich wird er von Brynne eingeweiht: Nachdem er ihr versprechen musste Stillschweigen zu bewahren, erhält er von ihr eine DVD mit einem Computerspiel: Erebos.

Das Spiel zieht Nick schnell in seinen Bann, noch nie hat er ein solch authentisches Spiel gesehen, das sogar mit seinen Spielern spricht. Er muss sich mit seinem echten Namen anmelden und nach den ersten Aufgaben einen Fantasienamen, eine Figur und Eigenschaften wählen. Und so wird aus Nick der Dunkelelf Sarius, der natürlich auf Level 1 startet. Nachdem die ersten Hürden überwunden sind, kann sich Nick am Feuer mit anderen Charakteren unterhalten. Alle Spieler sind darauf bedacht, nicht zu viel zu verraten, vieles ist auf Geheimhaltung ausgerichtet. So sieht jeder Spieler jeweils nur die Level der Spieler, die sich in niedrigeren Levels als er selbst befinden. Höhere Level erreichen die Spieler, indem sie Kämpfe in der Arena gewinnen, indem sie Aufträge erfüllen oder sich in Quests bewähren. Auch Nick wird bald mit dem ersten Auftrag betraut, den er erstaunlicherweise in der realen Welt erfüllen muss.

Schon bald ist Nick genauso abhängig wie viele seiner Mitschüler: Er schläft wenig, schwänzt die Schule, erledigt seine Hausaufgaben mangelhaft oder überhaupt nicht und belügt seine Freunde. Erebos fesselt ihn, und das Wichtigste ist für ihn, auf ein höheres Level und in den „Inneren Kreis“ zu gelangen, der am Tag der großen Schlacht gegen einen ominösen Gegner namens Ortolan eine wichtige Rolle spielen soll. Doch Erebos hat nicht nur Anhänger. Ein Lehrer der Schule, Mr. Watson, ist sehr besorgt über die Gerüchte, die ihm über das neue Spiel zu Ohren gekommen sind. Auch Schüler wie Emily und Nicks Freund Jamie sind skeptisch und befürchten ein düsteres, gefährliches Geheimnis hinter Erebos. Als es zu gefährlichen Vorkommnissen kommt, ahnt Nick, wozu Erebos im Stande ist…

Wichtige Charaktere

  • Nick
  • Jamie
  • Colin
  • Emily
  • Dan und Alex
  • Brynne, Aisha, Rashid, Helen und Jerome
  • Eric Wu
  • Victor, Kate und Speedy
  • Adrian
  • Mr. Watson
  • Ortolan

Zitate

„Mit jedem neuen Tag verliert meine Realität an Wert. Sie ist laut und ohne Ordnung, unvorhersehbar und mühevoll.
Was kann sie denn, die Realität? Hungrig machen, durstig, unzufrieden. Sie verursacht Schmerzen, sie schlägt mit Krankheiten um sich, sie gehorcht lächerlichen Gesetzen. Vor allem aber ist sie endlich. Immer führt sie zum Tod.
Was zählt und Kraft hat, sind andere Dinge: Ideen, Leidenschaften, sogar Wahnsinn. Alles, was sich über die Vernunft emporhebt.
Ich entziehe der Realität meine Zustimmung. Ich verweigere ihr meine Mithilfe. Ich verschreibe mich den Verlockungen der Weltenflucht und stürze mich mit ganzem Herzen in die Unendlichkeit des Irrealen.“

Preise und Nominierungen

Preis der Jugendjury beim Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 (zur Jurybegründung)

Trailer zum Buch

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

'Erebos' zieht seine Leser in seinen Bann

5 von 5

Mit ihrem ersten Jugendroman ist Ursula Poznanski ein fesselnder und psychologisch intelligenter Thriller gelungen, der völlig zu Recht den Preis der Jugendjury beim Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 erhielt. Wer sich im Gaming Bereich auskennt und selbst Erfahrung mit Computerspielen hat, wird sicherlich das eine oder andere Element wiedererkennen und sich mit den Charakteren im Buch identifizieren können. Aber auch Leser, die mit Computerspielen wenig bis gar nichts anfangen können (wie die Rezensentin) können an diesem Buch ihre Freude haben, indem sie fasziniert bis entsetzt verfolgen, welche Macht ein Spiel und die Sucht, die es auf seine Spieler hat, ausüben kann.

Ursula Poznanski zeigt in ihrem Thriller sehr anschaulich, wie sich Süchte entwickeln und welche Krankhaften und gefährlichen Ausmaße sie annehmen können, wenn alle gesunden Bedürfnisse, Prioritäten und Werte neben ihnen in den Hintergrund treten. Eine besondere Faszination übt Erebos durch seine Verknüpfung von Spiel/Fiktion und realem Leben aus. Die Neugier und der Ehrgeiz der Spieler (sowie das intelligente System dahinter) lassen Erebos funktionieren und gaukeln den Spielern vor, es mit einem lebendigen Wesen zu tun zu haben, unter dessen Beobachtung sie stehen. Erebos macht Schüler zu Spitzeln, zu Körperverletzern, zu potenziellen Mördern. Und da es vorstellbar ist, dass sich die Geschichte genau so in der Realität zuträgt, macht dieser Thriller gleichzeitig auch ein wenig Angst und mahnt seine Leser.

„Erebos“ ist von der ersten Seite bis zum überraschenden Ende auf den letzten Seiten spannend, und man kann zu Recht behaupten (wie im Trailer versprochen), dass der Thriller „Erebos“ genauso fesselt wie das Spiel, um das es geht. Ursula Poznanski schreibt jugendgerecht und anspruchsvoll und dabei so angenehm, dass sich die knapp 500 Seiten des Buches flüssig und mühelos lesen lassen. Interessant ist vor allem der Wechsel zwischen Nicks realem Leben und dem virtuellen Leben seiner Spielfigur Sarius, mit der sich Nick zunehmend identifiziert, bis er sich kaum noch unabhängig von ihr wahrnimmt und definiert. Dass die Autorin nebenbei eine Liebesgeschichte in die Geschichte webt, mögen ihr auch Leser verzeihen, die mit romantischen Büchern nichts anfangen können, denn sie ist weitgehend unkitschig geschildert und stört den Handlungsverlauf nicht.

Fazit

Alles in allem ist Ursula Poznanski mit „Erebos“ eine runde, spannungsvolle und bewegende Geschichte gelungen, die überzeugt und in ihren Bann zieht.

ISBN10
3785573618
ISBN13
9783785573617
Dt. Erstveröffentlichung
2011
Broschierte Ausgabe
485 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 12 Jahren

Eine Antwort zu
Erebos

  1. Daniela D

    Hal­lo Ilga,
    Ich habe das Buch als Hör­buch gehört und fand es wirk­lich gut, nor­ma­ler­wei­se höre ich ja kaum Hör­bü­cher da die Vor­le­ser oft nicht zum Buch passen,aber hier hat alles gestimmt! Dei­ne Rezen­si­on ist wirk­lich gut gewor­den un Du hast mit allem recht was Du schreibst!
    Dan­ke für die Post­kar­te von der Post­kar­ten Parade;)Ich habe mich sehr gefreut!
    LIe­be Grü­ße
    Danie­la

  2. Michael Petrikowski

    5 von 5

    Wir wür­den uns freu­en, wenn Sie sich an unse­rem Voting „Die bes­ten Bücher des Jah­res“ betei­li­gen und die­ses Buch in unse­rem Blog http://www.gedankenspinner.de/?p=470 bewer­ten.