Die Zauberbäume – Kouzelné stromy

Autoren
Illustrator
Susanne Zuda
Verlag
Edition Lichtland

Zusammenfassung zu “Die Zauberbäume – Kouzelné stromy”

Im Böhmerwald lebten früher zwei Kobolde. Der eine hieß Jakob und half den Menschen als Glasbläser, der andere hieß Jiri und half den Menschen als Viehwirt. Beide beschlossen irgendwann, dass es ihnen zu anstrengend sei und fortan spielten sie den Menschen nur noch Streiche und trieben ihren Schabernack mit ihnen. Allerdings kannten sich beide nicht, denn der eine wohnte im Osten des Waldes und der andere im Westen. Beide genossen ihre Freiheiten, aber manchmal sehnten sie sich nach einem Freund. Eines Tages sollte sich dieser Wunsch erfüllen. Auf der steinernen Brücke, die über ein Bächlein führt und beide Waldteile verbindet, treffen die beiden Kobolde aufeinander. Zwar verstehen sie die Sprache des anderen nicht, aber auch so treffen sie sich jeden Tag wieder und treiben ihre Späße mit den Menschen. Und jedesmal, wenn sie sich sehen, lernen sie neue Worte aus der Sprache des anderen. Die Idylle wird getrübt, als sie eines Tages die düstere Hütte des Köhlers entdecken und dieser sie gefangen nimmt und bei sich arbeiten lässt, als Strafe für ihre Späße. Als der Köhler einschläft, können es sich die beiden Kobolde nicht verkneifen, ihm zur Strafe den Bart mit einem glühenden Kohlenstück in Brand zu setzen. Doch nachdem der Köhler seinen Bart gelöscht hat, verflucht er die beiden Freunde und streut Zaubersamen aus. Die daraus sprießende Mauer aus Zauberbäumen trennt die beiden Kobolde wieder voneinander. Für immer?

Dem Buch liegt eine CD bei, auf der Kinder die Geschichte auf deutsch und auf tschechisch vorlesen und auf der zusätzlich die im Buch vorkommenden Vokabeln ausgesprochen werden.

Wichtige Charaktere

  • Kobold Jakob
  • Kobold Jiri
  • der Köhler
  • der große alte Uhu
  • die Moldau
  • eine Amsel
  • eine dicke, warzige Kröte

Zitate

„In einem uralten, wunderschönen Wald, in einem Land mit tausend Bergen, das die Menschen Böhmerwald nannten, lebten einst zwei Kobolde. Der Wald war so riesig und die Kobolde so winzig, dass sie sich noch nie über den Weg gelaufen waren.“

„Und so kam es, dass sich die Menschen im Osten und im Westen des großen Waldes über die Späße und Streiche der Kobolde ärgern mussten. Und dennoch liebten sie die kleinen Kobolde. Sie waren ihnen ans Herz gewachsen und gehörten zu ihnen, wie die Bäume im Wald und die Ziegen in den Ställen.“

Persönliche Bewertung

Leuchtend illustrierte Fabel mit Kobolden über den Eisernen Vorhang

5 von 5

Die Geschichte von Michael Sellner um zwei Trolle, die im selben Wald wohnen, sich begegnen und wieder getrennt werden, widmet der Autor am Ende allen Menschen, die sich für das Ende der Berliner Mauer eingesetzt haben. Zugleich wendet er sich am Ende mit einem Apell direkt an die Leserschaft, dass der Wald nie wieder durch eine Mauer getrennt werden darf. Damit ist der Kern des Anliegens dieses Buchs aus der edition Lichtland benannt, das von der Euregio und weiteren Partnern realisiert und finanziert wurde. Es geht um eine kindgerechte Vermittlung der Trennung des zusammengehörigen Waldgebirges, bestehend aus Bayerischem Wald und Böhmerwald, und darüberhinaus um die Vermittlung erster Vokabeln der jeweils anderen Landessprache. Das Buch erscheint im Sinne der Völkerverständigung zweisprachig, jeweils in grüner oder blauer Schrift und passend zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls 1989. Darüber hinaus gibt es kleine Vokabelkästen, die in die Bilder integriert wurden und am Ende eine Doppelseite mit einem illustrierten kleinen Wörterbuch.

Das Sagenhafte des Inhalts fängt Susanne Zuda mit ihren Illustrationen auf ganz besondere Weise ein. Ihren von der Glasmalerei inspirierten Stil findet man kein zweites Mal in aktuellen Bilderbüchern. Die Leuchtkraft der eingesetzten Farben tritt vor allem bei den großformatigen Bildern zu Tage, aber auch die gesamte Gestaltung des Buchs mit vielen eingestreuten kleineren Zeichnungen und farbenfroh gestaltetem Vor- und Nachsatzpapier ist sehr sehenswert. Das Zauberhafte, Märchenhafte und Verwunschene des Inhalts bei einem solch ernsten Thema ist mit Nachdruck zu betonen. Abgerundet wird dieses „Lehrstück“ durch die beiliegende CD mit den zweisprachigen Textfassungen und den Vokabeln.

Fazit

So macht die Geschichtsstunde Spaß! Die Grausamkeit des Eisernen Vorhangs transformiert Michael Sellner in Zauberbäume und getrennte Trollfreunde und nimmt ihm so zwar nicht den Schrecken, findet aber Zugang zur imaginativen Kraft der Zielgruppe. Die leuchtende Gestaltung durch Susanne Zuda steht dem in nichts nach.

ISBN10
3942509334
ISBN13
9783942509336
Dt. Erstveröffentlichung
2014
Gebundene Ausgabe
52 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren

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