Die unendliche Geschichte

Autoren
Illustrator
Roswitha Quadflieg
Verlag
Thienemann Verlag

Zusammenfassung zu “Die unendliche Geschichte”

Bastian Balthasar Bux ist ein ganz normaler Junge. Er wohnt mit seinem Vater zusammen und geht zur Schule, wo er von einer Gruppe Jungen gemobbt wird. Als er sich eines Tages auf der Flucht vor seinen Verfolgern in das Antiquariat des schlecht gelaunten Herrn Koriander flüchtet und er von dort ein besonderes Buch mit Namen „Die Unendliche Geschichte“ mitnimmt, ändert sich sein Leben schlagartig, er lernt eine Parallelwelt kennen und wird in die Abenteuer des Buches verstrickt.

Im Buch lernt er das Reich Phantasien kennen und seine Gebieterin die Kindliche Kaiserin. Das Reich ist in großer Gefahr, denn immer mehr Gebiete werden durch das Nichts ausgelöscht, sie verschwinden einfach und das Nichts verschluckt alles, was einst an seiner Stelle gewesen ist – Lebewesen und Landschaft. Eine Abordnung verschiedener Wesen macht sich aus allen Teilen des Reiches auf den Weg zum Elfenbeinturm der Kindlichen Kaiserin, denn sie erhoffen sich Rat von ihr. Die Kindliche Kaiserin beauftragt den Jungen Atréju mit der Suche nach einem Heilmittel gegen das Nichts und ihre Krankheit, die zeitgleich mit dem Nichts auftrat. Atréju bekommt das Auryn, ihr Amulett, das ihn vor allen Wesens Phantasien als ihren Abgesandten zu Erkennen geben soll.

Atréju macht sich auf eine lange Reise und trifft die verschiedensten Wesen, von denen ihm einige helfen und einige ihm trotz des Auryns gefährlich werden. Einer seiner Gefährten ist der Glücksdrache Fuchur, auf dessen Rücken er einen großen Teil der Reise zurücklegt. Die Gegenspielerin der Kindlichen Kaiserin ist die Zauberin Xayide und auch ihr muss Atréju sich widersetzen und ihre Diener und Verbündeten wie den Werwolf Gmork besiegen. Bastian verfolgt die Geschichte mit großer Spannung, bis er an einer Stelle selbst in die Geschichte gezogen wird und zeigen muss, dass auch in ihm ein Held steckt, der Phantasien retten kann…

Wichtige Charaktere

  • Bastian Balthasar Bux
  • Karl Konrad Koreander
  • Atréju
  • die Kindliche Kaiserin
  • der Glücksdrache Fuchur
  • die Zauberin Xayide

Zitate

„Nur wenige Schritte entfernt befand sich im Felsen eine kleine Höhle, aus deren Eingang ein gedämpfter Lichtschein fiel.
Ohne den linken Arm zu bewegen, stand Atréju vorsichtig auf und ging zu dem niedrigen Höhleneingang. Er beugte sich nieder und erblickte Im Inneren einen Raum, der wie eine Alchemistenküche im Miniaturmaßstab aussah. Im Hintergrund prasselte in einem offenen Kamin ein lustiges Feuerchen. Überall standen und lagen Tiegel, Töpfe und wunderlich geformte Flaschen herum. In einem Regal waren Bündel von getrockneten Pflanzen verschiedener Art aufgestapelt. Das Tischchen in der Mitte und die übrigen Möbel schienen aus Wurzelstrünken zusammengebastelt. Im ganzen machte die Wohnstätte einen höchst behaglichen Eindruck.
Erst als er ein Hüsteln hörte, bemerkte Atréju, dass in einem Lehnsessel vor dem Kamin ein kleines Kerlchen saß. Auf dem Kopf trug es eine Art Hut aus Wurzelholz, der wie ein umgekehrter Pfeifenkopf aussah. Das Gesicht war ebenso drunkelbraun und verschrumpelt wie jedes, das er bei seinem ersten Erwachen über sich gesehen hatte. Doch saß auf der Nase eine große Brille, und seine Züge wirkten schärfer und sorgenvoller. Das Kerlchen las in einem großen Buch, das auf seinem Schoß lag.
Dann wackelte aus einem anderen, weiter hinten liegenden Raum eine zweite kleine Gestalt herein, in der Atréju sofort das Wesen wiedererkannte, das sich seiner zuvor angenommen hatte. Jetzt erst sah er, dass es sich um ein Weiblein handelte. Außer der Blätterkappe trug es – ebenso wie das Männchen auf dem Kaminsessel – eine Art Mönchskutte, die gleichfalls aus welkem Laub zu bestehen schien. Es summte vergnügt vor sich hin, rieb sich die Hände und machte sich dann an einem Kamin zu schaffen, der über dem Feuer hing. Beide Gestalten waren kaum höher als Atréjus Bein von der Sohle bis zum Knie. Es war offensichtlich, dass es sich bei diesen beiden um Mitglieder der weitverzweigten Gnomenfamiien handelte, wenn auch um ziemlich ungewöhnliche.“

Persönliche Bewertung

Eines der außergewöhnlichsten und phantasievollsten Bücher für Kinder

5 von 5

Die Unendliche Geschichte gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Kinderbüchern und kindgerechten phantastischen Geschichten der Welt – und das völlig zu Recht. Michael Ende schafft mit seinem Buch eine phantastische Welt voller magischer, geheimnisvoller und unheimlicher Wesen, die kaum phantasievoller sein könnte. Als Hauptperson ist Bastian gut gewählt: er ist ein ganz normaler Junge mit alltäglichen Problemen und einer alles andere als perfekten Familie. Er ist zu dick, hat keine Freunde und entspricht in keinster Hinsicht dem Klischee eines Helden. Damit kann sich der Großteil der Leser sicherlich bestens mit ihm identifizieren, denn er ist so wunderbar normal und real. Es ist ermutigend zu sehen, dass sogar ein so unscheinbarer Junge mit seinen Problemen eine wunderbare Geschichte erleben und zum Helden werden kann. Gleichzeitig lässt Michael Ende kritische Themen nicht außer Acht und behandelt auf kindgemäße Weise Probleme wie die Gefahren von zu viel Macht oder falschen Charakteren, denen man nicht trauen sollte. Jeder einzelne der Charaktere des Buches fasziniert und ist großartig beschrieben. In ebenso leuchtenden Farben beschreibt der Autor das Reich Phantasien, sodass der Leser selbst meint im Reich der Kindlichen Kaiserin gewesen zu sein.

Fazit

Unbeschreiblich besser als jede Verfilmung. Brillant, fesselnd, meisterhaft geschrieben – eine Art deutscher Tolkien für Kinder!

ISBN10
3522202031
ISBN13
9783522202039
Dt. Erstveröffentlichung
1979 (2014)
Gebundene Ausgabe
444 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 10 Jahren