Die rote Zora und ihre Bande

Autoren
Illustrator
Jonas Lauströer
Verlag
Sauerländer Verlag

Zusammenfassung zu “Die rote Zora und ihre Bande”

„Die rote Zora“ – diese Bezeichnung steht für das Mädchen Zora, das schönes rotes, wallendes Haar hat und Anführerin einer Jugendbande wird – der Uskoken. Diese Ehre kommt ihr zuteil, als sie den des Diebstahls bezichtigten Branko aus der Haft befreit. Schauplatz der Ereignisse ist die kroatische Stadt Senj. Branko, der als Halbwaise aufwächst, nachdem seine Mutter starb, ist der Sohn des Geigers Milan, der sich als Musiker durchschlägt. In Senj ist Brankos Vater bekannt und die Leute lieben seine Musik. Branko soll nach dem Tod der Mutter bei seiner Großmutter wohnen, doch dort ist er nicht willkommen – schon am darauffolgenden Tag ist er ohne Zuhause. Er streicht auf dem Markt der Stadt Senj umher, vom Hunger getrieben, und nimmt einen Fisch zu sich, der von einem der Marktstände heruntergefallen war. Als er erwischt und ins Gefängnis gesteckt wird, kreuzen sich seine und Zoras Wege. Die Kinder um Zora und Branko sind Ausgestoßene der Gesellschaft, was sie dazu treibt, Diebstähle und böse Streiche zu begehen. Doch innerhalb ihrer Bande halten sie fest zusammen und stehen füreinander ein. Ein Fischer namens Gorian ist der Einzige, der Verständnis für die heimatlosen und wilden Kinder aufbringt. Er, der unter den Repressalien der Großfischer leidet, erfährt wiederum Unterstützung und Solidarität von Zoras Bande. Was die Kinder alles zusammen erleben und ob sie wirklich dazu bestimmt sind, dauerhaft ein Leben auf der Straße und in der Illegalität zu führen, erfahren die Leser im Laufe einer spannenden, aufregenden Handlung.

Wichtige Charaktere

  • Zora
  • Branko
  • Kata, Brankos Großmutter
  • Stjepan, ein Freund von Zoras Bande
  • Gorian, der Fischer

Interpretation

Kurt Held hat mit diesem Jugendbuch ein geniales Werk geschaffen, indem er sich damit auseinandersetzte, was geschieht, wenn Waisenkinder einfach sich selbst überlassen werden. Eine der zentralen Aussagen des Buches ist beispielsweise, dass die Jugendbande von der Gesellschaft geächtet wird, sich ihrer aber niemand ernsthaft annimmt und etwas für sie tut. In der Verurteilung der Taten, die den Kindern vorgeworfen werden, sind sich die Einwohner von Senj einig – doch viele der Bewohner sind korrupt und machtbesessen und daher gänzlich blind für die eigenen Fehler. Sei es der Bauer Karaman, der Bürgermeister oder die Mitglieder der Fischereigesellschaft – sie alle eint, dass ihnen Geld und Macht wichtiger sind als Mitmenschlichkeit. Doch nicht alle sind gegen Zoras Bande – der alte Fischer ist ein kinderlieber Mensch und sieht die wahren Nöte der Bande. Außerdem leidet er selbst unter den korrupten Machenschaften der Fischereigesellschaft. Er ist ein verlässlicher Ansprechpartner, dem die Kinder vertrauen können und zu dem sie jederzeit kommen können. Er steht ihnen zur Seite. Auch der Schauplatz des Romans ist symbolträchtig: Als eine der ältesten Städte Kroatiens war Senj im 16.Jahrhundert ein berüchtigter Ort, in dem sich Osmanen und Uskoken, ein Klan kroatischer Flüchtlinge, erbitterte Bandenkriege lieferten. Zora und ihre Freunde entlehnten einige ihrer Ideale für sich und benannten nicht zuletzt ihre eigene Bande nach ihnen.

Trailer zum Film

Persönliche Bewertung

spannendes Jugendbuch mit sozialkritischem Hintergrund

5 von 5

Kurt Held, schrieb dieses besondere Jugendbuch mit einer bilderreichen Sprache, die es den jungen Lesern ermöglicht, sich schnell in die Handlung einzufinden. Kinder und Jugendliche identifizieren sich gerne mit der Abenteuerlust von Zora und ihren Freunden, Mädchen sehen sich bestätigt darin, dass sie auch als Bandenführerinnen akzeptiert und geachtet werden. Kurt Held hat mit diesem Buch jedoch nicht nur eine fantastische Geschichte geschaffen – er schrieb es nach einer wahren Begebenheit und nach der Begegnung mit den beiden realen Personen Zora und Branko, die er bei einer Reise mit seiner Frau im damaligen Jugoslawien kennen lernte. Anhand ihrer Lebensgeschichte kam ihm die Idee, ein Buch darüber zu schreiben. Aufgrund seines Schreibverbots in der Schweiz veröffentlichte er den Roman nicht unter seinem eigentlichen Namen Kurt Kläber, sonder verwendete dafür das Pseudonym Kurt Held. Im Buch ist immer klar, wer auf der Seite der Guten oder auf jener der Bösewichte steht – ganz, wie es Kinder lieben, wenn sie sich von einem spannenden Buch fesseln lassen. Was Held seine Figuren im Roman erleben lässt, gibt es auch heute in vielen Ländern – entweder laufen Kinder aus eigenem Antrieb von zu Hause oder aus Fürsorgeheimen weg, oder sie werden von gleichgültigen Erwachsenen einfach sich selbst überlassen. So bedrückend diese Realität ist, gelang es Held dennoch, ein unterhaltsames und packendes Buch zu schreiben.

Fazit

Für junge Leser ist der Jugendroman „Die rote Zora“ ein aufregendes Buch, das viel spannende und unterhaltsame Handlungselemente enthält. Der rauen Wirklichkeit von Kinderarmut und Heimatlosigkeit stehen Warmherzigkeit, Freundschaft und Vertrauen gegenüber, womit sich junge Leser besonders gut identifizieren können.

ISBN10
3737362599
ISBN13
9783737362597
Dt. Erstveröffentlichung
2012 (1941)
Gebundene Ausgabe
384 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 10 Jahren

Eine Antwort zu
Die rote Zora und ihre Bande

  1. kleines mädchen

    also dan­ke dafür das es hier die hand­lung gibt ohne sie hät­te ich es nie geschafft einen eins zu bekom­men in der vor­stel­lung wirk­lich vie­len dank!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. ZORA

    5 von 5

    Ich heis­se sel­ber auch Zora und lie­be das buch von Kurt Held
    Ich habe da sBuch schon etwa 10 mal durch­ge­le­sen und lese es jetzt dann bald zum 11 mal

  3. Ana

    1 von 5

    Mir gefiel das Buch sehr gut. Span­nend !