Die Glücksbäckerei (1) – Das magische Rezeptbuch

Autoren
Illustrator
Eva Schöffmann-Davidov
Übersetzer
Eva Riekert
Verlag
S. Fischer Verlag
Anspruch
3 von 5
Humor
5 von 5
Lesespaß
4 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Die Glücksbäckerei (1) – Das magische Rezeptbuch”

Roses Eltern betreiben eine Bäckerei. Keine gewöhnliche Bäckerei jedoch, denn als Rose zehn ist, wird sie das erste Mal Zeugin, wie ihre Mutter einen Blitz in einen Teig rührt. Ab diesem Zeitpunkt ist für sie klar: Ihre Eltern backen mit magischen Rezepten, die ihren Kunden zu mehr Gesundheit oder Glück verhelfen. Als Rose zwölf ist, werden ihre Eltern von der Bürgermeisterin zu einem wichtigen Auftrag gerufen und müssen ihre vier Kinder allein zurücklassen, unter der Obhut ihres Kindermädchens Mrs Carlson und des Bäckereigehilfen Chip. Backen kann Rose bereits, doch ihre Eltern schärfen ihr ein, das uralte Zauberbuch aus dem geheimen Raum keinesfalls zu benutzen. Die Eltern reisen ab, doch wenig später stellt sich eine geheimnisvolle schöne Fremde den Kindern als Tante Lily vor und zieht im Haus ein, um den Kindern zu helfen. Was für ein glücklicher Zufall, dass Lily selbst kochen und backen kann!

Rose kommt die unverhoffte Verwandte sehr verdächtig vor, doch kann sie sich nicht gegen Lilys Einzug wenden, zumal ihre Brüder sie bereits ins Herz geschlossen haben. Durch mysteriöse Umstände verschweigen alle Kinder ihren Eltern die Ankunft der Tante, obwohl sich diese durchaus verdächtig verhält, besonders als sie sich nach einem anderen Backbuch erkundigt. Lily ist auf der Suche nach besonderen Rezepten für ihre eigene Fernsehsendung und beginnt, auf Rose Einfluss zu nehmen und ihr die Vorzüge des Berühmtseins schmackhaft zu machen. Letztendlich lässt sich Rose doch dazu überreden, einige Rezepte zum Testen aus dem alten Buch abzuschreiben. Zwar suchen sich die Geschwister vermeintlich harmlose magische Rezepte aus dem Buch heraus, doch dann geht einfach alles schief…

Wichtige Charaktere

  • Rosmarin „Rose“ Glyck
  • Tymo Glyck
  • Basil Glyck
  • Pimpinella „Nella“ Glyck
  • Devin Stetson
  • Mutter Polly und Vater Albert Glyck
  • Tante Lily
  • Mrs Carlson
  • Chip

Zitate

„Albert schnaufte und keuchte im Hintergrund. Er schleppte sechs Lederkoffer vom Haus in die Einfahrt und lud sie in den Hummer. Einer war voller Kleider, in den anderen fünf befanden sich Gläser mit Madagaskar-Zimt und getrockneten Elfenflügeln, besondere schwarze Zuckersorten aus einem Wald in Kroatien und die eingefangenen Sprüche, geflüstert von Ärzten-, dazu noch Dutzende von alltäglichen oder geheminisumwitterten Dingen.“

Gresnil Glyck gab zwei Fäuste reinen, schneeweißen Mehls in die Mitte einer Holzschüssel. Sie schlug ein Hühnerei in das Mehl, durchstieß dann das goldene Dotter mit dem kleinsten Finger der LINKEN Hand, während sie dreimal hintereinander ‚Dublietto Desolato‘ murmelte.
Dann rührte sie eine eichelgroße Menge der schwarzen Samen in einen Becher Kuhmilch, während sie flüsterte: ‚Souviendo Reviendo‘. Sie goss die Milch über das Mehl und rührte mit einem eisernen Löffel fünf Mal im Uhrzeigersinn um. Schließlich gab sie Elefantenspeichel über die Mixtur und pustete darauf.

Alle Bände der Glücksbäckerei

1. Das magische Rezeptbuch
2. Die magische Prüfung

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

Ein Buch zum Schmunzeln und Wohlfühlen

4 von 5

Die große Stärke dieses Buches ist seine Atmosphäre und sein Humor, der ein ums andere Mal zum Schmunzeln einlädt. Kathryn Littlewood verbackt so zauberhaft-fantastische Elemente wie den traditionsreichen Beruf der Glücksbäcker, Charaktere mit kreativen Namen (der Bezug zu Kräutern ist unverkennbar), ein magisches Backbuch und skurrile (der Zwerg des ewigen Schlafes) bis schaurige Zutaten (Elfenflügel) zu einer sehr kurzweiligen Geschichte. Zwar ist die Grundidee des magischen Rezeptbuches, das durch unsachkundige bzw. schlampige Anwendung zur Katastrophen führt, keine neue, doch erzählt sie die Autorin so erfrischend, dass man dem Buch seine zum Teil mangelnde Innovation kaum nachsehen mag.

Rose, die Hauptfigur wirkt zwar sympathisch, doch gleichzeitig recht naiv und unreif – was dazu führt, dass ihre Versuche, ihre Fehltritte zu vertuschen, sie immer weiter in Bedrängnis bringen. Insgesamt ist der Hauptcharakter besonders für ältere Leser in ihrer Naivität (besonders der Tante gegenüber) etwas anstrengend, jüngere Leser dagegen mögen sich mit einer so menschlichen Heldin gut identifizieren können.

Die Handlung ist mitunter ein wenig vorhersehbar und bietet insgesamt keinen nennenswerten Anspruch, die Geschichte setzt stattdessen auf Humor und Unterhaltung. Kritischen Lesern mag dabei die eine oder andere Stelle zu oberflächlich und klischeehaft erscheinen – etwa wenn sich der schöne Tymo nach einem Zauberexperiment vor glühenden Verehrerinnen nicht retten kann, die etwas zynische Beschriftung der Eierkartons mit „glückliche Hühner“ oder Tante Lily als Femme Fatale, die ihrer Nichte dabei behilflich ist, mit Hilfe von Schminke etwas aus sich zu machen. Oder aber die Ironie, dass Nella um eine zertretene Schnecke weint und sie beerdigen möchte, während sie selbst einmal wöchentlich Schnecken verspeist. Um sich die Freude an der Geschichte nicht zu nehmen, ist es unumgänglich über solche Feinheiten hinwegzusehen. Und immerhin bleibt der Nachhall der Lektion, die das Buch trotzdem bereithält: Es ist gefährlich, in die Emotionen von Menschen einzugreifen und zu versuchen, persönliche Problem durch Zauberei lösen, Beliebtheit und Zuneigung zu erzwingen.

Fazit

Der erste Band der „Glücksbäckerei“ hält genau das, was das Cover verspricht: Ein Wohlfühlbuch und eine entzückende Geschichte, die zwar keinen besonderen Anspruch, dafür aber jede Menge Humor bereithält. Die zauberhaften Illustrationen von Eva Schöffmann-Davidov komplettieren die Handlung perfekt.

Originaltitel
Bliss 1
ISBN10
3596854849
ISBN13
9783596854844
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
352 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 10 Jahren

Eine Antwort zu
Die Glücksbäckerei (1) – Das magische Rezeptbuch

  1. lollypop

    wie­so als pol­ly 12 Jah­re alt wird? Das ist doch Rose!!!

  2. Ilga

    Dan­ke für den Hin­weis! Wir haben das Ver­se­hen kor­ri­giert.

    Vie­le Grü­ße aus dem Hexen­bü­ro

  3. MiniMeeeeeeeee

    4 von 5

    ich per­sön­lich habe mich in die­ses Buch ver­liebt. Muss jetzt eine Buch­vor­stel­lung drü­ber hal­ten. Kann mir wer hel­fen?