Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Autoren
Verlag
Fischer Taschenbuch Verlag
Anspruch
5 von 5
Humor
4 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde”

Der Notar Gabriel Utterson spürt einer Geschichte nach, die ihm Grauen bereitet, jedoch ebenso sein Interesse weckt: das Auftauchen eines kleinwüchsigen Mannes mit erschreckend bösartigen Gesichtszügen, der ein ausgesprichen schlechtes Benehmen an den Tag legt und auch vor Gewalt nicht zurück schreckt, scheint mit der Person des respektablen Dr. Henry Jekyll verknüpft zu sein. Durch hinterlassene Aufzeichnungen bestätigt sich ein schauriger Verdacht: bei Mr. Hyde und Dr. Jekyll handelt es sich um ein und die selbe Person.

Der Arzt Lanyon erklärt dies mit einer komplexen Identitätsstörung Jekylls, der zeitlebens seine düstere und böse Seite unterdrückte. In seinem Labor gelang es ihm schließlich ein Elixier herzustellen, das das Gute und das Böse in ihm selbst trennen konnte und so trat Mr. Hyde in Erscheinung. In dessen Form konnte Jekyll endlich alle unterdrückten negativen Gefühle und Neigungen ausleben.

Dieses Experiment blieb jedoch nicht ohne Folgen und zunehmend gewann die Person des Mr. Hyde die Oberhand und zeigte sich immer öfter. Jekyll ist sich der Folgen bewusst und nimmt sich schließlich das Leben um zu verhindern, sich eines Tages nicht mehr zurück verwandeln zu können und den Rest seines Lebens als Mr. Hyde verbringen zu müssen.

Wichtige Charaktere

  • Dr. Henry Jekyll
  • Mr. Edward Hyde
  • Richard Enfield
  • der Notar Gabriel Utterson
  • Dr. Hastie Lanyon

Persönliche Bewertung

Anspruchsvoller Gruselklassiker mit psychologischer Tiefe

5 von 5

Stevenson versteht es meisterhaft Spannung aufzubauen und durch verschiedene Erzählperspektiven den Leser bis zum Schluss zu fesseln. Das Thema des Bösen im Menschen und der zwei Gesichter in einer Person wurde seit der ersten Veröffentlichung oft in anderen Romanen thematisiert, Stevensons Version ist jedoch an brillianter Sprache und einer beklemmend düsteren Atmosphäre kaum zu übertreffen und stellt bis heute viele modernere Gruselgeschichten in den Schatten. Unbedingt lesenswert, am Besten im Original!

Fazit

Die Geschichte von „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ dürfte schon allein aufgrund der zahlreichen Verfilmungen den meisten bekannt sein. Trotz aller guten und spannungsgeladenen Filmversionen sollte jedoch unbedingt das Buch gelesen werden, da nur Stevensons Sprache und psychologische Herangehensweise an das Thema Doppelgänger die Geschichte deutlich von anderen Geschichten über das Böse im Menschen und die Vorstellung des guten und bösen Gesichtes einer Person abhebt. Die Idee der Geschichte ist recht einfach gehalten, seine Brillianz erhält sie durch die verschiedenen Erzählperspektiven. Zwar besteht nicht lange ein Zweifel daran, dass es sich bei dem angesehenen Dr. Jekyll und dem „Monster“ Dr. Hyde um ein und die selbe Person handelt, doch die Hintergründe und die Entwicklung des Doppelgängers offenbaren sich dem Leser erst im Verlaufe der Seiten. Ein Meisterwerk, das durch eine anspruchsvolle und düstere Sprache die perfekte düstere Atmosphäre aufbaut.

Originaltitel
The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde
ISBN10
3596902908
ISBN13
9783596902903
Dt. Erstveröffentlichung
1886
Taschenbuchausgabe
104 Seiten

Eine Antwort zu
Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  1. Emi

    3 von 5

    Es war ein biss­chen schzer zu ver­ste­hen am anfang :) tro­z­dem gelang es mir es sogar auf english zu lesen und zu ver­ste­hen :)        (hab es nur auf english gele­sen) ich bin 13 Jah­re alt und ich habe es mit der aus­ga­be von “Pen­gu­in readers“ wo auch die voka­beln drin sind und auch auf­ga­ben zu machen sind gele­sen. es ist span­nend und auch zu emp­feh­len! :) 

  2. saghzs

    4 von 5

    Ich habe das Buch auf Eng­lisch gele­sen und es hat mir wirk­lich Spass gemacht mich in die Geschich­te hin­ein­zu­ver­set­zen. Auch wenn es am Anfacg ein biss­chen schnell Star­tet und vie­le Sachen unklar sind, am ender ergab alles Sinn.

  3. Peter Birnenkuchen

    Es geht nicht nur dar­um, dass Dr. Jekyll sei­ne nega­ti­ven Sei­ten end­lich ohne schlech­tes Gewis­sen aus­le­ben woll­te, auch hoff­te er, dass er als Dr. Jekyll nur mehr Gutes tun wür­de und flei­ßig und uner­müd­lich, ohne Makel, sich den For­schun­gen wid­men wür­de. Er woll­te eine Spal­tung, die es ihm ermög­li­chen wür­de, bei­de Sei­ten aus­zu­le­ben.

    … im Grun­de ein Dop­pel­we­sen, war ich doch in kei­ner Hin­sicht ein Heuch­ler. Bei­de Sei­ten waren mit tod­ernst. Es ent­sprach nicht weni­ger mei­nem wah­ren Ich, wenn ich alle Hem­mun­gen bei­sei­te warf und mich in Schan­de tauch­te, als wenn ich in der Hel­le des Tages mich um den Fort­schritt der Wis­sen­schaft oder um Mil­de­rung von Sor­gen und Lei­den müh­te … der Unge­rech­te könn­te sei­nem Wege fol­gen, befreit vom Stre­ben und den Gewis­sens­bis­sen sei­nes recht­schaf­fe­nen Zwil­lings­bru­ders, und der Gerech­te könn­te fest und sicher sei­nen auf­wärts­füh­ren­den Pfad schrei­ten …“

    Er woll­te die Ambi­va­lenz des Mensch­seins been­den, die Dua­li­tät.

    Als Dr. Jekyll irgend­wann erkan­te, wie böse und unbe­re­chen­bar Hyde war und dass er anfing die domi­nan­te Sei­te zu wer­den, mach­te er eine zwei­mo­na­ti­ge Pau­se als Hyde. Aber er war zu ver­gnü­gungs­süch­tig, um damit auf­zu­hö­ren,  Hyde zu sein. Mei­ner Ansicht nach, war die dunk­le, unter­drück­te Sei­te sei­ne domi­nan­te. Denn er woll­te ein­fach nicht auf den Spaß ver­zich­ten, den er als Edward Hyde hat­te.