Der letzte Mohikaner

Autoren
Illustrator
Dieter Wiesmüller
Übersetzer
Helga Parech
Verlag
cbj Verlag

Zusammenfassung zu “Der letzte Mohikaner”

Es ist das Jahr 1750, die nordamerikanischen Prärien werden noch immer von verschiedenen Indianerstämmen bewohnt, doch inzwischen haben sich auch viele Weiße hier angesiedelt. Zudem leisten sich Engländer und Franzosen erbitterte Kämpfe um die koloniale Vormachtstellung. Als aus dem englischen Lager Fort Edward die Töchter des Oberst Munro sich in der Begleitung von Mayor Duncan, dem frommen Sänger David sowie eines Indianers auf dem Weg zu ihrem Vater in Fort William Henry. Der Indianer erweist sich als falscher Weggefährte und so ist es ein Glück, dass die Gruppe auf den englischen Kundschafter Falkenaugen und dessen indianische Freunde Chingachgook und Uncas trifft. Zusammen machen sie sich auf den gefährlichen Weg nach Fort William Henry und müssen einigen Gefahren trotzen: so entführt der Indianer Magua die beiden Mädchen, denn er begehrt Cora zur Frau. Die Gruppe unter Falkenauge muss viel Mut und List beweisen, um sie wieder zu befreien…

Anmerkung: Die Rezension bezieht sich auf eine gekürzte Ausgabe für Kinder und Jugendliche. Ungekürzte Ausgaben gibt es z.B. vom Fischer oder Aufbau Verlag

Wichtige Charaktere

  • Falkenauge
  • Uncas und sein Vater Chingachgook
  • der fromme Sänger David
  • Heyward
  • Cora und Alice Munro und ihr Vater
  • Mayor Duncan
  • Magua

Zitate

„Nachdem sich der erste Schrecken über jene Nachricht ein wenig gelegt hatte, verbreitete sich im Fort Edwards das Gerücht, dass am nächsten Tag ein Expeditionskorps von fünfzehnhundert Mann beim Morgengrauen zum Fort William Henry ausrücken sollte. Bald darauf erhielten die Truppen den Befehl, sich zum Abmarsch bereit zu halten. Es gab keinen Zweifel mehr über General Webbs Ansichten und einige Stunden lang herrschte ein eifriges Hin und Her. Erst bei Einbruch der Dunkelheit verebbte der Lärm im Lager und auch das letzte Licht erlosch endlich im Blockhaus irgendeines Offiziers. Bald lag tiefe Stille über dem ganzen Fort wie auch über dem Strom und den umgebenden Wäldern.“

„Als Falkenauge wieder zurückging, blieb er einen Augenblick bei den Mädchen stehen und beantwortete das Lächeln und den Gruß Alices mit einem offenen und freundlichen Blick. Sobald er wieder bei Heyward war, sagte er: »Ein Mingo ist und bleibt ein Mingo und weder die Mohikaner noch irgendein anderer Stamm können ihn ändern. Wären wir allein, könnte ich Sie in zwei Stunden zum Fort Edwards führen, denn es ist nicht sehr weit von hier. Aber mit den Mädchen ist das unmöglich.«

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

Ein echter Klassiker, jedoch recht schwarz-weiß und gewaltverherrlichend dargestellt.

3 von 5

„Der letzte Mohikaner“ gehört unbestritten zu den bekanntesten Klassikern der Indianergeschichten. Spannung bietet die Geschichte von Fenimore Cooper zwar mit ihren Kampfszenen, der kritische Leser wird sich jedoch am deutlichen Mangel an Reflektion und an einer großen Portion sprachlicher Schwarz-Weiß-Malerei stören. Gewalt der „Guten“ ist natürlich erlaubt und läuft unter „ferner liefen“, Gewalt von Seiten der „bösen“ weil feindlichen Indianer ist dagegen eine schlimme Sache! Ganz davon abgesehen, dass der Krieg zwischen Engländern und Franzosen sowie die gewaltvolle Besiedelung der indianischen Gebiete mit nicht geringer Gewalt verbunden waren. Doch wenn man den „letzten Mohikaner“ genießen möchte, darf man sich daran nicht stören. Die Glorifizierung der „Helden“ der Geschichte wirkt mitunter etwas plakativ und einseitig. Auch das Frauenbild von den hilflosen Damen ist nicht unbedingt zeitgemäß (was vielleicht von einem Klassiker wie diesem nicht zu erwarten ist, aber dennoch keinen positiven Eindruck hinterlässt.) Ob dieses Buch deswegen als Kinder- und Jugendbuch tatsächlich geeignet ist, darf bezweifelt werden. Allein der Sänger David, der durch nichts zu erschüttern ist, vermag den Leser etwas zu amüsieren, wenn auch seine stoische Frommigkeit einen mitunter den Kopf schütteln lässt.

Fazit

Kann man aus Interesse lesen, muss man aber nicht.

Originaltitel
The Last of the Mohicans
ISBN10
3570221830
ISBN13
9783570221839
Dt. Erstveröffentlichung
2010
Taschenbuchausgabe
192 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 10 Jahren