Der kleine Vampir (1)

Autoren
Illustrator
Amelie Glienke
Verlag
rororo rotfuchs

Zusammenfassung zu “Der kleine Vampir (1)”

Antons Eltern sind ausgegangen und haben ihn allein zu Hause gelassen – ein Abend, auf den sich Anton schon gefreut hat, denn es läuft ein spannender nächtlicher Krimi. Doch dann kommt alles anders als gedacht: Anton lernt den Vampirjungen Rüdiger kennen. Nachdem ihn dieser eigentlich beißen wollte, freunden sich die beiden ungleichen Jungen an und Anton verliert seine Angst. Rüdiger erzählt von seiner Familie – den von Schlottersteins – und bringt Anton sogar den überzähligen Vampirumhang des durch einen Pfahl getöteten Onkel Theodors mit, damit Anton mit ihm fliegen kann. Rüdiger zeigt Anton die Familiengruft, in der sie beinahe von Tante Dorothee – der blutrünstigsten aus der Familie – erwischt werden. Außerdem lernt Anton Rüdigers Schwester Anna und seinen launischen Bruder Lumpi kennen. Das eigentliche Problem gibt es allerdings, als Antons Eltern seine neuen Freunde kennenlernen und zum Tee einladen möchten…

Wichtige Charaktere

  • Anton Bohnsack
  • seine Eltern Helga und Anton
  • Rüdiger von Schlotterstein
  • Anna von Schlotterstein, „die Zahnlose“
  • Lumpi von Schlotterstein, „der Schreckliche“
  • Tante Dorothee, Dorothee von Schlotterstein-Seifenschwein
  • Udo Holzapfel
  • Friedhofswärter Geiermeier

Zitate

„‚Und ihr geht immer zusammen zum Fasching, dein Bruder und du?‘
‚Ja. Wir machen fast alles gemeinsam.‘
‚Streitet ihr euch denn nie?‘
‚Doch‘, sagte Anna, ‚er hat nämlich in manchen Dingen ziemlich altmodische Ansichten.‘
‚So? In welchen denn?‘
‚Ach – in allem, was Mädchen betrifft. Er behauptet, Jungen wären mutiger als Mädchen.‘
‚Sind sie das nicht?‘, fragte der Vater.
‚Wie bitte?‘, zischte Anna. ‚Sind Sie etwa auch so einer?‘ Ihr Gesicht war vor Empörung rot angelaufen.
‚Na ja‘, lenkte der Vater ein, ‚du musst zugeben, dass die meisten Mädchen lieber hübsche Kleider anziehen, als auf Bäume zu klettern und sich schmutzig zu machen.‘
‚Was?‘, rief Anna. ‚Das stimmt doch nicht! Warum haben die Mädchen schöne Sachen an? Weil ihre Mütter sie ihnen angezogen haben! Und warum klettern sie nicht auf Bäume? Weil sie ihre Sachen nicht dreckig machen dürfen!‘
‚Stimmt‘, nickte die Mutter.
‚Aber die Spielsachen‘, sagte der Vater, ‚Jungen spielen mit Autos und Mädchen mit Puppen.‘
‚Ich glaub, mein Sarg klemmt!‘, rief Anna entrüstet. ‚Sie haben aber überhaupt keine Ahnung.'“

Alle Bände der Reihe um den kleinen Vampir

1. Der kleine Vampir
2. Der kleine Vampir zieht um
3. Der kleine Vampir verreist
4. Der kleine Vampir auf dem Bauernhof
5. Der kleine Vampir und die große Liebe
6. Der kleine Vampir in Gefahr
7. Der kleine Vampir im Jammertal
8. Der kleine Vampir liest vor
9. Der kleine Vampir und der unheimliche Patient
10. Der kleine Vampir in der Höhle des Löwen
11. Der kleine Vampir und der Lichtapparat
12. Der kleine Vampir und der rätselhafte Sarg
13. Der kleine Vampir und die geheime Verschwörung
14. Der kleine Vampir und die Klassenfahrt
15. Der kleine Vampir feiert Weihnachten
16. Der kleine Vampir und Graf Dracula
17. Der kleine Vampir und die Tanzstunde
18. Der kleine Vampir hat Geburtstag
19. Der kleine Vampir und die Gruselnacht
20. Der kleine Vampir und die letzte Verwandlung

Persönliche Bewertung

Ein echter Klassiker, voller Spannung und spitzfindigem, tiefgründigem Humor

5 von 5

„Der kleine Vampir“ ist ein Klassiker, mit dem seit den 80ern schon zwei Generationen von Kindern aufwuchsen und der bei nicht wenigen seiner jungen Leser eine kleine Vampirmanie auslöste. In der Jubiläumsausgabe zum 40 jährigen Bestehen von rororo rotfuchs, dem Kinder- und Jugendbuchprogramm der Rowohlt Verlage, erscheint der erste Band in sehr edler Ausführung, als gebundenes Buch in Holzoptik mit metallic-roten Blutflecken (leider auf der Cover-Abbildung nicht zu erkennen). Die charakteristischen schwarz-weißen Illustrationen von Amelie Glienke sind die gleichen geblieben, doch wurden sie durch rote Akzente aufgepeppt und es wurde ein Vorwort aus der Feder Rüdigers ergänzt. Alles zusammen genommen ist ein echter Augenschmaus entstanden, der an eines der Vampirbücher aus Antons Bücherregal erinnert.

In seiner frechen und etwas eingebildeten, aber sehr liebenswerten Art ist der kleine Vampir zu einer echten Kultfigur geworden. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Anton, eines echten Anti-Helden. Durch seine tolpatschige, begriffsstutzige Art ist er ein ganz normaler Junge, mit dem sich jeder Leser identifizieren kann. Und genau das ist sicherlich auch eines der Geheimnisse für den Erfolg der Reihe: Die aufregenden Geschichten könnten jedem passieren!

Angela Sommer-Bodenburg schreibt ihre Geschichten auf eine unnachahmliche, kindgerechte und einfühlsame Weise. Ihr unaufgeregter aber dennoch packender Schreibstil unterscheidet sich vom Großteil der heutigen Autoren, doch inhaltlich sind die Geschichten zeitlos. Wie das Zitat zeigt, greift die Autorin schon Ende der 70er Jahre gesellschaftskritische Gedanken auf, die bis heute aktuell sind. Geschlechterklischees, die leider bis heute in vielen Kinderbüchern zu finden sind, haben bei Angela Sommer-Bodenburg keinen Platz. Durch Annas empörte Worte wird der Leser auf unterhaltsame und nicht-belehrende Weise angeregt, Geschlechterrollen zu hinterfragen: Mädchen und Jungs sind nicht „von Natur aus“ so unterschiedlich, die Erziehung und das Umfeld machen sie dazu! In einer Zeit, in der Bestseller wie Twilight sehr fragwürdige und konservative Geschlechterbilder vermitteln, wirkt „Der kleine Vampir“ angenehm reflektiert und zeitgemäß.

Fazit

Zu Recht eines der beliebtesten Kinderbücher, spannend, humorvoll, tiefgründig, zeitlos und vor allem in der neuen Auflage ein absoluter Hingucker. Eine würdige Präsentation für ein umwerfend grandioses Buch, das in jedem Kinderzimmer stehen sollte!

ISBN10
3499216280
ISBN13
9783499216282
Dt. Erstveröffentlichung
1979
Gebundene Ausgabe
160 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren

Eine Antwort zu
Der kleine Vampir (1)

  1. Sophie Müller

    5 von 5

    Die­se Rei­he ist sehr span­nend und Lus­tig
    Ich lie­be es ein­fach zu lesen wenn man ein mal
    Ange­fan­gen hat kann man nicht mehr auf­hö­ren

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