Der goldene Schlüssel Nr. 2

Autoren
Illustrator
Käthi Bhend
Verlag
NordSüd Verlag

Zusammenfassung zu “Der goldene Schlüssel Nr. 2”

Es ist Herbst. Es ist nebelig. Zu dieser Zeit macht sich eine kleine alte Frau mit ihrer großen grauen Katze auf den Weg, die Sonne zu suchen. Die Frau verlässt ihr Haus, und die Reise beginnt. Zuerst stattet sie Frau Flora im Schloss einen Besuch ab. Von ihr erhält sie einen Schlüssel zu einem strahlenden Schmuckkästchen und wird von ihr in ein Kind zurückverwandelt. Jetzt geht es durch einen Kaninchenbau, an riesigen Pilzen vorbei immer tiefer ins Wurzelwerk des Waldes hinein, wo sie die Tiere des Waldes trifft…

Wichtige Charaktere

  • eine kleine alte Frau
  • eine dicke graue Katze
  • Frau Flora

Zitate

„Er probierte und der Schlüssel passte glücklich. Da drehte er einmal herum, und nun müssen wir warten, bis er vollends aufgeschlossen und den Deckel aufgemacht hat, dann werden wir erfahren, was für wunderbare Sachen in dem Kästchen lagen.“
(Brüder Grimm – „Der goldene Schlüssel“)

„Zur Herbstzeit, als alles im Nebel versunken lag, wollte die kleine alte Frau mit ihrer großen grauen Katze die Sonne suchen.“

Persönliche Bewertung

Märchenhaft-magische Stimmungen, um die eigene Sonne zu finden!

5 von 5

Das Bilderbuch „Der goldene Schlüssel Nr.2“ von Käthi Bhend zeigt schon im Titel, worauf es sich bezieht. Nämlich auf das Märchen „Der goldene Schlüssel“ der Brüder Grimm. Dieses Märchen ist für den Lesenden vor dem Beginn der Geschichte abgedruckt. In ihm findet ein armer Junge im Schnee einen Schlüssel und schließlich auch die dazu passende Kiste samt Schloss. Das Märchen endet allerdings an der Stelle, als der Junge den Schlüssel umdreht. So erfährt man nicht, was in dem Kästchen verborgen ist.

Käthi Bhend hat in ihrer Märchenversion auch einen goldenen Schlüssel und es gibt auch ein Kästchen, sogar zwei. Ihre Geschichte findet bis auf die einleitenden Worte vollständig ohne Text statt. Stattdessen nimmt sie den Lesenden mit auf eine Reise durch ihre Bilderwelten. Reichlich Phantasielandschaften, jede Blume, jeder Ast scheint bei genauerem Betrachten ein Gesicht zu tragen. Auch tauchen die berühmten Brüder auf. Der Betrachter geht mit der Hauptfigur, der Künstlerin höchstselbst (?), auf die Reise ins Wurzelwerk des Zauberwaldes. Wenn man es schafft nicht beim Betrachten der Illustrationen stehenzubleiben, sondern selbst mitgeht, sich hineinversetzen kann, dann entfaltet dieses Bilderbuch seine ganze Magie.

Auf den doppelseitigen Bildern gibt es sehr viele Details zu entdecken. Zum Beispiel sind in den Zeichnungen Buchstaben enthalten, die am Ende einen Satz eines Liedanfangs ergeben, den Dorothea Viehmann für die nie veröffentlichte Sammlung „Wiegen- und Kinderlieder“ der Brüder Grimm überliefert hat. Es gibt Vexierbilder, die Atmosphäre der Bilder entspricht dem Verlauf der Geschichte, wenn es immer düsterer und dunkler, anschließend heller wird, die Sonne wird gefunden. Die Suche nach der Sonne im nebligen Herbst ist als Symbol für die eigene Suche nach seiner persönlichen Schatzkiste zu sehen. Für jeden wird die Sonne etwas anderes sein…

Fazit

Ein Bilderbuch wie geschaffen für den eigenen Nebelherbst im Herzen. Für dunkle Zeiten, in denen man sich nach Licht verzehrt. Künstlerisch unbeschreiblich magische Atmosphären, die einen auch ohne Frau Flora wieder in ein Kind zurückverwandeln. Ohne Text für Bilderleser empfohlen, die sich auf ein Buch einlassen können und Spielraum zur eigenen Interpretation und Phantasie mögen!

ISBN10
3314102526
ISBN13
9783314102523
Dt. Erstveröffentlichung
2014
Gebundene Ausgabe
32 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 5 Jahren

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