Der Anfang

Autoren
Illustrator
Sonja Danowski
Übersetzer
Emilia Blasco Gärtner
Verlag
Bohem

Zusammenfassung zu “Der Anfang”

Nach einem Krieg hat eine Familie ihr Zuhause verloren. Fortan lebt sie im Auto und reist umher. Die Kleidung wird weniger, aber das sieht der Vater positiv, man müsse weniger waschen. Es ist ein Leben ohne elektrisches Licht zwischen Trümmern und verbrannten Büchern und mit viel Traurigkeit. Doch irgendwann beginnt alles von Neuem, Kinder fangen wieder an zu spielen, und es wird gelacht…

Zitate

„Wir badeten angezogen im Fluss und legten uns zum Trocknen in die Sonne.“

„Als die Sonne unterging, wünschten sich die Autos hupend eine gute Nacht.“

Persönliche Bewertung

Atemberaubende Illustrationskunst zu poetischer Botschaft

5 von 5

Was für ein schönes Buch zu einem so bedrückenden Thema hat der Bohem Verlag ins Deutsche übersetzen lassen. Sogar ein eigenes Titelbild hat die Illustratorin Sonja Danowski für die deutsche Ausgabe von „O Principio“ geschaffen. Der wenige Text der Autorin Paula Carballeira findet sich stets auf der weißen Freifläche unter den doppelseitigen Bildern, die das ganze Buch bewohnen. Die teils metaphorische Sprache erzählt aus der Sicht des Kindes, wie sich das Leben nach einem Krieg gestaltet. Dabei wird neben der Konfrontation mit dem Verlust und der Zerstörung der Fokus auf einen Neuanfang gelegt, auf einen Anfang, der irgendwann wieder möglich wird, der Zeit braucht und der sich durch elementare Dinge wie das Spielen eines Kindes ankündigt und ansteckend wirkt. Vielleicht wäre es glücklicher gewesen, die Autorin hätte eine Naturkatastrophe statt eines Krieges als Ausgangspunkt der Handlung gewählt. Bei allem, was in einem Krieg passiert, die Traumatisierungen, das Elend, die menschlichen Verluste, fällt es etwas schwer, an die Leichtigkeit des Fortgangs der Geschichte zu glauben.

Nichtsdestotrotz ist es ein hoffnungsvolles Ende, an das man gerne glauben möchte und das man sich für alle vom Krieg Betroffenen wünscht. Passendere Bilder wird man schwerlich für solch ein Bilderbuch finden. Das, was Sonja Danowski über die gesamte Breite der Seiten gemalt hat, kann man sich lange, lange, lange anschauen und wird nicht müde, darüber zu staunen, wie solche Illustrationen möglich sind. Sie gehen über den Text hinaus, geben den namenlosen Figuren der Geschichte Gesichter, zeigen Hintergründe oder Details wie die vom Tageslicht erleuchtete Glasmalerei der Bibliotheksfenster. Und alles in solch realistischem Gewand, das man die ganze Zeit seine Augen reibt, um sicher zu sein, dass man nicht in einem alten, auf dem Dachboden gefundenen Fotoalbum der Großeltern blättert!

Fazit

Der edle Leinenbezug des Buchs, die famosen seitenfüllenden Bilder, die wie alte Fotos wirken, und eine hoffnungsbringende Geschichte über ein trauriges Thema sind für alle, die ruhige Geschichten und schön gestaltete Bilderbücher mögen, eine klare Leseempfehlung.

Originaltitel
O Principio
ISBN10
3855815410
ISBN13
9783855815418
Dt. Erstveröffentlichung
2014
Gebundene Ausgabe
36 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 3 Jahren

Eine Antwort zu
Der Anfang

  1. Antonia Hinrichs

    5 von 5

    Vie­len Dank für die­sen tol­len Buch­tipp – auf­grund der Rezen­si­on und des Covers habe ich das Buch gleich bestellt. Die kraft­vol­len Bil­der sind unglaub­lich aus­drucks­stark und fas­zi­nie­rend.