Der alte Mann und der Bär

Autoren
Illustrator
Janosch
Verlag
Diogenes Verlag
Anspruch
5 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
5 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Der alte Mann und der Bär”

Der alte Mann wohnt in einer Hütte außerhalb des Dorfes. Die Leute nennen ihn Gregor. Er arbeitet für sie und sammelt sich Pilze und Beeren im Wald, die er isst. Sein Geld spart er und geht vor Weihnachten in das Nachbardorf zum Vogelhändler, von dem er so viele Vögel kauft, wie er sich leisten kann. Die Vögel lässt er frei, und deswegen halten ihn alle für einen Narren. Besonders die kleinen und schwachen Vögel kauft der alte Mann und füttert sie den Winter über.

Doch der alte Mann wird älter und verdient für seine Arbeit kaum Geld. Auch sammeln kann er nicht mehr viel. Der Vogelhändler überlasst ihm darum nur einen schwachen Hänfling zum halben Preis. Den nimmt der alte Mann mnit nach Hause. Er geht mit ihm zum Bären, denn in dessen Höhle ist es warm. Dort bittet er um Futter und Wasser für den Vogel, damit er nicht stirbt. Der Bär hilft ihm und der Vogel wird wieder gesund. Der alte Mann jedoch stirbt und es ist ihm, als ob er in den Himmel schwebe.

Im nächsten Winter geht der Bär ins Dorf. Auf dem Weg bittet ihn der Hänfling, ihn mitzunehmen, denn er ist zu schwach zum fliegen. Doch der Küster weist den Bären ab und er muss hungrig und kalt vor der Tür bleiben. Nur die Kinder der Kirchenbesucher möchten ihm helfen, doch die Eltern ziehen sie weiter. Und am nächsten Tag sind der Bär und der Vogel verschwunden, von einem Engel zu den Sternen getragen…

Wichtige Charaktere

  • der alte Mann Gregor
  • der Bär
  • der Vogel
  • der Vogelhändler
  • die Leute im Dorf

Zitate

„Die Nacht war finster und der Schnee tief. Der Bär hatte lange nichts mehr gegessen und wurde immer schwächer. Bald konnte er die Beine nicht mehr aus dem tiefen Schnee ziehen und fiel um. Das Dorf war nicht mehr weit, aber der Bär war zu schwach.
Da kam ein kleiner Vogel, jener Hänfling war es vom Vogelmarkt, aus dem Käfig, aus der Höhle, sethte sich auf die Schulter des Bären und sagte ihm ins Ohr:
‚Kannst du mich tragen, Bär? Ins Dorf, vielleicht gibt es dort etwas zu essen. Sonst müsste ich sterben.‘
‚Ja‘, sagte der Bär und stand auf und trug den Vogel in das Dorf.
Dort war Licht in der Kirche, denn es war wohl um die Weihnachtszeit, aber der Küster ließ sie nicht hinein.
‚Bären und Vögel‘, sagte er, ‚haben hier nichts zu suchen. Alte Frauen und Kinder könnten sich änmgstigen. Nein, nein. Nein, nein.'“

Persönliche Bewertung

Gelungenes Buch vom Tod in bester Janosch-Manier

5 von 5

Das Thema „Tod“ und „Sterben“ kindgerecht aufzubereiten ist eine Herausforderung, die Janosch mit seinem Buch wunderbar gelöst hat. In seiner unnachahmlichen Art erzählt Janosch von einem alten Mann, der wegen seiner Hilfsbereitschaft und Uneigennützigkeit von den Menschen als Narr angesehen wird, und wie sich die Selbstaufopferung am Ende nicht auszahlt. Das Ende kann sowohl traurig als auch hoffnungsvoll stimmen, abhängig vom persönlichen Glauben. Am naheliegendsten ist die Interpretation aus christlicher Sicht, in der sowohl der alte Mann, als auch der Bär und der Vogel als Belohnung nach dem Tod in den Himmel geleitet werden (wobei nach dem christlichen Glauben Tiere niemals in den Himmel kommen können).

Fazit

Ein wunderbares Buch, um Kindern das Thema Tod näherzubringen, ohne sie zu überfordern oder deprimieren.

ISBN10
3257008198
ISBN13
9783257008197
Dt. Erstveröffentlichung
1985
Gebundene Ausgabe
40 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren

Eine Antwort zu
Der alte Mann und der Bär

  1. Lailah

    1 von 5

    Also es ist abso­lut nicht nahe­lie­gend das gan­ze aus christ­li­cher Sicht zu inter­pre­tie­ren! 
    Janosch hält über­haupt nichts vom
    Chris­ten­tum! Mal abge­se­hen davon ist es die christ­li­che Kir­che, die Bär und Vogel vor der Türe erfrie­ren las­sen…
    Viel eher kann man es als reli­gi­ons Kri­tik sehen! 
    Die schein­hei­li­gen Chris­ten las­sen die wahr­haft gut­her­zi­gen lie­ber drau­ßen erfrie­ren weil sie nicht den sel­ben glau­ben tei­len! Bzw aus Angst wie der Küs­ter so schön sagt.