Das magische Baumhaus (45) – Die Feder der Macht

Autoren
Illustrator
Petra Theissen
Übersetzer
Sandra Margineanu
Verlag
Loewe Verlag

Zusammenfassung zu “Das magische Baumhaus (45) – Die Feder der Macht”

Die Zauberlehrlinge Kathrein und Teddy brauchen dringend die Hilfe der Geschwister Anne und Philipp. Denn aus Versehen hat Teddy, in Abwesenheit von Merlin und Morgan, Merlins Pinguin Penny zu Stein werden lassen. Für die Rückverwandlung sind vier besondere Dinge notwendig, von denen die Geschwister aus Pepper Hill bereits zwei von ihren Reisen mit zurückgebracht haben: Ein grüner Juwel (Smaragd-Rose) und eine weißgelbe Blume. Nun werden sie mit Hilfe des magischen Bumhauses zum Weißen Haus, dem Amtssitz des amerikanischen Präsidenten, reisen, allerdings nicht des aktuellen. Sie reisen ins 19. Jahrhundert zurück, um vom damaligen Präsidenten Abraham Lincoln eine Feder zu erhalten. Das ist leichter gesagt als getan, schaffen sie es doch nicht, an ihn heranzukommen, um ihm ihr Anliegen in Ruhe vorzutragen – obwohl sie die beiden Söhne des Präsidenten kennen lernen, die ihnen helfen wollen. Als sie nicht mehr weiterwissen, nehmen Anne und Philipp einen Schluck vom Zaubertrank, den ihnen die beiden Zauberlehrlinge im Baumhaus hinterließen. Damit wünschen sie sich ein privates Treffen mit Abraham Lincoln. Doch zu ihrem Erstaunen finden sie sich mitten auf dem Land wieder und ihnen begegnet der Junge Sam…

Wichtige Charaktere

  • die Geschwister Anne und Philipp
  • Abraham Lincoln
  • seine Söhne Tad und Willie
  • sein Sekretär Mr. Nicolay
  • Sam

Zitate

„Tad marschierte voran. Philipp, Anne und Willie gingen langsamer an den sonnenbeschienenen Bäumen entlang. Die Luft war kühl, aber es roch nach Frühling. Es sah auch nach Frühling aus. Knospen wuchsen aus kahlen Ästen. Vögel flatterten von Baum zu Baum und Rotkehlchen pickten im grünen Gras nach Würmern.“

„‚Jetzt kannst du unseren Wunsch sagen‘, meinte Anne.
Philipp kniff die Augen zu. ‚Wir wünschen uns ein Treffen ganz allein mit Abraham Lincoln!‘, sagte er. ‚Ganz allein!‘
Ein ohrenbetäubendes Wusch! ertönte, dann ein Roar! Die Erde bebte, als ob ein Schnellzug vorbeifahren würde. Der Boden öffnete sich und Philipp hatte das Gefühl, als ob er durch einen Tunnel stürzen würde … und durch die Dunkelheit … in eine Welt aus Licht.“

Andere Bände vom magischen Baumhaus

1. Im Tal der Dinosaurier
2. Der geheimnisvolle Ritter
3. Das Geheimnis der Mumie
4. Der Schatz der Piraten
5. Im Land der Samurai
6. Gefahr am Amazonas
7. Im Reich der Mammuts
8. Abenteuer auf dem Mond
9. Der Ruf der Delfine
10. Das Rätsel der Geisterstadt

40. Piratenspuk am Mississippi
41. Gefangen im Elfenwald
42. Geister in der Nebelnacht
43. Das Gift der Königskobra
44. Lawinenhunde im Schneesturm
46. Pandas in großer
Gefahr

47. Im Bann des schwarzen Hengstes

Alle Forscherhandbücher

Forscherhandbuch Mumien
Forscherhandbuch Regenwald
Forscherhandbuch Weltall
Forscherhandbuch Delfine und Haie
Forscherhandbuch Eiszeit
Forscherhandbuch Piraten
Forscherhandbuch Ritter
Forscherhandbuch Altes Rom
Forscherhandbuch Dinosaurier
Forscherhandbuch Wirbelstürme
Forscherhandbuch Olympia
Forscherhandbuch Eisbären
Forscherhandbuch Tiefsee
Forscherhandbuch Leonardo da Vinci
Forscherhandbuch Pinguine

Links

Leseprobe beim Verlag (PDF)

Persönliche Bewertung

Gelungene Einbindung von historischen Fakten und Lebensumständen in Zeitreise-Abenteuergeschichte

4 von 5

In 12 Kapiteln bringt Mary Pope Osborne ein weiteres Mal den Lesern eine vergangene Zeit näher, indem sie die Geschwister Anne und Philipp mit dem magischen Baumhaus auf Reisen schickt. Zwar wirkt der Grund der Reise, das Sammeln bestimmter Gegenstände für die Heilung des versteinerten Pinguins, recht konstruiert, dient jedoch als roter Faden der Geschichte und verbindet so die Bände 43 bis 46 miteinander. Bleibt abzuwarten, welche Aufgabe sich die Autorin ab Band 47 für die Geschwister ausdenken wird. Die Geschichte selber ist flüssig und vor allem anschaulich erzählt. Osbornes beschreibender Schreibstil lässt schnell eigene Bilder im Kopf entstehen, die die vielen den Text auflockernden schwarz-weiß Illustrationen mit Farbe erfüllen. So z.B. wenn sie das Innere der Blockhütte, oder den Menschenauflauf vor dem weißen Haus beschreibt. Erfreulich sind zudem ein kurze Szene gegen die Jagd und ein der Geschichte vorangestelltes Zitat von Carl Sandburg, das auf wunderbare Weise beschreibt, wie selten es Menschen gibt, die „hart“ und „weich“ zugleich sind, aufgrund des gesellschaftlichen Geschlechterzwangsdualismus, der bis in die heutige Zeit ungebrochen das Leben bestimmt.

Der Leser erhält einen authentischen Blick ins Amerika des 19. Jahrhunderts, die Personennamen und Familienverhältnisse um Abraham Lincoln sind gut recherchiert, die Blockhütte von Sam, die ohne Nägel erbaut wurde, gab es wirklich. Am Ende des Buchs hätte man einen Hinweis auf die Echtheit dieser und anderer, nicht offensichtlicher Tatsachen gewünscht. Geschichtliche Fakten werden durch Auszüge aus dem Geschichtsbuch kurz gehalten, und am Ende der Erzählung noch einmal aufgegriffen. Fokussiert wird jedoch eher auf zwei Aspekte: die Lebensumstände des jungen Lincoln und die Zustände am Weißen Haus kurz vor Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs. Deutlich wird außerdem das Fremdsein in einer anderen Zeit. Zwar tragen die Geschwister altmodische, der Zeit entsprechende Kleidung, als sie Sam aber bei der täglich zu verrichtenden Arbeit helfen wollen, versagen sie. Der Leser merkt: Holzhacken, Wasser in schweren Krügen von der Quelle herbeiholen und Brotbacken hört sich einfacher an als es ist, vor allem, wenn man es als Kind der heutigen Zeit nicht gewohnt ist.

Das Buch ist über weite Strecken für die Zielgruppe spannend geschrieben, hat aber aufgrund seiner Grundidee auch einige Längen, in denen es nicht so recht vorwärts gehen will, etwa wenn etwas Grammatikunterricht eingestreut wird, oder sich eine gewisse Redundanz einstellt, da der alte Lincoln wiederholt das aufzählt, was kurz zuvor der junge Lincoln (Sam) mit Anne und Sam erlebt hat. Fleißige und aufgeweckte Leser der Reihe könnten eventuell schon frühzeitig einen Verdacht auf den Ausgang der Geschichte hegen, da Abraham Lincoln bereits zu Beginn einen Hinweis gibt (er kennt die Namen von Anne und Philipp von Anfang an) und spätestens 20 Seiten vor Schluss bei nur noch zwei ausbleibenden Kapiteln klar ist, dass Lincoln bereits aufgetaucht sein muss. Humor ist wenig vorhanden in der Geschichte, lediglich die Darstellung Tads, der Philipp mit seiner überdrehten Art auf die Nerven geht, ist leicht amüsant.

Fazit

Eine lehrreiche Geschichtsstunde, die Spaß macht und weitgehend spannend ist. Neben Fakten über die damalige Zeit wird Kindern durch das Verhalten von Anne und Philipp gegenüber Sam auch gezeigt, dass man in manchen Situationen auf sein Herz hören muss statt auf den Verstand.

Originaltitel
Abe Lincoln at Last!
ISBN10
3785576625
ISBN13
9783785576625
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
Empfohlenes Lesealter
Ab 8 Jahren