Das ist nicht mein Hut

Autoren
Illustrator
Jon Klassen
Übersetzer
Thomas Bodmer
Verlag
NordSüd Verlag
Anspruch
5 von 5
Humor
5 von 5
Lesespaß
5 von 5
Schreibstil
4 von 5
Spannung
5 von 5

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Zusammenfassung zu “Das ist nicht mein Hut”

Ein kleiner Fisch hat einen Hut von einem größeren schlafenden Fisch gestohlen. Er wähnt sich in Sicherheit, denn er kann sich nicht vorstellen, dass der große Fisch den Hutklau bemerkt hat. Doch für alle Fälle schwimmt der kleine Fisch in ein sicheres Versteck aus Unterwasserpflanzen, in dem ihn bestimmt niemand entdecken wird. Und überhaupt hat nur ein vertrauenwürdiger Krebs den kleinen Fisch in sein Versteck schwimmen sehen, was soll da schon passieren? Zum Beispiel, dass der große Fisch ihn schon längst verfolgt und dass der Krebs vielleicht doch nicht so vertrauenswürdig ist wie gedacht…

Wichtige Charaktere

  • ein kleiner Fisch
  • ein großer Fisch
  • ein Krebs

Zitate

„Dieser Hut gehört nicht mir.
Ich hab ihn einfach so gestohlen.“

„Doch dir sage ich, wohin ich schwimme.
Ich schwimme dorthin, wo die Pflanzen wachsen,
groß und dick und dicht beisammen.“

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Leseprobe beim Verlag

Persönliche Bewertung

Zwei Fische, ein Hut und Jon Klassen in Bestform!

5 von 5

Bereits in seinem Vorgängerwerk „Wo ist mein Hut“ hat Jon Klassen das Thema „Diebstahl“ erfrischend anders umgesetzt und die Messlatte an ähnliche Werke entsprechend hoch gehängt. Nun hat er mit „Das ist nicht mein Hut“ das erprobte Konzept beibehalten und sogar geschafft, es noch einmal zu verbessern. Der Lohn für ihn: Die Auszeichnung des Buchs mit der amerikanischen Caldecott Medal 2013, die bedeutendste Auszeichnung für Bilderbücher in den USA. Der Lohn für die Leser: Ein noch humorvolleres, noch spannenderes Bilderbuch!

Während es beim hochformatigen Vorgänger noch Bär, Hase und die Tiere des Waldes auf Klassens Bühne geschafft haben, lässt er im querformatigen Nachfolger nur noch zwei Fische und einen Krebs auftreten und knipst das Licht aus. Im schwarzen Unterwassertheater benötigt Klassen lediglich einige Wasserpflanzen und einen Hut als Requisiten, die Schauspieler stehen im Rampenlicht und spielen ihre Rollen sensationell gut! Ähnlich eines Boxkampfes, in dem der Underdog sich Gewichte in die Handschuhe geschmuggelt hat, um sich einen Vorteil zu verschaffen, der Favorit allerdings den Schiedsrichter bestochen hat und letzlich doch gewinnt, inszeniert Klassen den Klau und die Verfolgungsjagd um eine Melone.

Klassen gewährt dem Betrachter einen hervorragenden Einblick in die Gefühlswelt der beiden Fische. Die unterschiedliche Anordnung der Pupillen und der Unterschied zwischen offenen, verengten und geschlossenen Augenlidern sind ein weiteres Mal ein Beweis für Klassens besonderes Talent und seinen Stil des „Weniger ist mehr“, der im krassen Widerspruch zu vielen detailverliebten Stilen anderer Illustratoren steht. Durch die teils doppelseitige, teils halbseitige Darstellung des großen Fisches samt Wasserblasen gelingt es Klassen, die Illusion von Bewegung zu erschaffen. Der Leser schwimmt förmlich mit den Fischen durchs Buch, verfolgt den frechen Hutdieb bis in sein Versteck.

Der Text, der sich meistens in einer Zeile über dem Bild wiederfindet, erzählt an den entscheidenden Stellen genau das Gegenteil von dem, was auf den Bildern zu sehen ist und steuert die Spannung der Geschichte zudem durch seine Steigerungen. Recht und Unrechtsbewusstsein kann man vorzüglich am kleinen Hutdieb thematisieren, der durchaus weiß, dass man nicht stehlen soll, aber den Fall zu seinen Gunsten auslegt. Den konkreten Ausgang der Geschichte für den Dieb lässt Klassen wie schon bei „Wo ist mein Hut“ geschickt im Dunkeln und überlässt es jedem Leser selber darüber zu spekulieren.

Fazit

Mit „Dies ist nicht mein Hut“ hat Jon Klassen eine preisgekrönte Gesamtkomposition geschaffen, die seinen Vorgänger sogar noch zu übertreffen vermag und die es voll und ganz verdient hätte, ein Klassiker zu werden! Zu Land, zu Wasser… fehlt eigentlich nur noch in der Luft, um die Diebestrilogie zu komplettieren – fliegende Hutdiebe von Jon Klassen, das hätte was!

Originaltitel
This Is Not My Hat
ISBN10
3314101708
ISBN13
9783314101700
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
40 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 4 Jahren