Das Buch ohne Namen

Roman (wahrscheinlich)

Autoren
Übersetzer
Axel Merz
Verlag
Bastei Lübbe

Zusammenfassung zu “Das Buch ohne Namen”

Santa Mondega ist eine Stadt, in der Kopfgeldjäger und allerhand unheimliche Gestalten zum täglichen Leben gehören. Sanchez ist der Besitzer der Tapioca Bar und kennt alle Kriminellen der Stadt, die bei ihm regelmäßig einkehren. Eines Tages jedoch kommt ein Fremder in die Stadt, der eine Kapuze trägt. Er metzelt innerhalb kürzester Zeit alle Gäste der Bar nieder und lässt nur Sanchez am Leben. Er macht sich schnell einen Namen in der Stadt: er wird „Bourbon Kid“ genannt, denn bevor er siene blutrünstigen Massenmorde startet, trinkt er stets einen Bourbon. Sogar die Kopfgeldjäger aus Santa Mondega haben Angst vor Bourbon Kid.

Fünf Jahre später glauben die Menschen Bourbon Kid wäre tot, doch einige sind der festen Überzeugung, er würde noch leben, und die letzten Morde gingen aug sein Konto. Detective Miles Jensen wird nach Santa Mondega geschickt, um die seltsamen Vorkommnisse in der Stadt zu untersuchen, die sich um die Morde und einen geheimnisvollen Stein namens Das Auge des Mondes drehen. Ihm wird ein anderer Detective zur Seite gestellt: Archibald Somers, der eigentlich länger im Ruhestand ist, und sich zur Aufgabe gesetzt hat, Bourbon Kid zu schnappen. Doch die beiden Detectives sind nicht die einzigen, die die Angelegenheit untersuchen: auch zwei Mönche von der Insel Hubal sind in der Stadt, um das Auge des Mondes, das rechtmäßig den Mönchen gehört, zurückzuholen. Schließlich steht eine Sonnenfinsternis unmittelbar bevor, und das Auge des Mondes kann in den falschen Händen zu diesem Zeitpunkt großen Schaden anrichten. Man spricht von Untoten und anderen mystischen Gestalten.

Auch der Kopfgeldjäger Jefe sucht nach dem Auge des Mondes, denn El Santino, der inpffizielle Verbrecherboss der Stadt, hat ihn beauftragt es für ihn vor der Sonnenfinsternis zu finden. Jefe hat den Stein gefunden, doch ein Kleinkriminineller namens Marcus das Wiesel stiehlt ihm den Stein. Es kommt zu allerhand Verwirrungen und zahlreichen weiteren Morden, während die Stadt weiterhin unsicher ist, ob Bourbon Kid zurückgekommen ist und was er diesmal in der Stadt wollen könnte. Sicher ist, dass er auf der Suche nach einer Frau namens Jessica ist, die damals als einzige seinen Massenmord überlebt hat. Sanchez‘ Schwester und Schwager verstecken die junge Frau, die erst vor wenigen Tagen aus ihrem fünf Jahre langen Koma erwacht und sich nun an nichts erinnert. Warum sucht Bourbon Kid nach und warum will er sie unbedingt ermorden? Und was hat es mit dem geheimnisvollen namenlosen Buch eines anonymen Autors auf sich, das fast alle bisherigen Opfer vor ihrem Tod aus der Bibliothek ausliehen und lasen?

Wichtige Charaktere

  • Bourbon Kid
  • die Kopfgeldjäger Jefe, Elvis und Rodeo Rex
  • Marcus das Wiesel
  • El Santino
  • Jessica, die Frau ohne Erinnerung
  • der Barmann Sanchez
  • die Detectives Miles Jensen und Archibald Somers
  • die Mönche Kyle und Peto
  • Dante und seine Freundin Kacy

Zitate

„Es war offensichtlich, dass der blonde Mann nicht erbaut war darüber, dass Sanchez erneut Geld haben wollte, und er machte sein Missvergnügen unverzüglich erkennbar. Schneller als das Auge zu folgen vermochte, griff er in seinen Mantel und brachte eine Pistole zum Vorschein. Die Waffe war dunkelgrau und lag schwer in der Hand, was vermuten ließ, dass sie voll geladen war. Sie war wahrscheinlich früher einmal von glänzend silberner Farbe gewesen, doch wie jedermann in der Tapioca Bar nur zu gut wusste, hatte jemand, der eine glänzende Waffe bei sich tug, wohl noch nie damit geschossen. Die Farbe der Pistole dieses Fremden hingegen deutete an, dass die Waffe häufiger als nur gelegentlich in Benutzung gewesen war.
Die plötzliche Bewegung des Fremden endete damit, dass der Lauf seiner Pistole genau auf Sanchez‘ Schläfe zeigte. Diesem aggressiven Verhalten folgte unmittelbar eine ganze Serie von lauten Klicks, mehr als zwanzig insgesamt, als jeder in der Tapioca Bar seine eigene Waffe aus dem Halfter riss, den Hahn spannte und auf den blonden Fremden zielte.“

Alle Bücher der Reihe

Das Buch ohne Namen
Das Buch ohne Staben
Das Buch ohne Gnade
Das Buch des Todes

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Persönliche Bewertung

blutrünstige Geschichte voller bizarrer Charaktere, das seinem Hype nicht gerecht wird

4 von 5

Was als Mischung aus Tarantino und Douglas Adams versprochen wird, kann eigentlich fast nur enttäuschen. Auf etwa 450 Seiten wird eine Stadt voller grotesker Charaktere vorgestellt, in der skrupellose Morde an der Tagesordnung sind. Es scheint jeder in die Normalität der Kopfgeldjäger, Prostitution und Drogenexzesse eingebunden zu sein. Die meisten Charaktere werden nur sehr oberflächlich beschrieben, scheinen sie doch nur dazu zu dienen, als das nächste Opfer eines Gemetzels zu fungieren.

Brutale Kopfgeldjäger erschießen jemanden, nur weil dieser sie komisch anspricht, und werden daraufhin selbst auf grausamste Weise vom berüchtigten „Bourbon Kid“ (wahrscheinlich) zu Tode gequält. Spannend liest sich das Buch, recht gut geschrieben (wenn auch lange nicht überragend) ist es auch, anspruchsvoll oder tiefgründig ist es nicht. Detailverliebt werden blutrünstige Szenarien beschrieben – nichts für schwache Gemüter! Nach etwa der Hälfte der Geschichte taucht dann auch das namensgebende namenlose Buch eines anonymen Autors auf und es kristallisiert sich heraus, dass das hauptsächlich um Vampire und andere Untote geht. Bei aller Absurdität ist das Buch durchaus unterhaltsam, die Motivation die beiden Nachfolger zu lesen, hält sich dennoch in Grenzen und ist wohl nur durch die Neugier über die Fortsetzung der Geschichte begründet. Schade irgendwie.

Originaltitel
The Book With No Name
ISBN10
3785760108
ISBN13
9783785760109
Dt. Erstveröffentlichung
2010
Taschenbuchausgabe
448 Seiten