Dark Triumph – Die Tochter des Verräters

Autoren
Übersetzer
Michaela Link
Verlag
cbj Verlag

Zusammenfassung zu “Dark Triumph – Die Tochter des Verräters”

Sybella ist die Tochter d’Albrets, des Grafen, der die junge Herzogin verraten hat und zur Ehe mit ihm zwingen möchte. Um ihrem brutalen Vater zu entkommen, lässt sich Sybella im Kloster zur Meuchelmörderin ausbilden. Sie sieht sich als Tochter Mortains, des Heiligen des Todes, und steht in seinem Dienst, um die mit dem Todesmal gezeichneten in seinem Auftrag zu ermorden. Die Äbtissin schickt Sybella zurück in den Haushalt ihres Vaters, im Versprechen, dass sie d’Albret mit der Erlaubnis Mortains töten dürfe, sowie sich das Mal auf seinem Körper zeige. Nachdem Sybella Ismae und die Herzogin vor einem Hinterhalt d’Albrets bewahren konnte (siehe erster Band), wird ihr Leben nicht einfacher. Ihr Bruder setzt ihr mit seinen Besitzansprüchen an sie zu und ihr Vater erwartet von ihr, Verräter in seinen eigenen Kreisen zu enttarnen, indem sie sich prostituiert. Vom Kloster kommt derweil der Befehl, den Aufenthalt eines gefangenen Ritters ausfindig zu machen und ihm zur Flucht nach Rennes zu verhelfen, wo er der Herzogin Bericht erstatten soll.

Doch es kommt anders als gedacht: Nachdem der Ritter sie bewusstlos geschlagen hat, findet sich Sybella zusammen mit dem schwer verwundeten Ritter und seinem Diener auf dem Karren in Richtung Rennes. Zwar ist sie erleichtert, ihrem grausamen Vater entkommen zu sein, doch hat sie entgegen der Befehle des Klosters gehandelt und gleichzeitig die letzte Chance vertan, d’Albret zu töten. Es erweist sich jedoch als großes Glück, dass sie mit auf der Reise ist, denn es werden alle ihre Kampf- und Heilkünste gebraucht, um den Ritter in Richtung der Herzogin zu begleiten und sie von den teuflischen Plänen des Grafen zu unterrichten. Sybella fühlt sich zunehmend zu dem Ritter hingezogen, einem riesigen ungeschlachten Mann, der unter dem Namen „Die Bestie“ eine Legende ist. Gleichzeitig ist er jedoch der Bruder der sechsten Frau von d’Albret, einer Frau, an dessen gewaltsamem Tod sich Sybella die Schuld gibt. Ihr Wunsch, ihren Vater zu töten und all das Unrecht zu rächen, wenn nicht wieder gut zu machen, wächst, während sich die Herzogin zwischen den anrückenden Franzosen und d’Albret und seinen Verbündeten in der Falle sieht und die Engländer, die zu ihrer Unterstützung vor der Küste liegen, nicht zu ihrem Rückzugsort vordringen können…

Wichtige Charaktere

  • Sybella
  • Graf d’Albret
  • der Ritter de Waroch, genannt “die Bestie”
  • Yannic
  • Ismae und Annith
  • Herzogin Anne
  • die Äbtissin
  • Madame Dinan
  • Sybellas Brüder Julian und Pierre
  • Sybellas Hofdamen Jamette de Lur und Tephanie Blaine

Zitate

„Als eine geschlagene Stunde verstrichen ist, ziehe ich mich an und trage die Ausrüstung zusammen, die ich ausgewählt habe. Zusätzlich zu dem Nachtschatten und dem frisch geschärften Messer bewaffne ich mich mit zwei weiteren Messern und einem Würgedrahtarmband, außerdem mit meinem tödlichen Kruzifix. Wenn der Ritter heute Nacht sterben muss, dann werde ich mich von dem Kerker direkt in d’Albrets Gemach begeben. Es wird leicht sein, Zutritt zu finden, solange er fort ist. Sobald ich dort bin, werde ich einfach auf ihn warten. Selbst er muss irgendwann einschlafen. Und wenn er das tut, werde ich mein Vorhaben ausführen.
Höchstwahrscheinlich werde ich den Versuch nicht überleben, aber zumindest werde ich mich bemüht haben, und das wird wenigstens beweisen, dass die Dunkelheit, die in ihm lebt, nicht auch in mir lebt.“

„Ich muss zugeben, dass es mir widerstrebt, diesen Abend zu beenden. Ich habe feinere Mahlzeiten zu mir genommen, habe in weitaus eleganterer Umgebung gespeist und bin von erheblich witzigeren Gefährten unterhalten worden. Und doch spüre ich hier eine simple Wärme und ein Glück, die berauschender sind als der stärkste Wein, den ich je getrunken habe. Vor zwei Jahren hätte ich über dieses einfache Leben gespottet. Jetzt beneide ich die Bauern darum.“

Alle Bände der Trilogie

1. Grave Mercy – Die Novizin des Todes
2. Dark Triumph – Die Tochter des Verräters
3. noch nicht erschienen

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Persönliche Bewertung

'Die Schöne und das Biest', fesselnd erzählt vor historischer Kulisse

4 von 5

„Dark Triumph“ ist der Nachfolger von „Grave Mercy“. Während der erste Band auf Ismae fokussierte, ist in diesem Band Sybella die Hauptfigur. Aus dem ersten Band kennt man sie als „Schwester“ Ismaes, als Angehörige desselben Ordens, wie diese eine ausgebildete Meuchelmörderin im Auftrag des Klosters. Auch dieser Band ist in Ichform erzählt, aus Sicht Sybellas. Die junge Frau symbolisiert die Art starker und mutiger Hauptfigur, die niemanden braucht, der sie beschützt oder rettet (mehr noch: sie rettet den Ritter ebenso häufig wie er sie). Mit der klischeehaft schwachen weiblichen Heldin hat Sybella ebenso wenig gemeinsam wie Ismae. Die Perspektive der Mörderin, die weitgehend ohne Skrupel tötet, ist interessant und spricht sicherlich die eine oder andere dunkle Seite der Leserinnen an.

Robin LaFevers erzählt fesselnd und reißt ihre Leser mit. Wer angesichts hochemotionaler Passagen jedoch die Augen rollt, wird mit diesem Buch nicht warmwerden. Platten Kitsch gibt es nicht, doch es steht eine Liebesgeschichte (mit) im Fokus der Geschichte, und dementsprechend finden sich gefühlsbeladene Gedanken, Dialoge und Situationen, ja sogar Pathos. Diese halten sich jedoch insgesamt in Grenzen, die historischen und phantastischen Elemente überwiegen. Man fühlt sich unwillkürlich an die Schöne und das Biest erinnert: Die Romanze zwischen Sybella und der “Bestie” zeigt, dass Schönheit nicht alles ist, denn sie gründet sich auf mehr als Äußerlichkeiten. Es gibt keine Überraschungen in der Liebesgeschichte, Spannung bietet die Handlung angesichts der Handlungsstränge um die Herzogin und den abtrünnigen Grafen jedoch trotzdem genug.

Wie in Kriegszeiten üblich gibt es nicht wenige Tote im Verlauf der Geschichte. Die düstere historische Kulisse stellt die Grausamkeit der Epoche gut dar: Beispielsweise die junge Herzogin, die mit nur 13 Jahren politische Entscheidungen treffen muss und mit einem mehr als viermal so alten Mann verheiratet werden soll – zu heutigen Zeiten eine kaum denkbare Vorstellung. Insgesamt ist dieses Buch nicht unbedingt etwas für zartbesaitete Leserinnen. Angesichts der Brutalität und des Inzests in der Geschichte ist es auch fraglich, ob es wirklich schon ab 12 geeignet ist. 14 erscheint als Altersempfehlung eine passendere Wahl. Doch es geht nicht nur um Mord und Todschlag, um Verrat und Betrug: Es sind neben den Lebensumständen auch Kleinigkeiten wie die Behandlung von Verletzungen und Krankheiten, die historisch interessierte Leserinnen faszinieren werden. Die Sprache ist zwar modern, doch wäre eine authentische Ausdrucksweise kaum lesbar.

Durch die Geschichte zieht sich ein starker religiöser Klang, der jedoch angesichts der Zeit, in der die Geschichte spielt, realistisch wirkt und vollkommen auf einen doktrinierenden Beiklang verzichtet. Aus heutiger Sicht wirkt die Heiligenverehrung mitunter amüsant bis überzogen, doch ist Sybella auch keine unkritische Gläubige, sie hinterfragt ihren Auftrag und zweifelt mehr als einmal an ihrem „Heiligen“. Auch ihre recht pathetische Begegnung mit ihrem Heiligen sollte angesichts des Fantasyanteils des Buches nicht zu ernst genommen werden. “Dark Triumph” ist keine religiösee Geschichte, sondern ein Buch, das den Glauben in den geschichtlichen Kontext der Handlung einbettet und ihr damit einen plausiblen Rahmen verleiht.

Fazit

Auch „Dark Triumph“ ist – wie sein Vorgänger – ein echter Pageturner, ein Buch, das man gut an einem langen Abend in einem Zug lesen kann, so fesselnd schreibt Robin LaFevers. Überdurchschnittlichen Anspruch darf man nicht erwarten, dafür aber interessante Charaktere vor einer historischen Kulisse voller Intrigen auf der einen Seite und Romanzen auf der anderen.

Originaltitel
His Fair Assassin 2. Dark Triumph
ISBN10
3570401790
ISBN13
9783570401798
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Broschierte Ausgabe
544 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 12 Jahren

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