Dancing Jax (3) – Finale

Autoren
Illustrator
Robin Jarvis
Übersetzer
Nadine Mannchen
Verlag
Loewe Verlag

Zusammenfassung zu “Dancing Jax (3) – Finale”

Ihre Flucht aus dem Lager für Abtrünnige bringt Martin Baxter, Gerald, Maggie, Jim und den anderen nicht die erhoffte Freiheit. Stattdessen finden sie Zuflucht im letzten Land, das „Dancing Jax“ noch standhält: Nordkorea. Hier sind sie jedoch eher Gefangene als Gäste, versteckt und festgehalten in einem geheimen Stützpunkt, mitten in einem Gebirge. Man verfolgt eigene, egoistische Pläne mit den „Abtrünnigen“, die von den treuen Anhängern des Diktators als Feinde aus dem Westen angesehen werden. Als Gerald dahinter kommt, welch grausame Pläne vor allem die Doktorin verfolgt, plant er schnellstmöglich die Flucht. Doch „Dancing Jax“ ist schneller und übernimmt den Stützpunkt. Gerald gelingt die Flucht, gemeinsam mit Spencer und der Generalstochter Eun-mi, deren kleine Schwester sich in den Fängen des Ismus befindet. Lee unterdessen, der als „Castle Creeper“ eine Gefahr für „Dancing Jax“ darstellt, wird gefangen genommen und nach England geflogen.

Es naht das Weihnachtsfest, und der Ismus plant das ganz große Finale, den Nachfolger von „Dancing Jax“ zu veröffentlichen. Am Weihnachtsabend soll die gesamte Weltbevölkerung gemeinsam „Fighting Pax“ lesen, nachdem im nachgebauten Schloss in England vor einem Milliardenpublikum ein großes Fest gefeiert wurde. Fester Bestandteil der Feierlichkeiten sollen die Abtrünnigen sein, von denen offensichtlich fast alle inzwischen eingefangen wurden. Unter dem Namen „Die Bestie geht um“ plant der Ismus ein besonders grausames Spiel. Haben Gerald, Spencer und Eun-mi überhaupt eine Chance, gegen eine solche Übermacht die teuflischen Pläne des Ismus zu stoppen?

Wichtige Charaktere

  • der Ismus bzw. der Große Magus
  • Martin Baxter
  • Gerald Benning
  • Chung Eun-mi
  • Maggie
  • Lee, der „Castle Creeper“
  • Spencer
  • Carol und Paul Thornbury
  • der Jockey
  • verschiedene Spielkarten-Charaktere

Zitate

Dancing Jax herrschte von den kleinsten Fischergemeinden Grönlands bis hin zu den Nomadenstämmen Afghanistans. Sämtliche Kämpfe, sämtliche Gebietsstreitigkeiten, Drogen, Unterschiede zwischen Rassen und Religionen waren vergessen. Zum ersten Mal in der Geschichte herrschte Frieden auf der Welt.“

„‚Man muss den tumben Massen hin und wieder ein imposantes Schauspiel bieten, um sie abzulenken – das ist wie ein Wollknäuel für ein Kätzchen. So bleit ihnen keine Zeit, darüber nachzudenken, was hinter den Vorhängen der Macht wirklich vorgeht. Jeder König, Herrscher, Diktator, Papst, Führer, Präsident oder Premierminister weiß das. Brot und Spiele, massentaugliche Paraden, Dschihad, Massenvernichtungsraketen, Militärschläge, um sogenannte Verstöße gegen die Menschenrechte zu rächen, obwohl es einzig und allein darum geht, dem betreffenden Land die Reichtümer abzunehmen oder einen Despoten durch eine eigene Marionette zu ersetzen. Taschenspielertricks und Ablenkungsmanöver, damit hält man die Bevölkerung unter Kontrolle. Man gebe ihr einen Zweck oder eine Aufgabe, auf die sie sich stürzen kann – egal wie absurd oder banal -, dann fühlt sie sich einbezogen und glücklich und kommt nicht auf die Idee, nervige Fragen zu stellen.'“

Alle Bände der Dacing Jax-Trilogie

Auftakt
Zwischenspiel
Finale

Persönliche Bewertung

Gnadenloser, bitterböser und mitreißender finaler Band der Reihe

5 von 5

Im dritten Band der Trilogie kommt es zum großen Finale, ganz wie der deutsche Untertitel es verspricht. Hier klärt sich, welche Pläne der Ismus mit der Verbreitung von „Dancing Jax“ verfolgt, welches (ein wenig klischeehafte) Ziel er letztendlich zu erreichen sucht. Der Höhepunkt der Geschichte ist ein sehr brutaler, der jedoch zur Gnadenlosigkeit der Handlung passt und auf sehr drastische Weise das Mitläufertum und die Beeinflussbarkeit vieler Menschen abbildet. Die breite Masse, die Weltbevölkerung wird zu Marionetten eines teuflischen Plans, verliert ihren freien Willen. (An dieser Stelle könnten sich kritische Leser fragen, wie beeinflussbar Menschen auch ohne ein solch unheimliches Buch schon sind, „Dancing Jax“ treibt dies letztendlich nur auf die Spitze.) Politische Verflechtungen, Vorurteile, Rassismus webt der Autor in seine Handlung ein. Der Gipfel des Zynismus ist vielleicht die drastische Beschreibung der asiatischen Arbeiter, die rund um die Uhr, bis zum Erschöpfungstod, für den Ismus elektronische Lesegeräte herstellen müssen. Hier lassen sich einige Parallelen zur Realität ziehen…

Auch im dritten Band wird die Handlung wieder von einem auktorialen Erzähler begleitet. Von den Hauptcharakteren aus den ersten beiden Bänden sind nicht viele übrig. Hier sind es vor allem Gerald und Martin von den Erwachsenen und unter den Kindern und Jugendlichen Maggie, Lee und Spencer. Die verschiedenen Figuren zeigen die unterschiedlichen Charaktereigenschaften, die darüber bestimmen, wie Menschen mit Ausnahmesituationen umgehen: aggressiv, resigniert oder in unrealistischem Optimismus. Darüber steht die Frage, wie weit Menschen bereit sind, in ihrer Verzweiflung zu gehen, um egoistische Ziele umzusetzen oder das Leben der Menschen, die sie lieben, zu schützen. Sind sie bereit, Verrat zu begehen? Zu morden?

Wie gewohnt, beschreibt Robin Jarvis Kulissen und Szenen in wortgewaltiger Sprache, belebt seine Charaktere mit Ausdrucksweisen, die ihre unterschiedlichen sozialen Hintergründe deutlich machen. Dies führt dazu, dass Gewaltszenen sehr eindrücklich erscheinen, der Verlag empfiehlt die Reihe entsprechend erst ab 16 Jahren. Das Ende des Buches ist düster, jedoch nicht ohne Hoffnung. Dass es einige Tote geben wird, lässt schon die Autorenbiografie erahnen, in der er heißt, der Autor möge keine Geschichten, „in denen er niemanden umbringen kann“. Ein Vorgeschmack auf die Geschichte und ein Paradebeispiel für den schwarzen Humor von Robin Jarvis.

Fazit

Dieser Band ist in der Tat ein würdiges „Finale“ für eine außergewöhnliche Reihe, die Horror, Fantasie, Politik, Gesellschaftskritik und Action gekonnt zu einer fesselnden Geschichte verbindet. Sehr lesenswert, jedoch nicht ohne seine Vorgänger.

Originaltitel
Dancing Jax / Fighting Pax
ISBN10
3839001366
ISBN13
9783839001363
Dt. Erstveröffentlichung
2014
Broschierte Ausgabe
544 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 16 Jahren

Eine Antwort zu
Dancing Jax (3) – Finale

  1. Kora

    3 von 5

    Ich habe das Buch gera­de aus der Hand gelegt und bin platt. Eine kras­se Geschich­te, ohne Zwei­fel! Der Bezug zu unse­rer rea­len, zuwei­len „kran­ken“ Rea­li­tät ist bestechend, z.B. wenn der Ismus jeman­den
    „als Freund ent­fernt“. Aber gera­de in Teil 3 hat­te ich oft ein sehr sur­rea­les Gefühl – vor allem bei der Ani­ma­ti­on des Ismus‘ wenn er die Mas­sen um ihre Unter­stüt­zung bit­tet weil es nicht genü­gend Lese­ge­rä­te gibt… Und bin ich die Ein­zi­ge, die die Illus­tra­tio­nen von Robin Jar­vis nicht so über­zeu­gend fin­det? Viel­leicht habe ich da zu hohe ästhe­ti­sche Ansprü­che, aber der recht­ecki­ge Rah­men zer­stört die Wir­kung man­cher Bil­der total. Vor allem wir­ken vie­le der Bil­der wie ein­fach nur schlecht am PC erstellt und nicht wie selbst gezeich­net. Da war ich ehr­lich gesagt etwas ent­täuscht!

    Die Geschich­te fin­det auf jeden Fall ein ful­mi­nan­tes Ende mit dem ich auf gar kei­nen Fall gerech­net hät­te. Mir per­sön­lich waren es zu vie­le „Fäden“, die hier zusam­men­ge­führt wer­den. Zum Bei­spiel erwacht die Pik­da­me aus Ihrer Star­re und ist wie­der der Unter­schich­ten-Tee­nie, der sie vor­her war. Ange­sichts des Schre­ckens hat sie aber nur ein „aha, Tod durch Kamel­fuß“ auf Lager. Klar, die gan­ze Geschich­te ist kei­nes­falls rea­li­täts­nah, trotz­dem fand ich man­che Kom­men­ta­re etwas zu cool – eher wie ein schlech­ter Hol­ly­wood-Strei­fen. Alles in allem hat mich die Rei­he beein­druckt. Ich hät­te mir Band 1 ver­mut­lich nie gekauft wenn ich ihn nicht von einer guten Freun­din zum Geburts­tag geschenkt bekom­men hät­te. Eine ganz neue Erfah­rung, vor allem die­ser Hor­ror-Aspekt, dem ich mich sonst nicht genä­hert hät­te. Die Rei­he „Dan­cing Jax“ ist defi­ni­tiv emp­feh­lens­wert aber nur wenn man Geschich­ten mag, die kom­plett abge­ho­ben sind.