Anna von Schlottersteins Nächtebuch

Autoren
Illustrator
Amelie Glienke
Verlag
rororo rotfuchs

Zusammenfassung zu “Anna von Schlottersteins Nächtebuch”

Nachdem Anna sich nach Antons letzter Verwandlung (Band 20) von ihm verabschiedet hat, überlässt sie ihm einige Tage später ein in schwarzes Seidenpapier verpacktes Päckchen. Darin findet Anton eine schwarze Feder, einen Brief von Anna und ihr Nächtebuch, das sie von ihren Verwandten versteckt führte. Anna lädt Anton ein, ihre Aufzeichnungen zu lesen und verspricht ihm, die schwarze Feder hätte geheime Kräfte. Anton liest in Annas Einträgen, wie sie und der Rest der Familie zum Vampir wurde, wie sie Rüdigers beginnende Freundschaft mit Anton erlebte, wie sie selbst zum ersten Mal auf Anton traf und was Anna über ihre ersten Abenteuer miteinander dachte. Wie Anna ihr Nächtebuch vor allen geheimhalten musste, denn es ist Vampiren nicht gestattet Tagebuch zu führen, wie sie hoffte, dass er selbst, Anton, Vampir werden wollte, doch Tante Dorothee erklärt, niemand wolle freiwillig Vampir werden und es gäbe schon genügend Vampire, wie Anna ihr eigenes vampirzahnloses, milchtrinkendes Dasein empfindet und viele geheime Gedanken mehr. Und am Ende löst sich auch das Geheimnis um die schwarze Feder…

Wichtige Charaktere

  • Anna von Schlotterstein
  • ihr Bruder Rüdiger
  • Anton Bohnsack
  • Annas Bruder Lumpi
  • Tante Dorothee
  • Antons Eltern
  • Annas Eltern und Großeltern

Zitate

„Dramatisch heulen und schluchzen, das kann sie! Aber echte Tränen vergießen? Nicht Tante Dorothee!
Als Onkel Theodor noch unter uns weilte, hat sie ihm die Nächte zur Hölle gemacht. Ja, manchmal denke ich, der arme Onkel Theodor hätte sein grausames Ende selbst herbeigeführt!
Jedenfalls kann niemand erklären, warum er ganz offen auf seinem Grab Quartett gespielt hat. Als hätte er gewollt, dass Friedhofswärter Geiermeier sein Grab entdeckte! Und am nächsten Morgen kam Geiermeier dann mit seinen Holzpflöcken …
Damals hatten wir noch unsere Einzelgräber. Aber nach dem grässlichen Ende von Onkel Theodor beauftragte unsere Großmutter den legendären Gruftbaumeister in Klausenburg mit dem Bau einer unterirdischen Familiengruft. Über die Gruftbaumeister weiß ich nur sehr wenig. Sie zählen zu den ältesten Vampiren überhaupt und haben einzigartige Kenntnisse und Fertigkeiten. In unserer Gruft Schlotterstein siehst du weder Stützbalken noch Mauern, nur schwarze Friedhofserde. Und trotzdem fällt nichts herunter, stürzt nichts ein.“

Alle Bände der Reihe um den kleinen Vampir

1. Der kleine Vampir
2. Der kleine Vampir zieht um
3. Der kleine Vampir verreist
4. Der kleine Vampir auf dem Bauernhof
5. Der kleine Vampir und die große Liebe
6. Der kleine Vampir in Gefahr
7. Der kleine Vampir im Jammertal
8. Der kleine Vampir liest vor
9. Der kleine Vampir und der unheimliche Patient
10. Der kleine Vampir in der Höhle des Löwen
11. Der kleine Vampir und der Lichtapparat
12. Der kleine Vampir und der rätselhafte Sarg
13. Der kleine Vampir und die geheime Verschwörung
14. Der kleine Vampir und die Klassenfahrt
15. Der kleine Vampir feiert Weihnachten
16. Der kleine Vampir und Graf Dracula
17. Der kleine Vampir und die Tanzstunde
18. Der kleine Vampir hat Geburtstag
19. Der kleine Vampir und die Gruselnacht
20. Der kleine Vampir und die letzte Verwandlung

Links

Leseprobe (PDF) beim Verlag

Persönliche Bewertung

'Der kleine Vampir' aus Annas Sicht - humorvoll, unterhaltsam, doch wenig Neues für Fans

4 von 5

Endlich geht es mit dem kleinen Vampir weiter! Angela Sommer-Bodenburgs Reihe um Anton und den kleinen Vampir gehört noch immer zu den absoluten Klassikern unter den Vampirgeschichten für Kinder und erfreut sich vieler junger und erwachsener Fans. Ein unverhoffter neuer Band lässt da so manches Herz höher schlagen.

„Anna von Schlottersteins Nächtebuch“ ist kein gewöhnlicher Band aus der Reihe. Der Titel zeigt, worum es sich handelt: Annas Tagebuch, das sie von ihrer Verwandtschaft versteckt führte, als Anton und Rüdiger und später auch Anton und sie sich kennenlernten und ihre ersten Abenteuer zusammen erlebten. Anna erzählt die Erlebnisse aus ihrer Perspektive – ein anderer Blickwinkel als die Bücher, die ein übergeordneter Erzähler aus Antons Perspektive erzählt. Der Leser erfährt so einiges, das Anton nicht wissen kann, über Annas Gefühle und Gedanken, über Ereignisse in der Gruft und ein wenig Familiengeschichte derer von Schlotterstein sowie amüsante Details wie die Weberei, die die berühmten Vampirumhänge herstellte. An einer Stelle leistet sich die Autorin jedoch einen unlogischen Schnitzer: In der Totenstarre, in der Anton die Vampire tagsüber selbst schon gesehen hat (im Jammertal), wäre es unmöglich, sich den ganzen Tag im Sarg hin- und herzuwälzen, wie Anna in ihrem Tagebuch schreibt…

Anna selbst ist authentisch dargestellt – so mutig, emotional und bissig, wie man sie kennt. Außerdem hinterfragt sie Traditionen kritisch wie gewohnt: Als ihr Vater behauptet, Mädchen ließen gern „ihr Herz entscheiden und nicht ihren Verstand“, empört sich Anna zu Recht. Die Autorin zeigt sich hier einmal mehr zeitgemäß und hinterfragt leider noch immer populäre Rollenklischees, an denen selbst Wissenschaftler bis heute eisern festhalten. Die Idee, Anna die (vielen Lesern) bekannten Erlebnisse erzählen zu lassen, ist interessant, birgt jedoch auch eine Gefahr, die sich im Buch bewahrheitet: Wer alle Bücher des kleinen Vampirs gelesen hat und sich noch gut erinnern kann, wird ein wenig die Spannung vermissen, denn der Ausgang vieler Abenteuer ist aus den ersten Bänden klar. Man würde sich mehr Interna wünschen, mehr über das Leben in der Gruft oder über Annas früheres Leben. Zwar erfährt man zu Beginn, wie Anna und ihre Familie zum Vampir wurden und wie sie die Gruft Schlotterstein bezogen, doch geht es in der zweiten Hälfte des Buches hauptsächlich um Erlebnisse mit Anton und Rüdiger, die aus den Originalbüchern bekannt sind. Dass der Lesespaß trotzdem nicht auf der Strecke bleibt, dafür sorgen Angela Sommer-Bodenburgs einfühlsamer und humorvoller Schreibstil sowie natürlich Amelie Glienkes Illustrationen, die die Bücher des kleinen Vampirs seit dem ersten Band treffend und gekonnt bebildern. Das Ende lässt zudem hoffen, dass es vielleicht doch noch einen 21. Band aus der Reihe geben könnte…

Fazit

Fans des kleinen Vampirs lernen wenig Neues; wer den kleinen Vampir jedoch nicht kennt oder sich nicht mehr erinnert, findet in „Anna von Schlottersteins Nächtebuch“ beste Unterhaltung in einer hochwertigen Aufmachung und mit gewohnt großartigen Illustrationen von Amelie Glienke.

ISBN10
3499215608
ISBN13
9783499215605
Dt. Erstveröffentlichung
2012
Gebundene Ausgabe
192 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 6 Jahren

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