Als der Bär vom Baum fiel

Autoren
Illustrator
Sarah Roloff
Verlag
Aladin Verlag
Anspruch
4 von 5
Humor
3 von 5
Lesespaß
4 von 5
Schreibstil
3 von 5
Spannung
4 von 5

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Zusammenfassung zu “Als der Bär vom Baum fiel”

Im Wald gehen sonderbare Dinge vor sich. Die Eule hat vergessen, wie man fliegt, und der Bär fällt auf dem Weg zum Honig ständig von den Bäumen. Wie gut, dass die Elster der Eule einen Fallschirm schenkt und der Bär vom Dachs, dem Arzt im Wald, einen Helm verschrieben bekommt. Nun sollte alles wieder seinen gewohnten Lauf nehmen, doch dem Bären gefällt das Helmtragen nicht wirklich. Als ein Hochwasser die Eule bedroht, weiß der Bär seinen Helm aber doch noch für etwas zu gebrauchen. Unterdessen hat der Gugromol den Wald verlassen und folgt einem Fremden in die Ferne. Sein Brief an die zurückgelassenen Waldbewohner und ihre Sorge um ihn animiert sie schließlich zu einem besonders kuscheligen Geschenk für ihn…

Wichtige Charaktere

  • der Bär
  • die Eule
  • die Elster
  • der Dachs
  • der Gugromol
  • der Krake
  • der Pinguin

Zitate

„Eines Tages erwachte die Eule und hatte vergessen, wie man fliegt.“

„Der Gugromol lebte auf der großen Lichtung in der Mitte des Waldes und beobachtete alles. Niemand wusste, was er dachte, und alle fanden ihn ein bisschen unheimlich.“

Persönliche Bewertung

Ein besonderes Debüt, dem leider als fertiges Buch einige Seiten fehlen

4 von 5

„Als der Bär vom Baum fiel“ (und andere Geschichten) ist Sarah Roloffs Bilderbuchdebüt. Den Beisatz „und andere Geschichten“ hätten der Verlag oder die Autorin als Untertitel hinzufügen können, denn es sind in vorliegender Form streng genommen mehrere einzelne kurze Episoden über die Bewohner des Waldes. Am besten wäre es vermutlich aber gewesen, einfach den Arbeitstitel, den die Autorin für ihr Buchprojekt gewählt hatte, „Im Unterholz“, zu übernehmen. Leider vergeht auch bei mehrmaliger Lektüre dieses sehr ansprechend und besonders illustrierten Buchs nicht der Eindruck, dass mehrere Seiten fehlen, sie fielen vermutlich ebenso wie der Buchtitel dem Lektorat zum Opfer und dies ist sehr bedauerlich. Ein Blick in den Blog von Sarah Roloff verrät nämlich, dass die Geschichte ursprünglich „11 Kapitel auf 60 Seiten“ hatte! Nun sind es nur noch 48 Seiten und Kapitel gibt es keine mehr. Dabei hätte die Illustratorin es verdient gehabt, dass die Leser alle der in mehr als tausend Stunden Arbeit entstandenen Bilder zu sehen bekommen.

Generell bringt die Idee, selbtgebastelte Figuren und Kulissen für ein Bilderbuch zu verwenden, frischen Wind in die Regale und lässt auf mehr hoffen, ähnlich wie bei Karina Schaapmanns „Mäusehaus“, von dem es eine Fortsetzung gibt. Die Schnee- und Regenbilder zeigen, wie die digitale Nachbearbeitung der im Studio fotografierten Szenen sinnvolle Akzente setzen kann. Interessant und vor allem wesentlich weniger Arbeitsaufwand bietet der Autorin sicherlich die Möglichkeit, ihre Figuren in reale Hintergründe zu versetzten, wie sie es zum Teil bereits getan hat (siehe Blog). Der Pumuckl-Flair, der dadurch entsteht, wird aber auch bei anderen Illustratoren bisher nicht als Stilmittel eingesetzt. Die aufwändig hergestellten Figuren und Kulissen aus zig verschiedenen Materialien lassen eine Erweiterung, das Erschaffen eines eigenen Universums, in jedem Fall zu. Arbeitet man dann mit den bekannten Figuren weitere Geschichten aus, könnte sich jedoch ein Gewöhnungseffekt einstellen, bei dem der Textanteil umso wichtiger wird.

In ihrem Debüt sind bei den Illustrationen nur die fehlenden Seiten zu bemängeln. Die stellenweisen Brüche in der Geschichte würden durch die fehlenden Übergänge vermutlich ausgemerzt, die Handlungsstränge besser zusammengeflochten werden. Die Figuren sind herrlich schräg und skurril ausgearbeitet und kommen ohne Klischees in Charakter und Farbwahl daher. Der Gugromol, ein Phantasiewesen, gibt dem Ganzen einen Hauch von Düsternis, ohne zu erschreckend zu wirken. Er steht sinnbildlich durch sein Aussehen für die Vorurteile gegenüber dem Unbekannten, Fremden. Nicht ohne Grund findet er im Kraken sein Gegenüber, haben beide doch die vielen Arme und Beine gemeinsam. Auch Eule und Elster gehören zusammen und am Ende ist es schön zu sehen, dass sowohl der Fortgegangene an die Zurückgelassenen denkt wie auch umgekehrt. Sprachlich besteht noch Potenzial für schönere Worte, manchmal wirkt es zu umgangssprachlich und steht dadurch im Kontrast zu den besonderen Illustrationen. Es finden sich aber auch poetische Passagen, die besser zur Geschichte passen, zur Magie der Bilder und erzeugten Stimmungen als den durch das skurrile Kartenspielgespräch stattfindenden Einbruch der Realität in die Geschichte. Vielleicht wären hier erfundene Kartenspiele eine Idee gewesen…

Fazit

Als durchgängige Geschichte durch fehlende Seiten stellenweise lückenhaft, ist „Als der Bär vom Baum fiel“ dennoch ein überdurchschnittliches Debüt aufgrund des gewählten, wiedererkennbaren liebevoll ausgearbeiteten Stils, und des aufgezeigten Potenzials. Sprachlich nicht immer ganz überzeugend, wünscht man sich dennoch, dass es noch viele weitere Figuren und Geschichten „Aus dem Unterholz“ ans Tageslicht schaffen!

ISBN10
3848900084
ISBN13
9783848900084
Dt. Erstveröffentlichung
2013
Gebundene Ausgabe
48 Seiten
Empfohlenes Lesealter
Ab 4 Jahren